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Graben

23.10.2019

Amüsanter Rock’n’Roll mit den Momentensammlern in Graben

Hail Hail Rock’n’Roll mit den „Momentensammlern“ Nina Sirch (Gesang), Wolfgang Weber (Trompete), Dieter Botzenhardt (Piano), Bene Hartmann (Schlagzeug), Gerhard Baier (Gitarre) sowie Andreas Scharf (Gitarre/Kontrabass).
Bild: Petra Manz

Die Momentensammler überzeugen im Gräbinger Büchereibistro nicht nur stimmlich mit Musik der 50er- und 60er-Jahre.

Hail Hail Rock‘n’Roll“ –„Auf geht’s Rock‘n’Roll“ hieß es für die gut 130 Gäste im Gräbinger Büchereibistro, wo die Band „Momentensammler“ mit dem nunmehr dritten heißen Konzert dieser Art die Erfolgsgeschichte des Rock’n’Roll in Graben fortsetzte.

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Nina Sirch (Gesang), Wolfgang Weber (Trompete), Dieter Botzenhardt (Piano), Bene Hartmann (Schlagzeug), Gerhard Baier (Gitarre) sowie Andreas Scharf (Gitarre/Kontrabass) heizten dem Publikum gleich zu Anfang kräftig ein. Nicht nur Songs von Buddy Holly, Chuck Berry, Elvis Presley, Little Richard, versetzten die Zuhörer in die 50er- und 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts zurück, auch tat Moderator Scharf ein Übriges, um mit Hintergrundinformationen, Liedtextinterpretationen und flapsigen Bemerkungen die musikalische „Hoch“-Zeit des Rock’n’Roll mit Leben zu füllen. Da wurden Bilder wach von brav und aufrecht in Anzügen und Krawatte auf der Bühne stehenden Musikern, von kreischenden Backfischen in Petty-Coats, die dabei reihenweise in Ohnmacht fielen.

Momentensammler in Graben: Lieder über einsame junge Männer und Frauen

Der rote Faden, so hatte Scharf angekündigt, nämlich die Liebe in all ihren Facetten, zog sich durch die Songs des Abends: einsame junge Männer, die ihr Schicksal beklagen, wenn die von ihnen Angebetete sie nicht erhört. Aber auch Frauen, die in ihren Songs die Einsamkeit beweinen. Das Ganze durchsetzt mit Stücken von Chuck Berry, der gerne Geschichten in seinen Songs erzählte, oder auch deutschen Cover-Versionen amerikanischer Originalsongs, die die Spider Murphy Gang neu interpretierte.

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Immer einen extra Lacher gab es, wenn Moderator Scharf die rock-n-rollig entfesselten Bilder beim Publikum in körperliche Fühlbarkeit überführte, und zum Beispiel auf die wilde „heißrockende“ Tanzphasen – „A Rockin’ Good Way“ (Priscilla Bowman), „Peggy Sue“ (Buddy Holly), „Blue Suede Shoes“ (Elvis Presley) – gefühlt feucht-schwitzige „Klammerblues“ wie „The Great Pretender“ (The Platters) folgen ließ. So amüsierten sich die Zuhörer auch über Lebensweisheiten, die Scharf in den oft einfach gestrickten Rock’n’Roll-Songtexten aufspürte, wie beispielsweise in Paul Ankas „Diana“, in der deutschen Version von Conny Froboess: „Der Weg zur Tochter führt über die Mutter. Schau dir die Mutter an, dann weißt du was du kriegst“, so die Schlussfolgerung des Moderators aus dem Song.

In drei Blöcken über insgesamt zweieinhalb Stunden schaukelten, rollten und twisteten die „Momentensammler“ mit „bi-bop-a-lula“ oder „doo-bop“ ihr Publikum. Dabei fiel auf, dass die Leadsänger-Rolle öfters mal dem Bandmitglied zukam, dessen Stimme die besondere Note des Songs unterstrich, wie Dieter Botzenhardts fetzige Interpretation von „Let’s Twist Again“ (Chubby Checker). Die wunderbare Stimme von Nina Sirch rief dagegen bei dem einen oder anderen Softsong, wie „I’m Sorry“ (Brenda Lee), Gänsehaut hervor.

Und natürlich waren auch die Zuhörer mit stimmlichem und rhythmischem Einsatz gefordert und lieferten mit großem Engagement und Spaß unter anderem den tragenden Hintergrundchor zu „Lollipop“. Dass das Publikum am Ende des Abends nachdrücklich mehrere Zugaben einforderte, war abzusehen. Und mit der unplugged Version „Moonlight, die Nacht ist schön“ (Ted Herold) schickte die Band ihr Publikum schließlich auf den Heimweg.

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