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Einwanderer in Deutschland

12.01.2015

Sieben Millionen Ausländer: Wo die Einwanderer herkommen

Besucher einer Ausstellung über Migranten: Der Großteil der Einwanderer kommt laut den offiziellen Zahlen aus den europäischen Nachbarländern.
Bild: Alexander Kaya

Die Pegida-Demonstranten warnen vor einer „Islamisierung des Abendlandes“ durch die Zuwanderung. Tatsächlich kommen die meisten Migranten aber aus christlich geprägten Staaten.

Montags für montags versammeln sie sich in Dresden, schwenken schwarz-rot-goldene Fahnen und beklagen lautstark die Islamisierung des Abendlandes. Mit ihrer Warnung vor einer Überfremdung Deutschlands durch einen angeblichen ungehinderten Zuzug von Ausländern scheinen die Organisatoren einen Nerv getroffen zu haben.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Forschung teilt jeder dritte Deutsche die Ansicht der „Pegida“-Bewegung, dass es eine zunehmende Islamisierung Deutschlands gebe; zwei Drittel sagen gar, dass die Große Koalition nicht ausreichend auf die Sorgen der Bürger im Bereich der Flüchtlingspolitik und der Zuwanderung eingehe.

Großteil der Einwanderer kommt aus Europa

Dabei sprechen die Fakten eine völlig andere Sprache. Wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes ergeben, wurde Deutschland in den letzten Jahren durch die Zuwanderung nicht islamischer – sondern christlicher. Der Großteil der Einwanderer kommt aus den europäischen Nachbarländern, und diese sind entweder katholisch oder orthodox. Dagegen nimmt die Zahl der türkischen Zuwanderer ab, in den letzten Jahren verließen mehr Türken Deutschland, als neu zuzogen.

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2013 wanderten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,108 Millionen Ausländer ein, gleichzeitig verließen 649000 Nichtdeutsche das Land, das macht unter dem Strich einen Netto-Zuzug von 459000 Menschen.

Mit weitem Abstand an der Spitze lagen dabei die Polen mit 70326 Einwanderern, gefolgt von den Rumänen (49440), Italienern (32232), Ungarn (24335), Spaniern (22162), Bulgaren (20689) und Griechen (19917). Alle Herkunftsländer sind christlich geprägt, entweder katholisch oder orthodox. Zudem sind die Einwanderer mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren deutlich jünger als die deutsche Bevölkerung, die im Durchschnitt 45 Jahre alt ist. Dagegen nahm 2013 die Zahl der in Deutschland lebenden Türken um 4752 Personen ab.

Hochqualifizierte Einwanderer kommen nach Deutschland

Deutlich verändert hat sich die Qualifikation der Einwanderer. Wurden in der Vergangenheit fast ausschließlich Geringqualifizierte mit niedrigem Bildungsstand angeworben, kommen heute überwiegend Hochqualifizierte in die Bundesrepublik. 47 Prozent der Zuzügler aus Südeuropa haben einen Hochschulabschluss, auch 26 Prozent der Einwanderer aus Osteuropa haben studiert, bei den Bulgaren und Rumänen sind es gar 27 Prozent. Im Vergleich dazu sind 21 Prozent der Deutschen Akademiker.

Auch bei den Asylbewerbern sind Muslime in der Minderheit. In den ersten elf Monaten des Jahres 2014 wurden rund 181453 Asylbewerber registriert, davon kamen allein 34144 aus Syrien, unter ihnen viele Christen, die von den radikal-islamischen IS-Milizen verfolgt werden. Mit weitem Abstand folgen Flüchtlinge aus dem orthodoxen Serbien (15282), das seit Herbst allerdings als sicheres Herkunftsland gilt, danach kommen mit Eritrea (12420) und Afghanistan (8292) die ersten muslimischen Länder.

Zwei Drittel aller in Deutschland lebenden ausländischen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren wurde auch in Deutschland geboren, nur ein Drittel wanderte nach seiner Geburt ein.

Sieben Millionen Ausländer in Deutschland

Insgesamt lebten Ende 2013 rund sieben Millionen Ausländer in Deutschland, das sind 8,7 Prozent der Bevölkerung, die Mehrheit von ihnen sind Nicht-Muslime. Drei Millionen stammen aus EU-Staaten, 2,5 Millionen aus europäischen Nicht-EU-Mitgliedern wie der Türkei (1,5 Millionen) und Russland, die restlichen 1,5 Millionen sind Nichteuropäer, darunter rund 960000 Asiaten und 320000 Afrikaner.

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