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Eintracht Frankfurt

19.05.2016

Marco-Russ: Tumor beim Dopingtest entdeckt – wie kann das sein?

ARCHIV - Fußball: Bundesliga, Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt, 30. Spieltag am 16.04.2016 in der BayArena, Leverkusen Nordrhein-Westfalen. Der Frankfurter Marco Russ sitzt nach der Niederlage auf einem Ball. Foto: Federico Gambarini/dpa zu dpa "Drama um Frankfurt-Kapitän Russ: Tumor bei Dopingprobe entdeckt" vom 19.05.2016 +++c dpa - Bildfunk+++
Bild: Federico Gambarini

Eher zufällig wurde bei Marco Russ ein Tumor entdeckt. Aber wie kann es sein, dass man aufgrund eines Dopingtestests auf einen Tumor schließen kann?

Bei Marco Russ wurden im Rahmen einer Dopingkontrolle erhöhte Werte des Hormons Humanes Choriongonadotropin (HCG) gefunden. Generell sei es bei Dopingkontrollen der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) schon häufiger vorgekommen, dass auffällige Werte von Hormonen oder anderen Stoffen festgestellt wurden. Diese hätten sich dann tatsächlich bei einer weiterführenden Untersuchung als Vorboten von Krankheiten herausgestellt, sagte NADA-Sprecherin Eva Bunthoff. Genauere Angaben zu den einzelnen Fällen könnten jedoch nicht gemacht werden.

Zu den Substanzen, bei denen eine Krankheit nicht ausgeschlossen werden kann, gehört HCG. Darauf muss die NADA den betroffenen Sportler gemäß den Richtlinien der Welt-Doping-Agentur WADA hinweisen, wenn hohe Werte festgestellt werden. Dazu werden die Urin- und Blutproben untersucht. Wenn sich der Verdacht einer Krankheit erhärtet, folgen Ultraschall-Untersuchung und Computertomographie, um das genaue Krankheitsbild zu bestimmen.

Männer produzieren normalerweise kaum HCG

HCG ist ein Hormon, das Frauen während der Schwangerschaft in großen Mengen bilden. Der männliche Körper produziert HCG hingegen fast gar nicht. Wird das Hormon aber aus pharmazeutischer Produktion dem Körper zugeführt, kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung des Hormons Testosteron. Dadurch wirkt HCG leistungssteigernd und ist deswegen als Dopingsubstanz für Männer verboten. Das gilt nicht für Frauen.

Gleichzeitig gehört HCG zu den sogenannten Tumormarkern. Denn das Hormon wird bei bestimmten Krebserkrankungen verstärkt gebildet – auch bei Männern. Anhand der Blut- und Urinanalysen im Labor können Spezialisten im Labor den HCG-Wert bestimmen. Findet sich HCG bei Männern, kann dies auf einen Keimzelltumor in den Hoden hindeuten. Aber auch verschiedene andere Krebsarten können dafür die Ursache sein. gig, dpa

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