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Klosterlechfeld

13.09.2019

Kanalprobleme: Abwasser drückt in Keller

Im November 2017 war ein Teil der Häuser im Wacholderweg noch im Bau, inzwischen sind sie fertig. Nun zeigen sich Probleme mit dem Kanal.
Bild: Hieronymus Schneider

Anwohner des Neubaugebiets Wacholderweg in Klosterlechfeld klagen über Probleme. Die CSU-Fraktion zieht den Antrag für hauptamtlichen Bürgermeister zurück.

Die Bürgersprechzeit am Beginn der Gemeinderatssitzung nahm diesmal etwas mehr Zeit in Anspruch als sonst. Sechs Anwohner des Neubaugebiets Wacholderweg führten lebhaft Klage über ihre Probleme mit dem Abwasserkanal. Zweimal standen schon die Keller nach starken Gewitterregen unter Wasser und das war kein Regenwasser, sondern Abwasser mit Fäkalien aus dem Kanal.

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Offenbar wurde der Druck auf das Trennsystem durch die Regenentwässerung der Häuser und Grundstücke so groß, dass die Rückstauventile am tiefsten Punkt der Kanalisation dem nicht standhielten. Dadurch sind Schäden bis zu 28000 Euro im Einzelfall entstanden, Estriche mussten entfernt und die Mauern trocken gelegt werden. Die Schadenssummen werden nur teilweise von den Elementarversicherungen erstattet.

Rudolf Schneider: Kanalisation in Klosterlechfeld sachgerecht verlegt

Bürgermeister Rudolf Schneider versicherte den Betroffenen, dass die Kanalisation bei der Erschließung des Baugebiets sachgerecht verlegt wurde und derartige Starkregenfälle nicht vorhersehbar seien. Er sicherte ihnen eine Erörterung von Lösungsmöglichkeiten und die Klärung von Versicherungsfragen zu.

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In der Sitzung gab es auch eine Überraschung: Reinhard Hiller zog den Antrag der CSU-Fraktion auf Beschäftigung eines hauptamtlichen Bürgermeisters für die neue Wahlperiode ohne nähere Begründung zurück.

Klosterlechfeld wächst weiter Günter Katheder-Göllner von der Jugendhilfeplanung des Landkreises Augsburg stellte die aktuelle Sozialraumanalyse speziell für Klosterlechfeld vor. „Der seit 1960 mit Wellenbewegungen anhaltende Bevölkerungsanstieg auf derzeit fast 3000 Einwohner wird weitergehen. In zehn Jahren wächst Klosterlechfeld voraussichtlich um zehn bis zwölf Prozent auf etwa 3300 Einwohner“, sagte der Demografie-Experte und führt dies vor allem auf vermehrten Zuzug zurück.

Darum reduzieren sich hohe Geburtenzahlen in den kommenden Jahren in Klosterlechfeld

Die derzeit höheren Geburtenzahlen werden sich in den kommenden Jahren wieder reduzieren, da jetzt die Enkel der Baby-Boomer-Generation ihre Kinder bekommen. In Klosterlechfeld liegt die Geburtenziffer bei 1,51 pro Frau. „Für die Kindergartenbedarfsplanung und die Schulentwicklung reicht es nicht, allein auf die Geburten zu schauen. Entscheidend ist die tatsächliche Zahl der Kinder eines Jahrgangs“, weiß Katheder-Göllner. Und die liegt seit 2015 konstant über 30, wodurch der Bedarf an Betreuungsplätzen stetig auf über 100 für Drei- bis Fünf-Jährige steigt. „Der Neubau der Kindertagesstätte ist die richtige Antwort auf diese Prognosezahlen“, kommentierte Bürgermeister Schneider.

Auch die Altersstruktur verändert sich. Während der Anteil der Elterngeneration von derzeit 726 bis zum Jahr 2028 auf 682 zurückgeht, steigt der Anteil der über 65-Jährigen im gleichen Zeitraum von 549 auf 753 an. Deshalb sei die Schaffung geeigneten Wohnraums eine vordringliche Aufgabe, wobei Klosterlechfeld mit 38,4 Prozent einen vergleichsweise hohen Anteil an Mietwohnungen aufweist. 28,1 Prozent aller Haushalte in Klosterlechfeld sind Haushalte mit Kindern. 105 Minderjährige leben bei einem alleinerziehenden Elternteil, das sind 22,6 Prozent aller Minderjährigen.

Auch in der zweiten Auslegung erhebt die Gemeinde Klosterlechfeld keine Einwendungen gegen die geplante Erweiterung des Einkaufszentrums Lechpark. In diesem Zusammenhang wird von der Gemeinde aber auf den notwendigen Ausbau von Radwegen zwischen Klosterlechfeld und Untermeitingen hingewiesen.

Die Diskussion ist geschlossen.

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