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Schwabmünchen

19.02.2015

Mann soll Ehefrau verprügelt haben – und wird freigesprochen

Ein Mann steht vor Gericht, weil er seine Frau misshandelt haben soll. Doch weil sie plötzlich nichts mehr sagen will, wird er freigesprochen.
Bild: Alexander Kaya/Symbolbild

Ein Mann steht vor Gericht, weil er seine Frau misshandelt haben soll. Doch weil sie plötzlich nichts mehr sagen will, wird er freigesprochen.

Gerade einmal fünf Monate ist es her, da schreckte der Mann angeblich selbst vor Faustschlägen nicht zurück. Vor der Polizei hatte seine Frau Details zu Protokoll gegeben. Gewürgt soll er sie haben – mit beiden Händen, wodurch sie nur noch sehr schwer Luft bekam.

Die häuslichen Übergriffe hätten demnach in einen Tritt gegen den „Allerwertesten“ gemündet in Schläge auf Brust, Rücken und Kopf. Außerdem spuckte er ihr angeblich mitten ins Gesicht und drohte demnach, dass er sie umbringen würde.

Doch zu all diesen Vorwürfen schwiegen sich jetzt vor Gericht der Angeklagte und als Zeugin seine Angetraute beharrlich aus. Die Frau bestätigte ihre frühere Aussage nicht mehr.

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So kam es, wie es kommen musste: Freigesprochen wurde der 57-Jährige, der sich nach seinem Einspruch gegen den Strafbefehl im Prinzip wegen mehrfacher vorsätzlicher Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung verantworten musste. „Der Tatnachweis konnte nicht geführt werden, weil die Frau keine Angaben machte“, erkannte Staatsanwältin Sabine Graf.

Ähnlich äußerste sich auch die Richterin, wobei sie aber nicht verhehlen wollte, dass sie Schläge gegen Frauen generell verurteile. Der Angeklagte, so Yvonne Möller, hätte letztlich „wahnsinniges Glück“ gehabt, dass ihn seine Frau so sehr liebe und nun nichts mehr sagen will. „Somit kann das Gericht Ihnen nichts nachweisen.“ Sichtlich zufrieden wirkte der Mann, als er mit seinem Verteidiger (Rechtsanwalt Yildiz Aslan) den Gerichtssaal verließ.

Ohne Begleitung zur Polizei gegangen

Selbst auf etwaige Zeugen konnte das Gericht nicht zurückgreifen, da die malträtierte Frau an jenem 10. September des vergangenen Jahres „ohne Begleitung“ zur Polizeiinspektion in Schwabmünchen gegangen war, um Anzeige gegen ihren rabiaten Ehemann zu erstatten. Demnach sei sie von ihrer sogenannten besseren Hälfte unter anderem als „verdammtes Miststück“ und als „Hurenkind“ tituliert worden, sagte sie damals.

Laut Staatsanwaltschaft soll die 42-Jährige im Zuge der handgreiflichen Auseinandersetzung neben diversen Schürfwunden auch Prellungen erlitten haben. Doch das alles war nun vor Gericht kein Thema mehr.

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