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09.02.2018

Wenn der Norden den Süden besucht

Beobachtet von einem großen Medienaufgebot reiste die Delegation aus Nordkorea zu den Winterspielen nach Südkorea.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Olympia-Mannschaft des verfeindeten Nachbarn kommt in Gangneung an

Während Nordkorea mit einer Militärparade in der Hauptstadt Pjöngjang seine Muskeln spielen lässt, sendet es zugleich Friedenssignale zu den Olympischen Winterspielen. Bei einer stimmungsvollen Zeremonie und unter großem Medienandrang wurde die nordkoreanische Olympia-Mannschaft am Donnerstag im Athletendorf in der östlichen Küstenstadt Gangneung offiziell begrüßt. „Es ist wirklich schön, hier alle als eine Einheit zu sehen“, sagte der Chef der Mission der Mannschaft und stellvertretende Sportminister des Landes, Won Gil Woo.

Kurz nach 11 Uhr Ortszeit wurde bei strahlend blauem Himmel und milderen Temperaturen die Nationalflagge gehisst und die Nationalhymne Nordkoreas abgespielt. Beides ist in Südkorea normalerweise verboten. Zwar leben etwa 30000 Flüchtlinge aus dem weithin isolierten Norden in Südkorea, doch der öffentliche Auftritt von Besuchern aus dem Nachbarland ist etwas Besonderes. Auch dauerte die Feier bei weitem länger als sonst bei solchen Begrüßungszeremonien für die Nationalteams üblich. Zum Programm gehörten traditionelle koreanische Musik und der Auftritt einer Boygroup. Wie alle anderen Athleten erhielten die Nordkoreaner landestypische Gesichtsmasken geschenkt.

Danach spielte eine nordkoreanische Frauen-Marschkapelle. Die Musikerinnen sind Mitglieder einer Gruppe von mehr als 200 Cheerleadern, die mit dem Schiff nach Südkorea angereist waren und während der Wettkämpfe mit nordkoreanischer Beteiligung für Stimmung sorgen sollen.

Bei der Eröffnungsfeier am Freitag, sowie der Schlusszeremonie, wollen Nord- und Südkoreaner hinter einer neutralen Vereinigungsflagge zusammen ins Stadion einlaufen. Zum ersten Mal spielt mit dem Team Korea im Eishockey-Turnier der Frauen auch eine gesamtkoreanische Mannschaft bei Olympia. Bei der Feier in Gangneung war ein Großteil der nordkoreanischen Sport-Delegation von 46 Mitgliedern einschließlich der 22 Athleten und Athletinnen dabei.

Die Teilnahme Nordkoreas war erst vor kurzem dank einer politischen Annäherung an Südkorea und der Vermittlung des Internationalen Olympischen Komitees zustande gekommen. (dpa)

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