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Menschenrechte

14.06.2017

Amnesty wirft Myanmar schwere Vergehen an Minderheiten vor

Amnesty International kritisiert Myanmar, da in dem Land gegen die Menschenrechte von Zivilisten verstoßen werde.
Bild: Wolfgang Kumm/Illustration (dpa)

Amnesty International hat Myanmar schwere Vergehen an ethnischen Minderheiten vorgeworfen. Es geht unter anderem um Entführungen und Erpressung.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Myanmar schwere Vergehen an ethnischen Minderheiten vorgeworfen. Angehörige ethnischer Minderheiten im Norden des Landes seien Folter, außergerichtlichen Hinrichtungen, Entführungen und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen durch die Armee und bewaffnete Gruppen ausgesetzt, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Organisation.

Sechs Jahre nach dem Waffenstillstand zwischen den Regierungstruppen und der Kachin-Unabhängigkeitsarmee, einer der größten bewaffneten Gruppen des Landes, haben die Kämpfe im Norden des Landes laut Amnesty eine neue Intensität erreicht. Die Armee nehme wahllos Dörfer unter Beschuss, berichtete die Menschenrechtsorganisation. Soldaten inhaftierten willkürlich Menschen, folterten und seien für außergerichtliche Tötungen verantwortlich. In einigen Fällen handelt es sich nach Einschätzung Amnestys um Kriegsverbrechen.

Amnesty über Myanmar: "Bewaffnete Gruppen entführen Zivilisten"

"Bewaffnete Gruppen entführen Zivilisten und erpressen Geld von Dorfbewohnern in Konfliktgebieten", sagte Amnesty-Asien-Expertin Anika Becher. Immer wieder würden Männer und Kinder verschleppt und gezwungen, in den Gruppen zu kämpfen. Fast 100.000 Menschen seien aufgrund des Konflikts bereits gezwungen gewesen, ihre Häuser zu verlassen. Die Regierung habe die Situation vieler Binnenflüchtlinge zusätzlich verschlimmert, indem sie humanitären Organisationen den Zugang zu bestimmten Gebieten verwehre.

Die Menschenrechtsorganisation forderte die beteiligten Konfliktparteien auf, Zivilisten zu schützen. Menschenrechtsverletzungen müssen untersucht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Zudem müsse der Zugang für humanitäre Hilfe gewährleistet werden. afp

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