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Bundesliga-Vorschau
19.07.2021

Zurück in der ersten Liga: Das Ziel von Greuther Fürth heißt Klassenerhalt

Branimir Hrgota und Havard Nielsen sind die wichtigsten Spieler im Fürther Angriff.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Vor Saisonstart stellen wir alle Bundesligaklubs und ihre Aussichten vor. Den Anfang macht Greuther Fürth. Der Aufsteiger ist der größte Außenseiter der Liga.

Nach einem einjährigen Intermezzo in der Saison 2012/2013 kehrt der Spitzenreiter der ewigen Tabelle der zweiten Liga nach neun Jahren in die Bundesliga zurück. Als Architekten des Erfolgs gelten Trainer Stefan Leitl und der ehemalige Fürther Profi und jetzige Geschäftsführer Sport, Rachid Azzouzi. Das Ziel kann wie schon beim letzten Abstecher in die Bundesliga nur Klassenerhalt heißen.

Welche Philosophie prägt den Kader von Greuther Fürth?

Stand jetzt hat die Spvgg Greuther Fürth die wenigsten Legionäre (acht), den geringsten Marktwert aller Bundesligisten (24,7 Millionen Euro) und nach dem VfB Stuttgart auch den zweitjüngsten Kader. „Wir hatten letzte Saison schon den jüngsten Kader, haben die meisten jungen Spieler eingesetzt“, relativiert Azzouzi, der bisher nur eigene Nachwuchsspieler, Leihspieler oder ablösefreie Spieler neu verpflichtet hat. „Das ist unser Weg in Fürth. Wir wollen mit jungen, hungrigen Spielern arbeiten, die bei uns ihre Entwicklung vorantreiben möchten,“ betont Azzouzi. Bestes Beispiel ist David Raum. Das Fürther Eigengewächs absolvierte im Aufstiegsjahr alle 34 Spiele, bereitete als Außenverteidiger 15 Tore vor und hat sich damit für höhere Aufgaben empfohlen. Raum wechselte ablösefrei nach Hoffenheim.

Auf wen gilt es im aktuellen Kader zu achten?

Im aktuellen Kader könnten Mittelfeldspieler Anton Stach, der mit der deutschen U-21-Nationalmannschaft im Sommer Europameister wurde, oder Stürmer Dickson Abiama, der als Joker in der zweiten Liga bereits für viel Wirbel sorgte, eine Entwicklung wie das Fürther Eigengewächs Raum nehmen. Die Geschichte Abiamas klingt wie ein Fußballmärchen. Vor drei Jahren spielte der gebürtige Nigerianer noch in der Kreisliga, über die Landes- und Bayernliga schaffte er den Sprung in den Fürther Kader und jetzt in die Bundesliga. Spannendster Neuzugang ist bisher der von Hertha BSC ausgeliehene Jessic Ngankam. Trainer Stefan Leitl meint zum Neuen: „Er ist ein hochtalentierter Stürmer.“ Allerdings verletzte er sich zwischenzeitlich am Knie (Kreuzband und Meniskus) und musste operiert werden.

Wer steht hinter dem Erfolg von Greuther Fürth?

Im Prinzip gibt es zwei Erfolgsgaranten. Seit Rachid Azzouzi, der selbst 156 Mal für die Grün-Weißen auf dem Feld stand, zurück ist am Ronhof, geht es wieder bergauf. Nach dem Bundesliga-Abstieg kämpften die Fürther auch in der zweiten Liga immer mal wieder um den Klassenerhalt. Mit der Ankunft des neuen Sportdirektors 2017 begann eine positive Entwicklung: Platz 15, Platz 13, Platz neun und jetzt Platz zwei. Und Azzouzi war es auch, der Anfang F2019 mit Trainer Stefan Leitl den zweiten Akteur des Aufstiegs der Kleeblätter verpflichtete. „Wir könnten uns keinen passenderen Trainer für unsere Spielvereinigung vorstellen“, betonte Azzouzi bereits bei Leitls Vertragsverlängerung im November.

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Wie spielen die Fürther?

Häufig ließ Leitl sein Team defensiv in einer Viererkette agieren, davor setzte er auf eine Raute im Mittelfeld hinter zwei Stürmern. Diese Formation erlaubte es Außenverteidiger David Raum seine Rolle sehr offensiv zu interpretieren. Auch deshalb führte Raum die zweite Liga bei den geschlagenen Flanken die Statistik an. Im offensiven Mittelfeld konnte außerdem Sebastian Ernst oft seine Torgefahr ausspielen. Beide waren Schlüsselspieler, beide müssen jetzt ersetzt werden, wie auch Paul Jäckel. Der U-21-Nationalspieler der ebenfalls häufig Teil der Mittelfeldraute war, wechselte im Sommer zu Union Berlin.

Was macht Hoffnung auf den Klassenerhalt von Greuther Fürth?

Branimir Hrgota und Havard Nielsen bleiben in Fürth. Mit 16 Treffern und neun Torvorlagen war Hrgota der gefährlichste Stürmer der Franken. Der 28-Jährige Schwede mit kroatischen Wurzeln hatte wohl auch andere Angebote, unterschrieb jetzt aber einen Vertrag bis 2024 bei den Fürthern. Der Norweger Nielsen kam neben Hrgota auf elf Tore und sechs Assists und verlängerte seinen Vertrag ebenfalls. Außerdem gibt es im Frankenland immer wieder Gerüchte um weitere Verstärkungen. Angeblich sind die Fürther an einer Leihe des aufstrebenden Mittelfeld-Talents Adrian Fein interessiert.

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