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Diesel für 52,5 Cent/Liter

30.06.2009

Tankstellenkrieg löst Verkehrschaos in Salzburg aus

Ein Tankstellenkrieg hat sensationelle Benzin- und Dieselpreise verusacht.
Bild: dpa

Spritpreise wie vor 30 Jahren, den Liter Diesel für knapp über 50 Cent. Diese Traumpreise hat ein Tankstellenkrieg in Salzburg ausgelöst.

Salzburg (dpa) - Ein Tankstellenkrieg in Salzburg und Umgebung hat bis Dienstagvormittag auch Autofahrern im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet Spritpreise wie vor 30 Jahren beschert. Zeitweise gab es den Liter Diesel für knapp über 50 Cent.

Auslöser war die Eröffnung dreier Tankstellen auf den Parkplätzen eines Lebensmitteldiscounters. Als Folge korrigierten die Markentankstellen ihre Preise im Halbstundentakt nach unten, so dass gegen Montagabend an den meisten Tankstellen in Salzburg und Umgebung halb so hohe Preise wie üblich erreicht waren. Die Staus vor den Tankstellen lösten ein Verkehrschaos aus.

Montagmorgen hatte die Billig-Tankstelle eröffnet. Zum Einstand lag der Liter Diesel bei knapp 80 Cent. Die Mineralölkonzerne reagierten schnell und senkten an den Tankstellen im Umkreis der drei neuen Discounter ebenfalls ihre Treibstoffpreise. "Dann hat sich eine Preisspirale in Bewegung gesetzt, im Halbstundentakt senkten die Konzerne ihre Preise nach unten", wunderte sich Billiganbieter Markus Friesacher noch am Tag nach dem Preiskrieg.

Tankstellenkrieg löst Verkehrschaos in Salzburg aus

Am Montagnachmittag zeigten seine Preistafeln 52,5 Cent für einen Liter Diesel, auch die meisten anderen Tankstellen im Stadtgebiet sowie in Wals und Obertrum hatten in der Zwischenzeit ein Preisniveau wie vor 30 Jahren erreicht. Ein Verkehrschaos an zahlreichen Hauptstraßen war die Folge. Die Polizei musste zum Teil den Verkehr regeln. Zum Vergleich: In Deutschland schwankt der Preis für den Liter Diesel derzeit um 1,11 Euro.

Am frühen Abend musste Friesacher seine Zapfstellen schließen, seine Tanks waren leer. "Die Preise heute sind circa 35 Cent unter dem Einkaufspreis, da verdient keiner mehr ein Geld", räumte er ein. Am Montagabend setzte dann ein wahrer Ansturm aus Bayern ein. Eine Discount-Tankstelle toppte Friesachers Preis noch und bot einen Liter Diesel für 51,9 Cent an, einen Liter Super für 58,7 Cent. Ein zehn Kilometer langer Stau von Freilassing bis zu dessen Tankstelle in Salzburg war die Folge. Der Ansturm ließ erst nach Mitternacht nach.

Auch am Dienstagmorgen hatten rund zehn Tankstellen im Stadtgebiet noch die Kampfpreise des Vortages. Gegen Mittag hatten sich allerdings überall die Spritpreise wieder normalisiert.

Markus Friesacher bot den Diesel mittlerweile für 87,7 Cent an, auch andere Discounter orientierten sich an diesem Niveau, während alle anderen Markentankstellen mittlerweile wieder zu ihren üblichen Preisen zurückgekehrt sind. Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde in Wien hat mittlerweile angekündigt, den Preiskrieg in Salzburg zu untersuchen.

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