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Abschied

29.04.2020

Eine etwas andere Gemeinderatssitzung

Mit ausreichend Abstand saßen die Gemeinderäte während der Sitzung in Langenneufnach an Einzeltischen.
Bild: Karin Marz

Während der letzten Gemeinderatssitzung von Bürgermeister Josef Böck nach 30 Jahren Amtszeit müssen die Räte in ungewöhnlichem Rahmen über Bauanträge abstimmen

Wie in anderen Gemeinden bot sich auch im Langenneufnachner Sitzungssaal während der jüngsten Gemeinderatssitzung ein ungewohntes Bild. Nicht wie sonst gemeinsam an einem Tisch saßen die Räte. Diesmal mussten sie mit ausreichend Abstand voneinander getrennt an Einzeltischen Platz nehmen. Zuhörer wurden nur mit Gesichtsmaske eingelassen. Aber nicht nur dadurch war diese Sitzung außergewöhnlich. Es gab auch noch einen weiteren Grund: Für Bürgermeister Josef Böck war es nach 30 Jahren die letzte Sitzung, die er leitete. „Ich gehe mit einem weinenden und auch mit einem lachenden Auge“, sagte Böck.

Gerne hätte er sich bei einer Feier verabschiedet. Aber dies ist aufgrund der momentanen Situation nicht möglich. Böck richtete seinen Dank für die gute Zusammenarbeit an die jetzigen Gemeinderäte als auch an die Räte der vergangenen 30 Jahre. Der neu gewählte Bürgermeister Gerald Eichinger erklärte hingegen, dass er sich dafür einsetzen möchte, für Böck einen derzeit möglichen Verabschiedungsrahmen zu finden.

Böck teilte mit, dass das Landratsamt den aktuellen Haushaltsplan mit der geplanten hohen Verschuldung in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro genehmigte. Allerdings würde die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde das Dreifache des landesweiten Durchschnitts betragen, falls alle Vorhaben so durchgeführt werden wie geplant. Das Landratsamt wies daher darauf hin, dass der künftige Gemeinderat dieser Entwicklung entgegenwirken und sich überlegen solle, welche Projekte letztendlich dieses Jahr verwirklicht werden.

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Nach erneuter Auslegung des Bebauungsplans östlich des Kindergartens wegen der Höhenänderung eines Bauplatzes stimmten die Räte den von Behörden und Ämtern eingegangenen Stellungnahmen zu. Damit kann das neue Baugebiet ausgewiesen werden.

Nicht wie sonst durften die Räte ihre Köpfe zusammenstecken und gemeinsam die eingereichten Baupläne begutachten. Wer wollte, durfte einzeln bei Bürgermeister Böck die Akten einsehen. Genehmigt haben die Ratsmitglieder schließlich den Teilabbruch und den Neubau einer Bauhofhalle für den gemeinsamen Bauhof der Verwaltungsgemeinschaft Stauden. Der nördliche Teil des Bestandsgebäudes soll abgerissen und an dessen Stelle ein erweiterter Neubau mit einer Fläche von 425 Quadratmetern entstehen. Zugestimmt haben die Räte auch dem Anbau eines Milchviehstalls, der Nutzungsänderung eines Gewerbe- und Dachraums sowie einer formlosen Voranfrage für einen Ersatzbau eines bestehenden Gebäudes, welches außerhalb des Siedlungszusammenhangs liegt.

Da die Sitzung im März aufgrund der Corona-Krise ausfallen musste, erklärte Böck, dass er die Bestätigung der Feurwehrkommandanten nach Rücksprache mit dem Landratsamt bereits ohne Gemeinderatsbeschluss vorgenommen hat.

Ansonsten wären ab Ende März weder der Kommandant noch sein Stellvertreter nach der Neuwahl im Amt gewesen.

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