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Modekette
03.05.2017

So baut Wöhrl um

Christian Greiner

Warum der neue Chef keine Luxus-Tempel haben will

Der neue Chef der Modehauskette Wöhrl, Christian Greiner, setzt bei der Sanierung des Traditionshauses auf eine Rückbesinnung aufs Kerngeschäft. Der Fokus werde vor allem auf Kunden, Service und Ware und weniger auf E-Commerce liegen, sagte Greiner am Dienstag bei der Vorstellung seiner Strategie in Nürnberg. Wöhrl sei ein in Franken verankertes Unternehmen, das für jeden Kunden nahbar sein wolle. Aus den Filialen werde er keine Luxustempel machen, in denen sich Kunden nicht wiederfänden.

„Wir wollen keine gekünstelte Schickimicki-Welt zeigen, sondern sehr bodenständig sein“, ergänzte Greiner. Zudem plant der neue Chef spezielle Schulungsprogramme für das Personal, um die Kundenberatung zu verbessern. Greiner trägt bereits Verantwortung als Vorstand des Münchner Kaufhauses Ludwig Beck AG und des Herrenbekleiders Wormland, der zu Beck gehört. Eine übermäßige Belastung sieht der neue Wöhrl-Chef nicht. Vielmehr würden durch seine verschiedenen Aufgaben Synergieeffekte frei, die Wöhrl zugutekommen könnten, sagte Greiner. Zudem setze er auf Ratschläge seines Vaters Hans Rudolf. Der frühere Wöhrl-Chef hatte sich 2002 aus dem Unternehmen zurückgezogen. Auch künftig werde er keine offizielle Funktion bei der Modehauskette innehaben, betonte Wöhrl. Im September 2016 hatte das Unternehmen Insolvenz beantragt. Anfang Januar sprachen sich die Gläubiger für Greiner – einem Enkel von Firmengründer Rudolf Wöhrl – als Eigentümer aus, am vergangenen Mittwoch stimmten sie dessen Sanierungsplänen zu. Hinter der Modekette liegt ein turbulentes Insolvenzverfahren. Mitte April machte die Gewerkschaft Verdi mit einem Streik für Tariflöhne für die Beschäftigten Druck. Greiner erklärte, das Gros der Mitarbeiter wolle das gar nicht, weil sie über Leistungsprämien weiter über Tarif bezahlt würden. Wöhrl ist in der Region in Augsburg und Ulm vertreten. Über die Zukunft der einzelnen Häuser machte Greiner bei der Pressekonferenz keine Angaben. (dpa)

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