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Donau-Ries

16.05.2014

"Zwölf Stämme" verweigern sich erneut der Schulpflicht

In der Anlage Klosterzimmern lebt die Gemeinschaft der Zwölf Stämme. Erneut weigern sie sich, ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Bild: Sebastian Musolf

Die "Zwölf Stämme" haben erneut Kinder nicht zur Schule geschickt. Sie würden dort "nicht auf das Königreich Gottes vorbereitet", sagt die Sekte. Die Behörden wollen erst mal abwarten.

Die Glaubensgemeinschaft Zwölf Stämme aus Klosterzimmern hat ihre Kinder erneut bewusst nicht zur Schule geschickt. Wie das Landratsamt den Rieser Nachrichten bestätigt hat, handelt es sich bei dem Fall um Kinder, die nach den Prügelvorwürfen wieder zurück zu ihren Eltern durften.

 Diejenigen Buben und Mädchen, die nach wie vor vom Jugendamt betreut werden, gehen weiterhin zur Schule. Eingreifen will das Landratsamt aktuell aber noch nicht. Erst soll abgewartet werden, wie die Gerichte in Sachen Sorgerecht weiter entscheiden. Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme"

Die neue Schulverweigerung wird von der Sekte über ihre Homepage begründet: "Wir weigern uns, unsere Kinder in Schulen zu schicken, an denen es keine Disziplin mehr gibt und wo Rebellion gegen Eltern und Lehrer, gegen die Menschenwürde und die Religionsfreiheit vorherrscht und gottesfeindliche Philosophien mehr und mehr überhandnehmen", heißt es dort. Außerdem sei das öffentliche Schulsystem nicht fähig, die Kinder auf das Königreich Gottes vorzubereiten, da es all seine Schüler darauf vorbereite, Karriere für sich selbst zu machen, heißt es weiter.

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"Zwölf Stämme": Kinder weiter in Pflegefamilien

Bei den "Zwölf Stämmen" in Ansbach haben sich die Eltern von zwei Kindern von den Erziehungsmethoden der umstrittenen Glaubensgemeinschaft distanziert. Sie hätten mit dem Jugendamt eine Vereinbarung geschlossen, dass die Behörde vorerst weiter über den Aufenthaltsort der Kinder bestimmen könne, teilte das Amtsgericht Ansbach mit. Damit seien diese Verfahren eingestellt worden.

Die Kinder bleiben vorerst in Pflegefamilien. Wegen Prügelvorwürfen hatte die Polizei im vergangenen September 40 Kinder aus den Gemeinschaften in Deiningen (Kreis Donau-Ries) und im mittelfränkischen Wörnitz geholt. Die Eltern wehren sich dagegen. (az) Polizeieinsatz bei "Zwölf Stämmen"

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