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1. Mai 2020

01.05.2020

Tag der Arbeit heute am 1. Mai 2020: Der Feiertag und seine Bedeutung

Tag der Arbeit heute am 1. Mai 2020: Der Maifeiertag ist bei uns gesetzlicher Feiertag. Die Geschichte geht auf das Jahr 1886 zurück. Wir erläutern die Bedeutung.
Bild: Alexander Kaya (Archiv)

Heute ist der 1. Mai 2020 - ein Feiertag in Deutschland. Warum wird an diesem Tag gefeiert? Wir erklären Ihnen Hintergrund und Bedeutung des Maifeiertags.

Jedes Jahr ist der 1. Mai in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag, also selbstverständlich auch 2020. Was hat es mit dem Maifeiertag auf sich? Hier finden Sie Infos zur Bedeutung des heute in vielen Ländern gefeierten "Tags der Arbeit".

Auf welchen Wochentag fällt der 1. Mai im Jahr 2020?

Der "Tag der Arbeit" 1. Mai findet in diesem Jahr heute am Freitag statt. Es gibt also nicht gerade eine klassische "Brücke", aber immerhin ein schönes dreitägiges Wochenende.

Der Feiertag heute am 1. Mai 2020 geht auf ein Ereignis im 19. Jahrhundert zurück

Der Feiertag am 1. Mai geht auf das Jahr 1886 zurück. Damals begann in den USA am ersten Maitag ein mehrtägiger Generalstreik. Die Streikenden hatten das Ziel, den Achtstundentag durchzusetzen.

Tag der Arbeit heute am 1. Mai 2020: Der Feiertag und seine Bedeutung

In Chicago im Bundesstaat Illinois versammelten sich Tausende Arbeiter auf dem Haymarket. Nach zwei Tagen begann die Lage zu eskalieren. Die Polizei tötete mehrere Streikposten, auch einige Männer aus ihren eigenen Reihen kamen ums Leben. Bei einer Protestkundgebung am nächsten Tag warf ein Unbekannter eine Bombe. Die Polizisten gerieten in Panik und schossen wild um sich. Zahlreiche Menschen starben.

In Gedenken an dieses Ereignis begingen am 1. Mai 1890 Hunderttausende Menschen in Europa den ersten "Tag der Arbeit". Ein Jahr zuvor hatte der Internationale Arbeiterkongress in Paris zu einem "Weltfeiertag der Arbeit" aufgerufen. In Deutschland beteiligten sich damals laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) rund 100.000 Menschen an Streiks, Demonstrationen und sogenannten Maispaziergängen.

Tag der Arbeit heute - Bedeutung: Der 1. Mai ist der Feiertag der Arbeiterbewegung

Auch die deutschen Arbeiter forderten also bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung des Achtstundentags. In Deutschland war noch das Bismarck'sche Sozialistengesetz in Kraft, das sozialistische Versammlungen verbot. Besonders viele Arbeiter demonstrierten 1890 in Hamburg, die Unternehmen reagierten mit Entlassungen und Aussperrungen.

Der Internationalismus wurde zum Grundgedanken des Maifeiertags. Zweck der Maifeier war es, wie August Bebel (1840-1913) in der "Neuen Zeit" schrieb, "dem Gedanken der Solidarität der Arbeiterklasse in allen Kulturländern Ausdruck zu geben."

Mit Beginn der Weimarer Republik wurde der Achtstundentag Wirklichkeit. Die Gewerkschaften waren nun "als berufene Vertretung der Arbeiterschaft anerkannt. Am Ende der 1920er Jahre ging es allerdings weniger um Erleichterungen und Vergünstigungen für die Arbeiter. Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und politische Straßenkämpfe standen damals im Mittelpunkt der Maifeiern.

Die Nazis und die DDR nutzten den 1. Mai für Propaganda. Heute ist er für viele einfach nur ein freier Tag

Die Nazis machten den 1. Mai ab 1933 zum bezahlten "Nationalen Feiertag des deutschen Volkes" und inszenierten 1933 in Berlin ein propagandistisches Massenspektakel. Schon einen Tag darauf stürmten SS und SA die Gewerkschaftshäuser und zerschlugen die freien Gewerkschaften.

In der DDR wurde der 1. Mai alljährlich als "Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus" mit Paraden begangen.

Im Jahr der deutschen Einheit 1990 feierten die Gewerkschaften noch "100 Jahre 1. Mai". Doch seit vielen Jahren bröckeln die Teilnehmerzahlen bei den Mai-Kundgebungen. In der Tat haben viele Menschen den eigentlichen Sinn und Ursprung des Feiertags 1. Mai vergessen oder verdrängt. Sie genießen den Tag einfach als eine willkommene Frühlings-Freizeit oder schieben einen Kurz-Urlaub ein. Der "Tanz in den Mai", die vielen wilden Feiern zur Walpurgisnacht, der mehr oder wenige grobe Unfug während der sogenannten Rau- oder Freinacht vom 30. April auf den 1. Mai und nicht zuletzt auch gewaltsame Krawalle in einigen Städten haben den ursprünglichen Zweck der Sache ein wenig aus dem Blickfeld gerückt. (AZ)

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