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Region Wertingen

24.05.2015

Wasserdichte Hochzeit

Vor dem Ja-Wort an den Baggersee: Katharina und Jürgen Hurler aus Wertingen trauten sich trotz Matschgefahr.

Roter Teppich, Baggersee, Industriewerk, Schnapszahl: Wer heiratet, sucht das Außergewöhnliche.

Die Zahl der Eheschließungen schnellt grundsätzlich nach oben, wenn ein besonderes Datum ansteht. Der 8.8.88 oder 9.9.99 waren solche Tage. Und auch vor einer Woche gab es am 15.5.15 so viele Trauungen wie sonst das ganze Jahr über nicht. Im Wertinger Rathaus verzeichneten die Standesbeamten insgesamt fünf Trauungen. „Das ist viel für einen Tag“, bestätigt Caroline Klein. Die einen erhoffen sich Glück von der außergewöhnlichen Zahlenkombination, für die anderen ist sie einfach eine Gedächtnisstütze, vermutet die 33-Jährige. Wie originell der Hochzeitsantrag jeweils war, weiß die junge Standesbeamtin allerdings nicht. Sie beschränkt sich auf Papiere und Dokumente, die für das Ja-Wort nötig sind, darunter Wohnsitz, Geburtsurkunde, Personalausweis. Wenn sich Liebende an den Hochzeitsanträgen, die durchs Internet geistern, orientieren, könnten sie vor unlösbaren Aufgaben stehen: Ein Flug mit dem Helikopter oder ein Transparent am Himmel ist nicht nur sehr teuer, sondern bedarf einiger behördlicher Genehmigungen.

Die einfache Variante wählte dagegen Katharina Hurler vor einem halben Jahr für ihre Hochzeitsbilder: Ausgerüstet mit Schirmen und Gummistiefeln ging es vor dem Ja-Wort zu einem Baggersee ins Donauried. Während die Floristin das Fotoalbum durchblättert, muss sie immer wieder schmunzeln, denn die Schlammspuren am weißen Kleid sind auf den Aufnahmen nicht zu sehen. Sie bleiben trotzdem in Erinnerung. Das Risiko, mit der künftigen Schwiegermutter der Braut Ärger zu bekommen, geht Christian Ziegler, seit 44 Jahren Fotograf, lieber nicht ein. Hinter dem Geschäftshaus in der Badgasse hat er deshalb ein grünes Fotostudio eingerichtet, einen märchenhafter Garten mit verwunschenen Ecken und Nischen, Weiher, historisch anmutendem Mauerbogen, mit Amphoren, Farnen und einer Steinbank. Für Sohn Jonas, der ebenfalls die Fotografie zu seinem Beruf gemacht hat, sind moderne Industriebauten, Abbruchhäuser oder Werkshallen ebenfalls interessante Örtlichkeiten. Doch nicht für jedes Brautpaar. Ziegler: „Die Wahl des Hintergrundes ist eine individuelle Entscheidung und muss auf die Menschen zugeschnitten sein.“ Mitten im Gestänge eines Hochregallagers in Geratshofen ließen sich Anina und Andy Hirn ablichten, eine Entscheidung, die beide nicht bereut haben.

Wer in maurischem Ambiente heiraten will, kann das zum Beispiel in der Synagoge in Binswangen tun. Die wunderschöne Architektur lädt geradezu ein, sich hier das Ja-Wort zu geben. Und auch der Gang über den roten Teppich im Trauungszimmer des alten Amtsgerichts in Wertingen bleibt sicher unvergessen.

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