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Geldgeschichte

09.02.2017

Die D-Mark ersetzte 1948 die Reichsmark

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Dieser Silber-Fünfer kam ab 1951 in Umlauf. Er verdrängte bald die 1948 ausgegebenen Fünf-DM-Scheine.

Die D-Mark war 53 Jahre lang Zahlungsmittel in Deutschland. Der Euro ließ viele nationale Währungen verschwinden, doch in vielen Haushalten haben die Scheine und Münzen überlebt.

Am 30. August 1924 war durch ein Bankgesetz die Reichsmark beschlossen worden. Reichsmark und Reichspfennig galten in der Weimarer Republik, in der NS-Zeit und noch drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Reichsmark blieb bis zur Währungsreform am 20. Juni 1948 Zahlungsmittel. Nur Sammlern ist geläufig, dass noch nach Kriegsende bis Anfang 1948 Münzen mit der Aufschrift „Reichspfennig“ geprägt wurden. Es war Ein-, Fünf- und Zehn-Pfennig-Kleingeld aus Zink. Der Unterschied zu den zur NS-Zeit geprägten Münzen: Das Hakenkreuz im Schwanz des Adlers fehlt! Die Umschrift lautet immer noch „Deutsches Reich“. Die Bundesrepublik Deutschland wurde erst 1949 ausgerufen.

Reichsmark und Militärmark existierten gleichzeitig

Die alten Reichsmarkscheine gingen nach Kriegsende weiterhin von Hand zu Hand. Neue wurden nach 1945 nicht mehr gedruckt. Daneben gab es die von den Alliierten Militärbehörden eingeführte Militärmark. Die vielen Millionen Scheine waren vor der Besetzung Deutschlands in Amerika und in der UdSSR gedruckt worden. Die ersten Militärmark-Noten gaben die Amerikaner am 21. Oktober 1944 in Aachen aus, in Augsburg kurz nach der Besetzung am 28. April 1945. Diese Scheine waren bis zur Währungsreform gültig.

Die Währungsreform brachte wieder Ordnung ins westdeutsche Geldwesen. Am Sonntag, 20. Juni 1948, wurde in den Westzonen die Deutsche Mark ausgegeben: pro Kopf 40 Deutsche Mark gegen 60 Reichsmark. Bei 30 Ausgabestellen bekam in Augsburg jedes Familienmitglied zwölf druckfrische Banknoten: einen Zwanziger, zwei Fünf-Mark-, drei Zwei-Mark-, zwei Eine-Mark- und vier Halbe-Mark-Scheine.

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Im August wurden die restlichen 20 D-Mark ausgezahlt. Das alte Kleingeld bis zu einer Mark galt weiterhin als Zahlungsmittel, jedoch nur mit einem Zehntel des gemünzten Wertes. Die ersten Neuprägungen nach dem DM-Standard – es waren Ein-Pfennig-Stücke – wurden im Januar 1949 ausgeliefert. Diese Münze trägt noch die Aufschrift „Bank Deutscher Länder“. Am 23. Mai 1949 trat das neue Grundgesetz in Kraft. Dies war die Gründung der „Bundesrepublik Deutschland“. Mit dieser Umschrift sind alle nach diesem Datum in Umlauf gebrachten Pfennig- und Mark-Münzen versehen.

Münzen mit Hakenkreuzen wurden aus dem Verkehr gezogen

Münzgeld war knapp, doch man wollte die alten Geldstücke mit Hakenkreuz aus dem Verkehr ziehen. Als schnell produzierbarer Ersatz wurden kleinformatige Fünf- und Zehn-Pfennig-„Banknoten“ gedruckt und ab Ende August 1948 ausgegeben. Die erste Serie Eine-DM-Münzen kam 1950 an die Bankschalter, Fünf-Mark-Scheine wurden ab 1951 durch Fünf-Mark-Münzen ergänzt. Sie wurden bis 1974 in Silber geprägt. Kleingeld aus den Anfangsjahren der D-Mark ist reichlich erhalten, Banknoten in relativ geringer Anzahl. Nur wenige Sammler verwahrten anfangs Geldscheine druckfrisch. Schließlich musste man 1948 dafür lange arbeiten: Der Durchschnitts-Stundenlohn eines Arbeiters lag Ende 1948 in Westdeutschland bei 1,13 D-Mark.

Schlagzeile in einer Extra-Ausgabe der Schwäbischen Landeszeitung am Samstag, den 19. Juni 1948: „Währungsreform für die Westzonen“.

Die „DM“ war eine in aller Welt anerkannte stabile Währung. Mit ihr begann das sogenannte deutsche Wirtschaftswunder. Die Deutsche Mark galt über 53 Jahre lang. Als bei der Wiedervereinigung Deutschlands zum 1. Juli 1990 die Währungsunion in Kraft trat, löste sie in der ehemaligen DDR die Ost-Mark ab.

Die Geburtsstunde des Euro war in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1998, als Europas Staats- und Regierungschefs die Einführung einer europäischen Währung beschlossen. Die Umstellung von der Mark zum Euro begann am 1. Januar 1999 im Börsenhandel. Seit 1. Januar 2002 sind Euro und Cent offiziell Barzahlungsmittel. Die Ära der Mark ist in Deutschland jedoch noch nicht völlig zu Ende: DM-Scheine und Münzen aus der DM-Ära haben ihren Wert bislang nicht verloren. Sie können nach wie vor gegen Euro getauscht werden. Der Umrechnungskurs: Ein Euro entspricht 1,95583 Deutschen Mark.

Ende 2016 fehlten der Deutschen Bundesbank noch 12,73 Milliarden D-Mark im Gegenwert von 6,51 Milliarden Euro in Scheinen und Münzen. Allein rund 70 Millionen 10-Mark-Scheine wurden noch nicht getauscht. Zahlenmäßig am stärksten sind die Verluste bei Ein-Pfennig-Stücken. Bislang landeten nur etwa 46 Prozent der zwei Gramm schweren Kleinstmünze wieder bei der Deutschen Bundesbank, die sie zum Einschmelzen weitergibt.

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