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Diesel-Skandal

15.07.2018

Opel muss sich in der Abgas-Affäre erklären

Auch bei Opel sollen Abgaswerte manipuliert worden sein. Zwei Wochen habe der Konzern nun Zeit, sich zu äußern, so ein Bericht.
Bild: Andreas Arnold, dpa (Symbolbild)

Behörden prüfen laufend die Funktionsweise der Abgasreinigung - und haben nun zu drei Opel-Modellen Fragen. Jetzt liegt der Ball bei Opel.

Im Diesel-Skandal um Manipulationen bei der Abgasreinigung rückt Opel stärker in den Fokus der Behörden. Der Autobauer muss sich innerhalb der nächsten Tage zur Funktionsweise einer Abschalteinrichtung in verschiedenen Modellen äußern. Betroffen sind einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge rund 60.000 Insignia, Zafira und Cascada. Das Bundesverkehrsministerium bestätigte "eine amtliche Anhörung gegen Opel" wegen drei Fahrzeugmodellen.

Abgas-Affäre: Hat auch Opel Diesel-Autos manipuliert?

"Vor dem Ergebnis dieser Anhörung kann zur Unzulässigkeit der Abschalteinrichtung noch nichts abschließend gesagt werden", hatte ein Ministeriumssprecher am Freitagabend gesagt. Abschalteinrichtungen dienen dazu, die Abgasreinigung herunterzuregeln. 

Autobauer begründen das mit dem Motorschutz etwa bei Kälte oder Hitze. Bei vielen Modellen gibt es aber Zweifel daran, ob dies wirklich notwendig ist. Wenn die Abgasreinigung nicht richtig arbeitet, stoßen die Diesel mehr gesundheitsschädliche Stickoxide aus. Da die Luft-Grenzwerte in vielen Städten überschritten sind, drohen Fahrverbote für Dieselautos. In Hamburg gibt es schon Einschränkungen, in Stuttgart sollen sie ab 2019 kommen.

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Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat dem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge Opel in den vergangenen Tagen zu einer Stellungnahme innerhalb von zwei Wochen aufgefordert. Ein Opel-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Das Unternehmen teilte am Freitagabend lediglich mit: "Opel liegt kein Bescheid des KBA vor. Offene Verfahren, die vor mehr als zwei Jahren begonnen haben, können wir nicht kommentieren."

Kraftfahrtbundesamt fordert Nachbesserungen bei 90.000 Opel

Im Kern geht es bei dem Verfahren um die Frage, wie wirksam die Abgasreinigung bei bestimmten Fahrzeugen ist, in welchen Bereichen diese voll zum Einsatz kommt und ob sie damit zulässig ist. Bei Fahrzeugen mit auffälligen Abgaswerten hatte das KBA 2016 Nachbesserungen verordnet. Betroffen waren insgesamt 630.000 Autos verschiedener Hersteller, davon 90.000 von Opel. Dabei handelt es sich nach Angaben des Unternehmens um Fahrzeuge der Modelle Zafira Tourer, Insignia und Cascada, die bis Sommer 2016 produziert wurden. 

Die freiwillige Umrüstung läuft noch. Eine Zahl der mittlerweile umgerüsteten Fahrzeuge nennt Opel nicht. Die neue Software zur Abgasreinigung, die seit Sommer 2016 verwendet werde, sei deutlich effektiver und senke den Ausstoß von Stickoxiden (NOx) deutlich, sagte der Sprecher. 

Bisher hatte Opel im Diesel-Skandal - anders als andere deutsche Autobauer - weder mit Ermittlungen der Justiz noch mit einem Pflicht-Rückruf zu tun. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte Vorermittlungen vor über einem Jahr eingestellt. 

VW hatte im September 2015 eingeräumt, bei Millionen Dieselautos Abgastests manipuliert zu haben. Der Konzern stürzte daraufhin in eine schwere Krise. Mittlerweile sind viele deutsche Autohersteller in den Abgas-Skandal verwickelt, es gibt Ermittlungen und unzählige Klagen. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat massenhaft Rückrufe verordnet.

Im Juni war Audi-Chef Rupert Stadler festgenommen worden, weil er offenbar Zeugen beeinflussen wollte. Ex-VW-Chef Martin Winterkorn ist in den USA wegen Verschwörung zum Betrug angeklagt.

 (dpa/AZ)

Um die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei deutschen Dieselautos geht es auch in unserem Podcast. Hier können Sie reinhören:

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