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Konzert

24.07.2019

Große Show auf der Musikschul-Piazza

Der Pop-Chor unter der Leitung von Natalie Rohrer brachte ein Rihanna-Medley zu Gehör.
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Der Pop-Chor unter der Leitung von Natalie Rohrer brachte ein Rihanna-Medley zu Gehör.

Der Königsbrunner Musiknachwuchs zeigt großes Können und der Leiter ein gutes Händchen fürs Wetter. Selbst als der Himmel sich verdunkelt, haben die Jugendlichen die passende Antwort parat

Vermutlich wurden bei keinen der vormaligen Gitarrenfestivals je so viele hoffnungsvolle und zugleich bange Blicke gen Himmel gerichtet wie beim diesjährigen Sommerkonzert. Hält das Wetter oder hält es nicht? Doch letztlich erwies sich die Entscheidung von Musikschulleiter Robert Weisser als richtig, das Konzert im Freien abzuhalten, sodass Lehrkräfte und Schüler der Musikschule das Resultat monatelanger Arbeit in adäquatem Rahmen präsentieren konnten.

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So eröffnete das Orchester der Musikschule, geleitet von Elisabeth Petz, pünktlich das vormals als „Gitarrenfestival“ bekannte Event, das aufgrund der Vielfalt der Instrumentengruppen dem früheren Namen nicht mehr gerecht und deshalb umbenannt wurde. Das Publikum erlebte mit dem von Christoph Teichner arrangierten Potpourri bekannter slawischer Melodien „Von der Moldau in die neue Welt“ einen fulminanten Auftakt, bevor Musikschulleiter Weisser die Besucher scherzhaft zum „Herbstkonzert“ willkommen hieß. Auch Bürgermeister Franz Feigl zeigte sich hocherfreut über die trotz des „zweifelhaften Wetters“ große Zuhörerschaft und betonte in seiner Ansprache, wie wichtig im Zeitalter der digitalen Beschallung „eine schöne Livemusik“ sei.

Was die „Kleinen“ tatsächlich draufhaben, bewies das Stadtjugend-Vororchester unter der Leitung von Evelyn Renner, das mit einem Walzer nach England und einer Samba nach Brasilien entführte. Auch der Kinderchor, geleitet von Natalie Rohrer, erfreute mit zwei bekannten Stücken, darunter auch „Kann es wirklich Liebe sein“ aus dem Disney-Film „König der Löwen“. Rohrer, die charmant durch das Programm führte, brachte den Kinderchor später noch gemeinsam mit Christoph Günzels Stadtjugendorchester auf die Bühne, wo die Kleinen mit der südafrikanischen Hymne „Siyahamba“ bewiesen, wie toll sie auch in englischer Sprache singen können. Nicht fehlen durfte auch „Kinder dieser Welt“, ein Ohrwurm, der von Natalie Rohrer komponiert und getextet wurde und mit dem sie beim Deutschen Kinderliederpreis in die Top 3 für die Endausscheidung im Oktober gewählt wurde. Neben weiteren Kleingruppen und Soloauftritten waren Höhepunkte das Gitarrenensemble von Robert Weisser, das mit „Hotel California“ einen ähnlich populären Song präsentierte wie das Stadtjugendorchester mit „Fluch der Karibik“. Beeindruckend war schließlich auch der Auftritt des großen Gitarrenorchesters unter der Leitung von Thomas Meier mit Bob Marleys Reggae-Ballade „No Woman, no Cry“ sowie dem „James Bond Theme“, das im Übrigen nicht wie ein Gitarrenarrangement, sondern verblüffend „original“ klang. Einziger Wermutstropfen waren die für den Auf- und Abbau der Orchester benötigten Zwangspausen, die Zuschauer dazu nutzten, um sich entweder am vom Freundeskreis betriebenen Würstelstand zu versorgen oder die Veranstaltung zu verlassen. Die vormals sehr bunte und lebhafte Piazza war nach diversen Pausen plötzlich überschaubar, was wohl auch daran lag, dass sich nach knapp zwei Stunden der Himmel bedrohlich zu verdüstern begann. Ideal aber für Mandy Bartlett, denn ihre auf der E-Geige vorgetragenen Songs der kalifornischen Violinistin Lindsey Sterling fügten sich so hervorragend in die Stimmung ein, dass etliche Passanten stehen blieben und den mystischen Klängen fasziniert lauschten.

„No Risk, no Fun“ war schließlich die Devise Joachim Holzhausers, als er trotz der ersten Regentropfen sein Percussion-Ensemble auf die Bühne schickte. Unter bangen Blicken nach oben rissen die Jungs das Publikum mit „Hall of Fame“ mit und nach Holzhausers Ausruf „Also komm, los geht’s, ganz schnell!“ setzten beim zweiten Lied, dem „Bongosong“ von Safri Duo, fast gleichzeitig mit den Trommeln auch die ersten Regentropfen ein. Im Nu verwandelte sich der Zuschauerbereich in ein Meer aus bunten Regenjacken und Schirmen, ein Konzertabbruch war unumgänglich. Dank der Mithilfe aller Beteiligten konnten Musikinstrumente, Equipment und Stühle schnell in Sicherheit gebracht werden. Auch wenn der letzte Beitrag der Gruppe Knabberfische ins Wasser fiel. Für alle, die die Knabberfische gerne gesehen und gehört hätten, ein kleiner Trost: Beim Lounge-Time-Konzert am heutigen Mittwoch mit dem Titel „Saitenzauber“ erhält die Band die Gelegenheit, ihren Auftritt nachzuholen.

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