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23.11.2017

Kein Dahlmeier-Ersatz in Sicht

Biathlon Der Ausfall der Weltmeisterin könnte die Chance für andere Athletinnen sein. Noch drängt sich aber keine auf

Leipzig Mit Biathlon verbanden viele jahrelang vor allem Magdalena Neuner, jetzt heißt Deutschlands Star Laura Dahlmeier. Doch die Ausnahme-Skijägerin hat mit ihren geschichtsträchtigen Siegen in der Vorsaison auch einiges bei den erfolgsverwöhnten Damen kaschiert. Neben den fünf WM-Titeln holte die 24-Jährige auch den Gesamtweltcup. Den Saisonstart in den Olympia-Winter verpasst die Partenkirchnerin aber an diesem Sonntag wegen einer Erkältung.

Wenn es Erfolge bei den deutschen Damen in der Vorsaison gab, dann war Dahlmeier beteiligt. Nicht nur deshalb erhöhte Bundestrainer Gerald Hönig den Druck auf sein Team. „Wir haben uns durch Lauras Erfolge nicht den Blick für die Probleme verschleiern lassen. Da sind andere Teams breiter aufgestellt“, sagte Hönig vor dem Saisonauftakt im schwedischen Östersund.

Für Hönig ist klar: Er brauche eine zweite, dritte Athletin, „die das Podest absichern kann. Wir können uns nicht immer darauf verlassen, dass Laura durchkommt und das Ergebnis sich etwas schöner darstellt“, sagte der 59-Jährige. Nur Nadine Horchler hatte es im vergangenen Winter bei ihrem Antholz-Sieg auf das Podium geschafft. Die Staffel-Weltmeisterinnen Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Maren Hammerschmidt gingen bei ihren Einzelstarts leer aus. Die hochtalentierte Franziska Preuß hatte nach gesundheitlichen Rückschlägen die WM verpasst und die Saison beendet.

Nach dem Rückschlag war die 23-Jährige bis zum Trainingsbeginn im Mai richtig down, wie Hönig berichtete. Doch Heimtrainer Tobias Reiter brachte sie wieder zurück auf den richtigen Weg. „Sie ist wieder auf einem richtig guten Weg“, sagte Hönig. Auch Ex-Langläuferin Denise Herrmann traut er im zweiten Biathlon-Winter einiges zu. Sogar die Olympia-Teilnahme.

Ähnlich geht es seinem Herren-Kollegen Mark Kirchner. Zwar hat er in den beiden Weltmeistern Simon Schempp und Benedikt Doll sowie den ebenfalls schon mit Einzeltiteln dekorierten Arnd Peiffer und Erik Lesser ein starkes Quartett. Aber nach den Rücktritten von Andreas Birnbacher und Daniel Böhm rückte noch keiner nach.

Dennoch gehen er und Hönig gelassen in den Olympia-Winter. Beide erwarten beim Saisonauftakt noch keine Top-Leistungen, sehen die Rennen als Standortbestimmung. (dpa)

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