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Darts

24.02.2018

Partysport

In Berlin wurde die Erde kurzzeitig zur Scheibe.
Bild: dpa

Das erste große Turnier gerät zum ausgelassenen Kostümfest

Bierdunst liegt in der Luft. Verkleidete Menschen mit Perücken und angeklebten Bärten prosten sich zu. Sie johlen Lieder von Mickie Krause und den Toten Hosen. Elvis, Batman oder Schneewittchens sieben Zwerge bevölkern die Ränge und den Innenraum von Berlins Arena am Ostbahnhof. Diese Kostüm-Party ist kein Junggesellen-Abschied, das ist die erste Premier-League-Nacht der Darts-Profis in Deutschland überhaupt.

12000 Besucher sorgen in der ausverkauften Halle für einen Zuschauerrekord bei der wichtigsten Darts-Veranstaltung nach der WM. Die Elite der Pfeilewerfer wie Weltmeister Rob Cross, die aktuelle Nummer eins Michael van Gerwen oder Publikums-Liebling Peter „Snakebite“ Wright sind in die deutsche Hauptstadt gekommen. Vom deutschen Publikum sind die Darts-Stars begeistert. „Als ich auf die Bühne gekommen bin, hatte ich eine Gänsehaut, es wurde immer lauter und lauter“, sagt der Engländer Michael Smith, der sich durch einen 7:3-Sieg gegen Simon Whitlock aus Australien an die Spitze der Tabelle setzt.

Weltmeister Cross, der nach zwei Niederlagen in den Vorwochen zuletzt in Newcastle und nun in Berlin zwei Siege einfuhr, lobt die deutschen Fans für ihre Fairness: „Das ist fantastisch. In England ist das nicht immer so.“ Auf der britischen Insel ist der Profidartssport seit jeher eine große Nummer. In Deutschland hat sich durch die TV-Übertragungen der WM in London in den vergangenen Jahren ein Hype entwickelt. „Der Markt in Deutschland explodiert. Wir wären verrückt, wenn wir das nicht machen würden“, erklärt Barry Hearn, Chef der PDC (Professional Darts Corporation) die Entscheidung, einen Spieltag hier stattfinden zu lassen.

Das deutsche Publikum liebt seine Helden. Diese kommen oft aus einfachen Verhältnissen, auch wenn sie jetzt mit ihrem Sport hohe Summen verdienen. Der Sieger der Premier League etwa streicht ein Preisgeld von 250000 Pfund ein. Wenn die Spieler in die Arena einlaufen, klatschen die Fans sie ab. Wie beim Boxen ertönt laute Einmarschmusik aus den Boxen, es sprühen Funken und Cheerleader tanzen auf der Bühne. Mit dabei auch: Star-Schiedsrichter Russ Bray. Er ist der bekannteste „Caller“ des Dartsports und zählt auch in Berlin mit seiner markanten, rauchigen Stimme den Punktestand. Wenn ein Spieler mit drei Würfen die Höchstpunktzahl von 180 erzielt, tönt sein legendäres, lang gezogenes „Onehundredeighty“ durch die Halle. (dpa)

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