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Radsport
06.08.2020

Mehrere Knochenbrüche im Gesicht: Der Radsport bangt um Fabio Jakobsen

Stürzte bei der Polen-Rundfahrt schwer: Fabio Jakobsen (l).
Foto: Tomasz Markowski/AP/dpa

Der schwere Sturz des Niederländers Fabio Jakobsen überschattet die Polen-Rundfahrt. Sowohl am Rennveranstalter als auch am Sturzverursacher flammt Kritik auf.

Nach dem schweren Sturz auf der erste Etappe der Polen-Rundfahrt bangt die Radsportwelt um die Gesundheit des Niederländers Fabio Jakobsen.

Der Zustand sei "sehr schlimm. Wir beten weiter, dass er überlebt", sagte Patrick Lefevere, Teamchef von Jakobsens belgischem Rennstalls Deceuninck-Quick Step, im belgischen Radio, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete. "Alle Knochen in seinem Gesicht sind gebrochen", berichtete Lefevere, nachdem der niederländische Straßenmeister zuvor fünf Stunden operiert worden war.

Jakobsen war im Zielsprint der ersten Etappe bei hoher Geschwindigkeit direkt in die Absperrgitter gekracht und reglos liegengeblieben. Der 23-Jährige war von seinem Landsmann Dylan Groenewegen abgedrängt worden. "Nachdem wir den Sturz gesehen haben, haben wir das Schlimmste befürchtet, aber jetzt wissen wir, dass die Situation ernst, aber stabil ist", wurde Renndirektor Czeslaw Lang nach einem Besuch im Krankenhaus in einer Mitteilung der Organisatoren zitiert. "Nachdem ich mit dem Krankenhausdirektor gesprochen habe, bin ich etwas erleichtert."

Jakobsens Teamchef hatte eine Gefängnisstrafe für Groenewegen gefordert

Lefevere hatte am Abend zuvor gesagt, dass Groenewegen eine Gefängnisstrafe verdiene. Diese Worte bedauere er nicht, sagte Lefevere und erklärte: "Wir werden Schritte unternehmen, um bei der UCI und der Polizei Anzeige zu erstatten." Der Radsportweltverband UCI teilte bereits mit, dass man den Fall an die Disziplinarkommission weitergeleitet habe, um Sanktionen gegen Groenewegen zu beantragen.

Heftige Kritik an den Veranstaltern der fünftägigen WorldTour- Rundfahrt übte Radprofi Simon Geschke. "Jedes Jahr derselbe dumme Bergab-Sprint bei der Polen-Rundfahrt. Jedes Jahr frage ich mich, warum die Organisatoren denken, das sei eine gute Idee", schrieb der 34 Jahre alte gebürtige Berliner auf Twitter. "Massensprints sind gefährlich genug, man braucht kein Bergab-Finale mit 80 km/h", ergänzte der Tour-de-France-Etappensieger von 2015.

Der bei dem Unfall ebenfalls schwer am Kopf verletzte Mitarbeiter sei wieder bei Bewusstsein und ebenfalls in einem "stabilen Zustand", wie die Renn-Organisatoren mitteilten. (dpa)

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