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Medizin

03.08.2012

Hitze macht Mückenstiche gefährlich

Mit dem Regen kommen die Mücken. Foto: Patrick Pleul / Archiv dpa

Heftige Folgen nehmen zu. Das geht jedoch nicht auf allergische Reaktionen zurück.

Nur eine winzig kleine Mücke im Freibad – und dann das: Der Stich schwillt an, breitet sich mit einem Durchmesser von mehr als fünfzehn Zentimetern auf der Haut aus, ist intensiv rot gefärbt und juckt unerträglich. Immer mehr Menschen reagieren heftig auf einen Mückenstich. Handelt es sich dabei um eine Mückenstichallergie?

Mückengift ist toxisch

Professor Julia Welzel, Chefärztin der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Augsburger Klinikum, verneint das. Wenn die Stichstelle stark anschwillt, so sei das eine toxische Reaktion auf das Mückengift. Eine solche überschießende Reaktion bleibt aber lokal beschränkt, während sich Allergien am ganzen Körper bemerkbar machen können, etwa in Form von Kreislaufbeschwerden oder Luftnot. Allergische Reaktionen auf Mückenstiche gebe es zwar auch, aber, erläutert Welzel, „sehr selten“.

Heiße Temperaturen sind gefährlich

Mit bösen Folgen eines Mückenstichs haben die Ärzte der Augsburger Hautklinik nach Angaben der Chefärztin in Hitzezeiten wie derzeit dennoch regelmäßig zu tun. Gerade bei heißen Temperaturen schlagen die „Kriebelmücken“ zu, deren Stiche sich infizieren können. Es komme zu einer Entzündung, „Wundrose“ genannt, sagt Welzel, die oft behandelt werden muss.

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Bei unangenehm heftigen lokalen Reaktionen auf einen Mückenstich rät Welzel zum Kühlen mit feuchten Umschlägen, einem Gel oder auch einem Kühlpack, das allerdings in ein Tuch eingewickelt und nicht direkt auf die Haut gelegt werden soll, um ein „Festfrieren“ zu verhindern.

Auch Antihistaminika könnten gegen solche heftigen Reaktionen auf Mückenstiche helfen, weil der Botenstoff Histamin (der für viele unangenehme Symptome verantwortlich ist) nicht nur bei allergischen, sondern auch toxischen Reaktionen ausgeschüttet wird. Weil Insektengifte „thermolabil“ sind, sprich, unter Hitzeeinwirkung zerfallen, wurde auch diskutiert, ob ein punktuelles Aufheizen der Einstichstelle über spezielle „Sticherhitzer“ Linderung bringen kann. Ob das tatsächlich funktioniert, räumt Welzel ein, sei jedoch nicht belegt.

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