Robbie Williams leidet unter einer Essstörung und Depressionen. "Ich bin entweder schlank und depressiv oder fett und schäme mich", sagte der britische Popstar gegenüber der Sonntagszeitung Sunday Times. Es komme vor, dass er mehrfach nachts schlafwandelnd aufstehe, um sich etwas zu essen zu holen, gestand Williams. Er schlafe dabei aber "tief und fest".
Robbie Williams ist treu - und stolz darauf
Stolz ist Williams auf seine Treue gegenüber seiner Ehefrau. "Ich bekomme sehr viel Zuspruch. Ich gehe hinaus auf die Bühne, schaue auf ein Stadion voller Leute, die mich unglaublich gut finden und einige davon sehen unglaublich gut aus", sagte Williams. Er habe daher einen Orden für seine Treue verdient, scherzte der Popstar, der vor seiner Hochzeit als Frauenheld galt.
Depression ist das häufigste psychische Leiden in Deutschland
5,3 Millionen Menschen erkranken nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe an einer Depression - jedes Jahr. Depressionen seien auch die häufigste Ursache der jährlich rund 10.000 Suizide in Deutschland. Nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) zählen Depressionen zu den häufigsten psychischen Leiden in Deutschland. Sie machten weder Halt vor dem Alter noch vor dem sozialen Status. Betroffene wollen die Erkrankung oft nicht wahrhaben.
Vorurteile gegenüber Depressionen sind tief verwurzelt. Doch es gibt Fortschritte. Die Krankheit wird heute häufiger erkannt und es ist ein gutes Zeichen, dass Prominente wie Adele, Bruce Springsteen oder Robbie Williams offen über ihre Erkrankung sprechen. dpa/AZ
Profis mit Burn-Out oder Depressionen
Sebastian Deisler: Der Fußballspieler des FC Bayern München ließ sich 2003 wegen anhaltender Depressionen stationär behandeln. 2007 beendete Deisler wegen Verletzungen und dem Druck im Fußball-Geschäft seine Karriere im Alter von 27 Jahren.
Jan Simak: Der Fußball-Profi galt einst als Wunderknabe. Er wurde von Bayer Leverkusen als Nachfolger von Michael Ballack verpflichtet. Den Erwartungen in ihn wurde Simak allerdings nie gerecht. Er zog sich 2003 - mittlerweile ausgeliehen an Hannover 96 - wegen einem Erschöpfungssyndrom in Verbindung mit schweren Depressionen zurück. Simak hatte auch Probleme mit Alkohol. Seit einem Entzug zeigt Simak wieder passable Leistungen. Momentan spielt er bei Carl Zeiss Jena.
Gianluigi Buffon: In den Jahren 2003 und 2004 litt der italienische Nationaltorhüter an starken Depressionen. Mittels Therapie zog sich Buffon aus dem Tief.
Robert Enke: Der Nationaltorhüter und Spieler von Hannover 96 litt seit 2003 an starken Depressionen. Er ließ sich immer wieder therapeutisch behandeln. Einen Erfolg hatte die Behandlung allerdings nicht. Robert Enke nahm sich am 10. November 2009 das Leben.
Andreas Biermann: Am 20. November 2009 gab der Profi von St. Pauli bekannt, dass er wie Enke an Depressionen leidet und sich stationär behandeln lässt. Biermann hatte im Oktober versucht, sich das Leben zu nehmen. Er überlebte. Mittlerweile spielt der 30-Jährige für den FC Spandau 06, weil St. Pauli seinen Vertrag nicht mehr verlängerte.
Markus Miller: Der ehemalige FCA-Torhüter gab im September 2011 bekannt, dass er an einem angehenden Burnout leidet. Er will die Krankheit mit Hilfe einer stationären Therapie in den Griff bekommen. Miller setzte bewusst die Öffentlichkeit über seine Krankheit in Kenntnis.
Ralf Rangnick: Der Fußball-Trainer von Schalke 04 legte am 22. September 2011 seine Arbeit beim Bundesligisten nieder. Rangnick äußerte sich in der Öffentlichkeit, dass er momentan nicht die Kraft für eine solche Aufgabe hat. Rangnick zieht sich mit einem Erschöpfungssyndrom aus dem aktiven Profi-Geschäft zurück.
Sven Hannawald: Der ehemalige Olympia-Sieger im Skisprung beendete im Jahr 2005 seine aktive Karriere. Ein Jahr zuvor begab sich die damalige Nummer eins im Skisport in stationäre Behandlung wegen eines Burnout-Syndroms. Nach erfolgreicher Therapie wendete sich Hannawald vom aktiven Leistungssport ab.
Florian Mayer: Der Profi-Tennisspieler legte im Jahr 2008 eine sechsmonatige Pause vom Profi-Sport ein. Erst im Jahr 2011 gab Mayer bekannt, dass er sich in dieser Zeit in einem tiefen mentalen Loch befand. Mittlerweile hat Mayer aber seinen Burnout überwunden und ist ins Profi-Tennis zurückgekehrt.
Küsse von Robbie - doch der Freund war nicht eifersüchtig
Online-Therapie kann bei Depressionen helfen