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Studie

18.05.2015

Küche, Kinder, Karriere: Frauen arbeiten mehr als Männer

Frauen leisten nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zwei Drittel ihrer Arbeit unbezahlt, Männer weniger als die Hälfte.
Bild: Jens Kalaene/dpa/Symbolbild

Frauen in Deutschland arbeiten etwas mehr als Männer, allerdings häufiger unbezahlt. Trotz der sich wandelnden Geschlechter-Rollen ist der Haushalt nach wie vor ihr Metier.

Die Deutschen sind bekannt dafür, dass sie viel arbeiten. Ein Sprichwort behauptet sogar, dass unsere Nation lebt, um zu arbeiten. Wie wir Deutschen unsere Zeit wirklich verbringen, hat das Statistische Bundesamt 2012/2013 erhoben. Die Ergebnisse sind nun veröffentlicht worden.

Sie zeigen: Die Deutschen sind in der Tat recht fleißig. Rund 45 Stunden pro Woche verbringen sie durchschnittlich mit Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung, Haushaltsführung und ehrenamtlicher Arbeit. Dabei gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern. Zwar ist das eine Geschlecht nicht fauler als das andere (Frauen arbeiten im Schnitt knapp eine Stunde pro Woche mehr). Der Unterschied liegt eher in der Art der Arbeit. Denn während Männer für mehr als die Hälfte ihrer Arbeit einen Lohn erhalten, leisten Frauen zwei Drittel ihrer Arbeit unbezahlt.

Kinderbetreuung und Haushalt sind fest in weiblicher Hand

Will heißen: Kinderbetreuung und Haushalt liegen noch immer vorwiegend in weiblicher Hand. Dennoch: Im Vergleich zu 2001/2002, als eine vergleichbare Studie durchgeführt wurde, arbeiten auch Frauen weniger Stunden unbezahlt.

Sie nahmen sich jede Woche 3,5 Stunden weniger Zeit für die Zubereitung von Mahlzeiten, für das Putzen der Wohnung, für Waschen und Bügeln und andere Tätigkeiten. Stattdessen gingen sie fast drei Stunden mehr pro Woche einer Erwerbstätigkeit nach als noch elf Jahre zuvor. Männer verbrachten 2012/13 wöchentlich 1,5 Stunden weniger mit Gartenarbeit, Tierpflege, handwerklichen und anderen Tätigkeiten im Haushalt.

Trotzdem geht Zukunftsforscher Andreas Steinle davon aus, dass die Arbeitsteilung gleichberechtigter werden wird. „Bald verdienen die Frauen mehr Geld als die Männer“, sagt der Chef von Zukunftsinstitut Workshop, einer Schwestergesellschaft des Instituts von Matthias Horx. Diese ökonomische Umschichtung werde dazu führen, dass mehr Männer bei den Kindern bleiben. Da sich aber beide Elternteile in Beruf und Familie verwirklichen wollten, werde mehr Unterstützung online eingekauft, etwa Putzhilfen und Kinderbetreuer.

Freizeit der Deutschen: Sport, Hobby, Bekannte und Ausflüge

Familiensoziologin Corinna Onnen von der Universität Vechta in Niedersachsen ist dagegen anderer Meinung. „Wir können noch 500 Jahre warten, bis sich was Wesentliches ändert“, sagt sie. In der Kinderbetreuung tue sich nur ein „klitzekleines bisschen was“: „Männer machen etwas mehr als noch vor ein paar Jahren.“

Dabei ist ihre Unterstützung gerade dann gefordert, wenn Familie und Beruf vereinbart werden müssen. Das kostet viel Zeit. Das bestätigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Paare mit Kindern und Alleinerziehende (18 bis 64 Jahre) sind im Durchschnitt mehr als 58 Stunden pro Woche mit Haushalt, Familie und Job beschäftigt. Das sind fast zehn Stunden mehr als kinderlose Paare und Singles. Die Differenz ergibt sich vor allem durch 10,5 Stunden mehr unbezahlte Arbeit, die etwa bei Kinderbetreuung oder Haushaltsführung anfällt.

Junge Menschen sonnen sich am 09.04.2015 in der Innenstadt von Freiburg (Baden-Württemberg) auf einer Rasenfläche. Foto: Patrick Seeger/dpa1 +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Bild: Patrick Seeger

Und was machen die Deutschen, wenn sie nicht gerade arbeiten? Auch das verrät die Studie. Pro Tag widmen sie Sport und Hobby im Schnitt eine Stunde, sozialen Kontakten und Ausflügen etwas unter zwei Stunden. Die meiste Freizeit (fast 3,5 Stunden am Tag) verbringen sie mit Büchern, Fernsehen, Computer und Smartphone. Mit den Onlinemedien beschäftigen sich deutlich mehr Menschen als noch vor elf Jahren. (mit Material von dpa)

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