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Gesundheit

10.09.2018

Wie geht es mit der Aalener Kinderklinik weiter?

In Aaalen gibt es eine Kinderklinik, die auch viele Familien aus dem Ries im Notfall aufsuchen. Doch der Ostalbkreis macht mit seinen Krankenhäusern jährlich zwölf Millionen Euro Defizit. Deshalb soll jetzt geklärt werden, welche medizinischen Disziplinen es künftig wo gibt.

Der Ostalbkreis macht mit seinen Krankenhäusern jährlich zwölf Millionen Euro Defizit. Deshalb wird jetzt geklärt, welche medizinischen Disziplinen es künftig wo gibt.

Können Frauen aus dem Ries bald nicht mehr die Kinderklinik in Aalen aufsuchen, weil sie nicht mehr weiterbetrieben und die Betreuung der Kinder auf den dann einzigen Standort Mutlangen bei Schwäbisch Gmünd konzentriert wird? Eine „Aktionsgruppe Kinderklinik“ hat jedenfalls in einem Schreiben von „ganz konkreten Befürchtungen“ gesprochen, dass die Kinderklinik Aalen kurz- oder mittelfristig geschlossen werden soll. Es sei nichts entschieden, sagt dagegen Landrat Klaus Pavel, macht aber auch deutlich: „Was wir künftig im Ostalbkreis ein-, zwei- oder dreimal anbieten, das muss jetzt geklärt werden!“ Und zwar gelte dies, wie er hinzufügt, quer durch alle medizinischen Disziplinen der Kliniken Ostalb. Im Herbst will er im Kreistag eine Entscheidung herbeiführen.

Pavel, der auch Verwaltungsratsvorsitzender der Klinken Ostalb ist, versichert, es gebe beim Thema Kinderklinik derzeit weder eine Vorgabe noch eine Vorlage für eine endgültige Entscheidung. Eine Kinderklinik sei jedoch nicht Bestandteil der Grund- und Regelversorgung. Überdies gebe es im Ostalbkreis zwei Kinderkliniken, in manchen anderen Landkreisen dagegen gar keine.

Weiter trügen die beiden Kinderkliniken in Aalen und Mutlangen erheblich zum jährlichen Klinikdefizit im Ostalbkreis von zwölf Millionen Euro bei. Es gebe also, so seine Schlussfolgerung, möglicherweise „quantitative Überkapazitäten“. Weiter weist Pavel darauf hin, dass beide Kinderkliniken ein massives Personalproblem haben: In Aalen bei den Ärzten, in Mutlangen in der Pflege. Der Landrat kündigte an, er werde mit allen Mitarbeitern aus Aalen und Mutlangen sprechen, ebenso mit den niedergelassenen Kinderärzten im Kreis.

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Erst danach werde es darum gehen, welche medizinischen Dienstleistungen für Kinder und Jugendliche überhaupt angeboten werden sollen und wie viele Betten, wie viel Personal und wie viele Standorte man dafür brauche. Wenn es dann auf einen einzigen Standort zulaufe, werde man überlegen müssen, wo der sein solle – in Aalen oder in Mutlangen.

„Von ganz konkreten Befürchtungen, dass die Kinderklinik in Aalen kurz- oder mittelfristig geschlossen werden soll“, ist dagegen in einem Schreiben der „Aktionsgruppe Kinderklinik“ die Rede, der die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte aus dem Einzugsbereich der Klinik und ihr Förderverein angehören. Darin heißt es, es gehe darum, der Öffentlichkeit und der Lokalpolitik klar zu machen, dass für die medizinische Grundversorgung des Ostalbkreises die Kinderkliniken sowohl in Aalen als auch in Mutlangen nötig seien, auch wenn sie sich wirtschaftlich vielleicht nicht rechneten. Weiter wird geklagt, in diesem Sommer sei die Bettenzahl in beiden Kinderkliniken aus finanziellen Gründen zeitweise deutlich reduziert worden. Deshalb hätte Dutzende Kinder an benachbarte Kliniken geschickt werden müssen. Auch seien Lungen-Ambulanz, Magen-Darm-Sprechstunde, ambulante Atemtests oder Schlaflabor in der Aalener Kinderklinik inzwischen gestrichen worden. Eingeräumt wird der Personalmangel. Die Schlussfolgerung: Dies seien erste Schritte zur Schließung der Kinderklinik in Aalen. Denn sei deren Ruf ruiniert, könnte am Ende leicht die angeblich „bessere“ Kinderklinik, nämlich die in Mutlangen, übrig bleiben.

Sollte es tatsächlich auf einen Standort im Kreis hinauslaufen, dürfte dies angesichts der Rivalität der beiden Großen Kreisstädte Aalen und Schwäbisch Gmünd und ihrer jeweiligen Raumschaften politisch nicht ohne Hauen und Stechen abgehen, mutmaßen Beobachter. Dabei müsse sich zeigen, ob der Ostalbkreis mehr sei als die Summe konkurrierenden raumschaftlichen Denkens.

Den Ton hat dabei bereits der Personalratsvorsitzende am Aalener Ostalb-Klinikum, Dieter Zandel, vorgegeben. Er sprach davon, man werde für die Aalener Kinderklinik „in den offenen Kampf“ ziehen. Denn sollte am Ende nur eine Kinderklinik übrig bleiben, könne die nur in Aalen, in der Mitte des Ostalbkreises, sein und nicht an dessen Rand.

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