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Dachstuhl

03.07.2019

Jetzt wird es ernst mit der Kirchensanierung

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Immer wieder imposant – das mächtige Dachgebälk in den Kirchen. Im Falle Osterbuch allerdings ist es marode. Über die Sanierungsmaßnahmen unterhalten sich (von links) Bürgermeister Johann Gebele, Ingenieur Georg Hienle, Landtagsabgeordneter Georg Winter und Kirchenpfleger Friedrich Dirr.

Die Osterbucher planen schon lange die Renovierung von Sankt Michael. Im ersten Bauabschnitt wird nun im Herbst das Gebälk ausgebessert. Was die Kirchengemeinde trotzdem feiern kann

Schön steht sie da, ganz hinten im Dörflein – die Michaelskirche in Osterbuch, ein stattliches Gotteshaus für einen so kleinen Ort. 250 Jahre wird sie alt, und dass sie noch weitere Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte bestehen kann, dafür muss etwas getan werden. Kirchenpfleger Friedrich Dirr schaut schon lange mit Sorge auf marode Balken, auf bröselnden Außenputz, und auch der Innenraum strahlt nicht mehr, sondern vergraut zusehends. Deshalb werden nun Nägel mit Köpfen gemacht – im Herbst soll die Sanierung beginnen.

Schon seit 2015 laufen die Vorbereitungen, am Montag nun trafen sich Bauherren, Ingenieure, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Georg Winter zur Lagebesprechung. Der Abgeordnete war in seiner Funktion als einer der Stellvertreter des Vorstands der Bayerischen Landesstiftung gekommen, die die Instandsetzung von bedeutenden Bau- und Kunstdenkmälern fördert. Da der Schwerpunkt auf dem Denkmalschutz liegt, kann nur ein Teil des denkmalpflegerischen Aufwands gefördert werden, berichtete Winter. Ein entsprechender Antrag, den die Kirchenverwaltung gestellt hat, wird von der Stiftung deshalb voraussichtlich in Höhe von neun Prozent der Kosten unterstützt. Die Entscheidung darüber fällt in einer Stiftungssitzung am 10. Juli. Winter sagte zu, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, gab aber zu bedenken, dass ja nur ein Teil der Gesamtsanierung für den Denkmalschutz aufgewendet wird, der größere Teil seien normale Instandsetzungsarbeiten.

Das bedeutet für die Kirchenverwaltung, dass sie bei geschätzten Gesamtkosten von 566000 Euro im ersten Bauabschnitt noch weitere Geldgeber braucht, vieles aus kirchlichen Mitteln finanzieren muss, aber auch auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen ist. Wichtig ist für Kirchenpfleger Dirr dennoch, dass es jetzt mal losgehen kann und Land in Sicht ist. Denn die Kirche wurde letztmals vor 30 Jahren saniert, und damals nicht grundlegend.

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So zeigt sich nun, dass Arbeiten am Dachstuhl nicht weiter aufgeschoben werden können. Zur Begutachtung kletterten alle Beteiligten über steile Holzstufen hinauf ins Reich der Fledermäuse. Zwölf der geschützten Tiere wurden dort oben gezählt – für Planer Georg Hienle vom gleichnamigen Ingenieurbüro ein Grund, vorsichtig vorzugehen. „Wenn man bedenkt, dass eine Fledermaus im Jahr nur ein Junges großzieht, dann muss man schon darauf achten“, nimmt Hienle den Artenschutz ernst. Eine Biologin hat den Bauherren geraten die Arbeiten am Dachstuhl mit Rücksicht auf die Tiere zwischen Oktober und März durchzuführen, die Regierung erteilte dazu die Erlaubnis. Georg Hienle ist zuversichtlich, dass es ab Herbst voran geht, verschiedene Ausschreibungen für die Bauarbeiten habe das Büro schon erfolgreich vorgenommen. Im Herbst soll das gesamte Kirchenschiff eingerüstet werden, im Innenraum ein Schutzgerüst zur Sicherung der Arbeiten im Dchraum installiert werden. Gottedienste sind während dieser Zeit in eingeschränktem Umfang möglich, denkt Hienle. Zwischen den Bankreihen werden zum teil Gerüstpfeiler stehen. Zuerst wird das Dach abgedeckt und die Gewölbe von Schutt befreit. Teilweise müssen Gesimse und Mauerwerk erneuert werden. Anschließend wird der Dachstuhl saniert. Beider Begehung warne die Schäden offensichtlich. Georg Winter griff in einen Balken, dessen Holz zersplittert und zerbröselt in seinen Händen lag. Auch droht das Dach, sich nach außen zu rutschen – durch entsprechende Zimmermannsarbeiten sollen die Balken gesichert werden. Später wird das Kirchenschiff neu eingedeckt, Blitzschutz und Dachrinnen werden, soweit erforderlich, erneuert. Die Fertigstellung dieses ersten Bauabschnitts ist für das Frühjahr 2020 vorgesehen.

Was Kirchenpfleger Dirr bei diesem Zeitplan besonders freut ist dientatsache, dass das Patrozinium und Kirchenjubiläum – 250 Jahre – vor Beginn der Bauarbeiten noch uneingeschränkt am 29. September gefeiert werden können. Der eigentliche Weihetag für die Kirche war der 19. Oktober 1769, vorher hatte es Vorgängerbauten gegeben, die sich jedoch auf dem Areal des Friedhofs befanden, wie Dirr berichtet. Wann die Renovierung des Innenraums der Kirche im zweiten Bauabschnitt beginnt, kann Dirr noch nicht sagen. Vorarbeiten hierfür gibt es schon. Wer im Kirchenschiff rechts nach oben schaut, der sieht an der Wölbung Farbmuster, die aufgetragen wurden. Diese lassen erkennen, wie sehr der Innenraum im Laufe der Zeit vergraut ist. „Vielleicht können wir die Arbeiten gleich 2021 anschließen“, hofft Dirr, sicher aber ist er nicht.

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