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Mayweather vs. Pacquiao

28.04.2015

Sehen wir am Samstag wirklich den "Kampf des Jahrhunderts"?

Floyd Mayweather (l) und Manny Pacquiao (r) messen sich am Samstag im "Kampf des Jahrhunderts".
Bild: Jonathan Alcorn, dpa

Floyd Mayweather und Manny Pacquiao treten am Samstag zum viel betitelten "Kampf des Jahrhunderts" an. Dabei fällt es schwer, diese Ankündigung ernst zu nehmen.

Was gibt es Schöneres als zwei Männer, die Fäuste für sich sprechen lassen? Wenig bis nichts. Weil es uns aber soziale Konventionen verbieten, voller Anteilnahme und ohne aktives Eingreifen eine zünftige Bierzeltschlägerei zu verfolgen, kommt es viel zu selten zu diesem Vergnügen.

Bevor das erste Nasenbein zerbirst oder sich ein Lacherl Blut am Boden sammelt, unterbindet meist ein (selbst ernannter) Kampfrichter die Hauerei.

Wie gut, dass es das Profiboxen gibt. Der Kampfrichter beendet dort den Fight erst, wenn sich einer der Kontrahenten gleich einem Käfer zehn Sekunden rücklings im Ring windet. Oder aber beide Boxer nach zwölf Runden immer noch aufrecht stehen.

Tickets für Kampf in Las Vegas kosten mindestens 1000 Dollar

So ein Schauspiel ist dem geneigten Zuschauer dann auch ein wenig Geld wert. Oder auch ein wenig mehr. Mindestens 1000 Dollar muss zahlen, wer in der Nacht auf Sonntag in Las Vegas den Kampf zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao verfolgen will. Mayweather? Pacquiao? Nie gehört? Im Land der Maskes, Hucks und Sturms kennt man genau zwei ausländische Boxer: Wladimir und Vitali.

Auch deswegen fällt es schwer, die großspurige Ankündigung des „Kampf des Jahrhunderts“ ernst zu nehmen. So werben die Promoter sowie Pay-TV-Sender Sky, der den Kampf in Deutschland überträgt.

Mit einer massiven Ansage wie „Kampf des Jahrhunderts“ ist es aber auch so eine Sache. Dem einen ist es im Jahr 2015 schlicht zu früh, schon ein letztinstanzliches Urteil zu fällen. Für andere bleibt auf ewig der Fight des Jahrhunderts, als sie in der sechsten Klasse den baumlangen Schlacks aus der 7a auf dem Pausenhof vermöbelten.

Mayweather und Pacquiao sind den Schulschlägereien entwachsen. Sie boxen nicht mehr, wenn kein Geld fließt. Für den kommenden Kampf kassieren sie jeweils über 100 Millionen Dollar.

Dafür würden auch viele andere ihr Gesicht in eine Gerade halten. Für einen der beiden Boxer wird es das Jahrhundert-Schmerzensgeld sein.

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