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22.07.2010

Das erste Getreide ernten Bäuerinnen mit der Hand

Rosina Scherer (rechts) schneidet sorgfältig den Roggen für die Erntekrone. Je gleichmäßiger die Ähren, desto schöner sieht die Krone am Ende aus. Foto: Anja Fischer
Bild: Anja Fischer

Bobingen Vorsichtig nimmt Elisabeth Haugg, Ortsbäuerin von Bobingen, die langen Getreideähren in die Hand. Dann schneidet sie mit der Schere weit unten den Halm ab und legt ihn vorsichtig zu den anderen, die schon ein dickes Bündel ergeben. So wie sie sind noch 17 weitere Mitglieder der Bobinger Bauernschaft dabei, den Roggen vom Feld per Hand zu schneiden. Denn diesem wird eine besondere Bestimmung zuteil: Er soll nicht als Tierfutter dienen oder zu Mehl verarbeitet werden, sondern der Erntekrone des Bauernverbandes wieder zu neuem Glanz verhelfen. Vor sieben Jahren wurde diese zum letzten Mal in Bobingen gebunden und "sieht jetzt einfach nicht mehr schön aus", so Elisabeth Haugg. Nun muss sie neu gebunden werden, das bedeutet viel Arbeit.

Roggen, Weizen und Hafer

Mit dem Binden alleine ist es nämlich noch lange nicht getan. Schon jetzt schneiden die Bäuerinnen und Landwirte auf den Feldern Roggen, Weizen und Hafer, binden die Ähren dann zu dicken Büscheln zusammen und hängen diese zum Trocknen auf.

"Jetzt hat das Getreide die schönste Farbe und die richtige Festigkeit", sagt Elisabeth Haugg. Später dann werden die Ähren nochmals sortiert und an der Erntekrone angebracht. Dazu müssen jetzt aber viele Schnitte getan werden, denn rund 35 dicke Buschen werden pro Getreideart für die große Krone benötigt. Zum Erntedank am 3. Oktober wird sie wieder in der Pfarrkirche St. Felizitas hängen.

Allein für den Roggenschnitt haben die 18 Helfer über drei Stunden benötigt und konnten ihre Arbeit gerade noch beim letzten Dämmerlicht beenden. Bevor der Mähdrescher kommt, wird es aber bald wieder aufs Feld gehen: schließlich brauchen die Frauen vom Bauernverband in Bobingen auch noch Weizen und Hafer, sonst ist die Erntekrone nicht vollständig.

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