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1. Mai

17.09.2020

Tag der Arbeit: Warum ist der 1. Mai 2021 ein Feiertag?

Tag der Arbeit am 1. Mai: Der Maifeiertag ist in Deutschland gesetzlicher Feiertag. Die Geschichte geht auf das Jahr 1886 zurück. Wir erläutern die Bedeutung.
Bild: Alexander Kaya (Archiv)

Der 1. Mai 2021 ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Warum wird der Tag der Arbeit gefeiert? Hier finden Sie die Infos zur Bedeutung.

Jedes Jahr ist der 1. Mai in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag, also selbstverständlich auch 2021. Was hat es mit dem Maifeiertag auf sich? Hier finden Sie Infos zur Bedeutung hinter dem Tag der Arbeit und weitere Informationen.

Wochentag: Wann ist der 1. Mai 2021?

Der 1. Mai fällt 2021 auf einen Samstag. Viele Menschen hätten an dem Tag also sowieso nicht arbeiten müssen.

Ist der 1. Mai in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag?

Ja, der 1. Mai gehört zu den neun Feiertagen in Deutschland, die in allen Bundesländern gelten.

Maifeiertag: Bedeutung hinter dem Tag der Arbeit erklärt

Der Feiertag am 1. Mai geht auf das Jahr 1886 zurück. Damals begann in den USA am ersten Maitag ein mehrtägiger Generalstreik. Die Streikenden hatten das Ziel, den Achtstundentag durchzusetzen.

In Chicago im Bundesstaat Illinois versammelten sich Tausende Arbeiter auf dem Haymarket. Nach zwei Tagen begann die Lage zu eskalieren. Die Polizei tötete mehrere Streikposten, auch einige Männer aus ihren eigenen Reihen kamen ums Leben. Bei einer Protestkundgebung am nächsten Tag warf ein Unbekannter eine Bombe. Die Polizisten gerieten in Panik und schossen wild um sich. Zahlreiche Menschen starben.

In Gedenken an dieses Ereignis begingen am 1. Mai 1890 Hunderttausende Menschen in Europa den ersten "Tag der Arbeit". Ein Jahr zuvor hatte der Internationale Arbeiterkongress in Paris zu einem "Weltfeiertag der Arbeit" aufgerufen. In Deutschland beteiligten sich damals laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) rund 100.000 Menschen an Streiks, Demonstrationen und sogenannten Maispaziergängen.

Tag der Arbeit: Der 1. Mai ist der Feiertag der Arbeiterbewegung

Auch die deutschen Arbeiter forderten also bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung des Achtstundentags. In Deutschland war noch das Bismarck'sche Sozialistengesetz in Kraft, das sozialistische Versammlungen verbot. Besonders viele Arbeiter demonstrierten 1890 in Hamburg, die Unternehmen reagierten mit Entlassungen und Aussperrungen.

Der Internationalismus wurde zum Grundgedanken des Maifeiertags. Zweck der Maifeier war es, wie August Bebel (1840-1913) in der "Neuen Zeit" schrieb, "dem Gedanken der Solidarität der Arbeiterklasse in allen Kulturländern Ausdruck zu geben."

Mit Beginn der Weimarer Republik wurde der Achtstundentag Wirklichkeit. Die Gewerkschaften waren nun "als berufene Vertretung der Arbeiterschaft anerkannt. Am Ende der 1920er Jahre ging es allerdings weniger um Erleichterungen und Vergünstigungen für die Arbeiter. Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und politische Straßenkämpfe standen damals im Mittelpunkt der Maifeiern.

Die Nazis und die DDR nutzten den 1. Mai für Propaganda - heute ist er für viele einfach nur ein freier Tag

Die Nazis machten den 1. Mai ab 1933 zum bezahlten "Nationalen Feiertag des deutschen Volkes" und inszenierten 1933 in Berlin ein propagandistisches Massenspektakel. Schon einen Tag darauf stürmten SS und SA die Gewerkschaftshäuser und zerschlugen die freien Gewerkschaften.

In der DDR wurde der 1. Mai alljährlich als "Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus" mit Paraden begangen.

Im Jahr der deutschen Einheit 1990 feierten die Gewerkschaften noch "100 Jahre 1. Mai". Doch seit vielen Jahren bröckeln die Teilnehmerzahlen bei den Mai-Kundgebungen. In der Tat haben viele Menschen den eigentlichen Sinn und Ursprung des Feiertags 1. Mai vergessen oder verdrängt. Sie genießen den Tag einfach als eine willkommene Frühlings-Freizeit oder schieben einen Kurz-Urlaub ein. Der "Tanz in den Mai", die vielen wilden Feiern zur Walpurgisnacht, der mehr oder wenige grobe Unfug während der sogenannten Rau- oder Freinacht vom 30. April auf den 1. Mai und nicht zuletzt auch gewaltsame Krawalle in einigen Städten haben den ursprünglichen Zweck der Sache ein wenig aus dem Blickfeld gerückt. (AZ)

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