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Kreml-Kritiker

25.01.2021

„Made in Black Forest“ – Nawalny produzierte Putin-Film im Schwarzwald

Der russische Oppositionspolitiker in den Räumen der Black Forest Studios in Kirchzarten. Dort wurde das Enthüllungsvideo über den russischen Präsidenten Wladimir Putin produziert.
Foto: Black Forest Studios

Plus Alexej Nawalnys Enthüllungsvideo über ein riesiges Anwesen samt Palast, das angeblich Putin gehört, ging um die Welt. Produziert wurde es im Schwarzwald.

Einige Absperrbänder flattern im Wind, aber der Weg zum Parkplatz der Black Forest Studios in Kirchzarten ist frei. Zwei Fußgänger machen einen Abendspaziergang im Nieselregen. Der benachbarte Campingplatz hat geschlossen. Dass hier an diesem unspektakulären Ort am Rand eines Wohngebiets bis vor wenigen Tagen ein Film entstand, der gerade die Weltöffentlichkeit elektrisiert und im Internet bis Freitagmorgen über 50 Millionen Mal abgerufen wurde, kann man sich kaum vorstellen.

Alexej Nawalny war hier mit seinem Team in den erst vor zwei Monaten eröffneten Black Forest Studios einquartiert, um seinen Enthüllungsfilm fertigzustellen: „Ein Palast für Putin. Die Geschichte der größten Bestechung“. Zuvor hatte er einige Wochen zur Erholung im Schwarzwaldörtchen Ibach in der Nähe von Waldshut-Tiengen verbracht. Zwei Tage, nachdem der russische Bürgerrechtler und Kremlkritiker nach Moskau zurückgekehrt und dort noch am Flughafen verhaftet worden war, veröffentlichten seine Mitarbeiter den Film im Internet.

In den Black Forest Studios fand Alexej Nawalny die technischen Möglichkeiten, den Film fertigzustellen.
Foto: Black Forest Studios

Nawalny möchte darin wissen, „wie aus einem normalen sowjetischen Offizier ein Verrückter werden kann, der besessen von Reichtum und Luxus ist.“ Und zeigt neben vielen Dokumenten und Grafiken auch mittels einer Drohne gefilmte Bilder eines riesigen Anwesens am Schwarzen Meer: Putins Luxuspalast, so die Behauptung. Die ersten acht Minuten des knapp zweistündigen Films sind in Dresden entstanden, wo Putin ab 1985 als KGB-Offizier tätig war. Danach ist Alexej Nawalny im Film an einem Tisch im Landhausstil, der sogenannten Barn Kitchen der Black Forest Studios, zu sehen, wie er seine Texte auf Russisch direkt in die Kamera spricht.

Die Betreiber des Black Forest Studios erhielten eine Anfrage aus Los Angeles

Das Treffen mit den Studiobetreibern Sebastian Weiland und seiner Frau Nina Gwyn Weiland erfolgt am gleichen Ort. Zwei junge Männer sitzen am Laptop. Nach dem Trubel der vergangenen Wochen ist wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt. Anfang Dezember sei eine Anfrage per Mail aus Los Angeles von einer amerikanischen Produktionsfirma eingetroffen, sagen die Weilands. Von einer Dokumentation sei darin die Rede gewesen: Gesucht wurden für ein paar Drehtage geeignete Räumlichkeiten, Personal und Equipment in Süddeutschland.

Das Bild aus einem vom russischen Oppositionellen Alexej Nawalny produzierten Youtube-Video zeigt eine Drohnenansicht eines Anwesens an der Schwarzmeerküste. Der Glaubt man dem Oppositionspolitiker, gehört der Palast Präsident Putin.
Foto: Uncredited, Navalny Life, dpa

Sebastian und Nina Gwyn Weiland kannten die Firma nicht, obwohl sie selbst enge Kontakte nach Los Angeles haben. Doch die Anfrage machte auf sie einen sehr professionellen Eindruck. Die Zusage erfolgte, obwohl man noch nicht wusste, was für ein Filmprojekt geplant war. „Um wen es sich dabei handelt, erfuhren wir erst bei der Vorbesichtigung. Dann haben wir uns dementsprechend aufgestellt, damit der Dreh unter größter Geheimhaltung ablaufen kann“, sagt Nina Gwyn Weiland. So blieben die Türen und Jalousien des Studios geschlossen, das Gelände wurde abgesperrt, das Team zur Verschwiegenheit verpflichtet. Selbst der Bürgermeister erfuhr nichts von den Dreharbeiten. „Inhaltlich haben die Black Forest Studios nichts mit dem Film zu tun“, betonen die Studiobesitzer. Sie hätten nur die Technik und die Location gestellt sowie den Dreh organisiert. Eigentlich sei das Studio nur für eine knappe Woche gemietet gewesen. Aber den Filmemachern habe der Ort mit seiner Atmosphäre und den filmischen Möglichkeiten so gut gefallen, dass der Dreh auf insgesamt zwei Wochen verlängert wurde und Teile der 20-köpfigen internationalen Crew aus Berlin nach Kirchzarten kamen.

Am Ende des Arbeitstages schenkt Nawalny eine Runde Schnaps für die Crew aus

Die Arbeitstage waren intensiv – von früh morgens bis spät abends. Am Ende eines Drehtags stand Alexej Nawalny hinter dem Tresen der hauseigenen Bar und hat Schnäpse ausgeschenkt. „Mich hat am meisten seine entspannte Freundlichkeit begeistert und die Ruhe, in der er seine Leidenschaften und Visionen zum Ausdruck bringt“, schildert Nina Gwyn Weiland ihre Eindrücke. Angesprochen auf die große Energie, die er ausstrahle, meinte Nawalny nur trocken, er habe sich ja lange genug ausruhen können. Auch Nawalnys Frau und seine Tochter kamen gelegentlich zu Besuch. Insgesamt herrschte eine familiäre, vertraute Atmosphäre. Bis zur letzten Minute wurde gedreht und produziert. Er möchte einmal wiederkommen, wenn er nochmals Urlaub im Schwarzwald macht, habe Nawalny versprochen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

25.01.2021

Mir stellt sich die Frage, wer das alles - und aus welchen Motiven heraus - bezahlt? Reine Philanthropie wird es wohl nicht sein.

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25.01.2021

Putin hat genügend Kritiker. Einige davon durchaus sehr vermögend. Nicht alle Oligarchen sidndvon ihm begeistert udn unterstützen ihn und siene Partei finanziel. Die wollen den halt weg haben bzw. schaden, genauso wie es auch einige gibt, die die AfD oder andere Organisationen finanziell unterstützen.
Nicht immer muss irgendeine Organisation oder Staatsmacht dahinter stecken.
Inwieweit ein Nawalny eine echte Alternative zu Putin ist, ist mal dahin gestellt.

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