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Tronetshofen

14.06.2019

Kleine Kapelle mit großer Strahlkraft in Tronetshofen

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Auch das Innere der Kapelle erstrahlt nach der Generalsanierung wieder in neuem Glanz.
Bild: Walter Kleber

Die Kapelle St. Leonhard in Tronetshofen wird nach umfangreicher Renovierung wiedereröffnet. Dazu erhält sie von Weihbischof Florian Wörner den Segen.

Gut Ding will Weile haben. Dieses Sprichwort passt treffend auf die neu renovierte Kapelle St. Leonhard im Fischacher Ortsteil Tronetshofen. Von der Feststellung der maroden Bausubstanz bis zur Beendigung der umfassenden Generalsanierung dauerte es immerhin rund fünf Jahre. Doch nun ist es so weit: Am Sonntag, 23. Juni, wird das kleine Gotteshaus an der Staudenstraße feierlich wiedereröffnet.

Das Bauwerk in der Mitte des Ortsteils ist schon äußerlich ein Hingucker. Doch es fällt nicht nur wegen des barocken Baustils, der gelben Fassadenfarbe und den beiden mächtigen Bäumen auf. Dem Betrachter sticht vor allem der Turm mit Zwiebelhaube auf. Er ist etwas schief und ragt wie ein mahnender Zeigefinger in den Himmel. Und so wird das bauliche Juwel immer wieder gern von Radfahrern aufgesucht, aber auch von Künstlern, die die Idylle auf Papier oder Leinwand bringen.

Als die Kapelle gebaut wurde, lebten in Tronetshofen ausschließlich Bauern

Erbaut wurde das Kleinod 1747. Die Einwohnerzahl hatte sich damals in Tronetshofen wieder etwas gefestigt. Eineinhalb Jahrzehnte davor hatte nämlich die Pest gewütet und die Bewohner stark dezimiert. Die Bevölkerung bestand ausschließlich aus Bauern. So lag es nahe, die Kapelle dem Schutzpatron des Viehs, dem heiligen Leonhard, zu widmen.

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Die Sanierungsnotwendigkeit des Gotteshauses wurde im Herbst 2013 festgestellt. Im Mai 2015 votierte der Marktgemeinderat für die Instandsetzung. Statiker, Architekt und Denkmalschutz wurden eingeschaltet. Sie schätzten damals die anfallenden Kosten auf rund 250000 Euro. Die Experten plädierten unter anderem dafür, dass ein in die Mauer eingelassenes Stahl-Zugglied den Chorbogen vor weiteren Folgerissen schützen sollte. Zudem wies die Turmbasis Stabilitätsprobleme auf. Weiter standen die Dachbalken nicht zum Besten.

Viel Arbeit gab es für die Stuckateure. Einige Flächen signalisierten sogar Absturzgefahr. Neue Stromleitungen wurden eingezogen, teilweise eine Bankheizung installiert. Auch Kirchenmaler stellten ihr Können unter Beweis. Jetzt lädt das Bild mit dem dornengekrönten Heiland wieder zur Meditation ein.

Ein Wasserspender-Stein verweist auf einen Psalm

Der Außenbereich erfuhr ebenfalls Neuerungen. Unter anderem wurde die Fassade gestrichen, zur Straße hin ein Spritzschutz angebracht, das Strauchwerk um die Kapelle entfernt sowie eine Bank zum Ausruhen und ein Wasserspender-Stein, der auf den Psalm 23.2 verweist, aufgestellt.

Dabei wurde die Kapelle in der Vergangenheit immer wieder mal saniert. So erhielt sie beispielsweise 1950 ein neues Chordach. Weiter vermerkt die Chronik 1962 die Eindeckung des Landhausdaches, später die Erneuerung der drei Fenster an der Wetterseite und der Kuppel. Mitte der 1980er-Jahre erfolgte die Isolierung und Verputzung des Mauerwerks sowie die Renovierung der Kreuzwegstationen und des Gemäldes über dem Türrahmen.

Der jetzige Sanierungsfall muss die Marktgemeinde allerdings nicht alleine schultern. Sie erhält unter anderem Förderungen vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben, von der Diözese Augsburg, vom Bezirk Schwaben und dem Landkreis. Zudem gelang es dem rührigen Kapellenteam Spenden lockerzumachen.

Die feierliche Wiedereröffnung der Kapelle findet am Sonntag, 23. Juni, um 18 Uhr statt. Dazu gibt es ein Pontifikalamt mit Weihbischof Florian Wörner am Vorplatz der Kapelle. Bei schlechter Witterung ist es im Zelt beim Feuerwehrhaus. Musikalisch umrahmt wird die Messe durch den Männergesangsverein Fischach/Willmatshofen, einen Kinderchor aus Tronetshofen und der Musikkapelle Siegertshofen unter der Gesamtleitung von Stephan Kremer.

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