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06.11.2014

Traktorenhersteller Fendt baut 120 Stellen ab

Nach den Rekorden der vergangenen Jahre kämpft der Traktorenhersteller Fendt mit schleppender Nachfrage.
Bild: Stefan Puchner, dpa (Archiv)

Der Traktorenhersteller Fendt plant in den Werken in Marktoberdorf und in Asbach-Bäumenheim 120 der 4200 Stellen bei der Stammbelegschaft abzubauen.

Die angespannte Situation in der Landwirtschaft geht auch am Traktorenhersteller Fendt nicht vorbei. Er plant deshalb, in den Werken in Marktoberdorf und in Asbach-Bäumenheim 120 der 4200 Stellen bei der Stammbelegschaft abzubauen. Darüber hinaus sollen die Leiharbeiterstellen komplett gestrichen werden. Das gab das Unternehmen gestern bekannt. Wie berichtet, kursierten in Kreisen der Mitarbeiter noch vor wenigen Wochen die Zahl von bis zu 500 Betriebsangehörigen, die von einer Entlassung betroffen sein könnten.

Fendt will „den Stellenabbau sozial verträglich gestalten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Wie das konkret aussehen kann, werde derzeit in Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und dem Gesamtbetriebsrat beider Werke besprochen. Bei Fendt geht man davon aus, dass in zwei Wochen eine unterschriftsreife Vereinbarung auf dem Tisch liegt. Details wollte die Firmenleitung zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen.

„Unerwartet heftiger Rückgang der Nachfrage“

Ein weiterer Schritt soll sein, die Produktion von einem Zweischicht- auf einen Einschichtbetrieb zu reduzieren. Auch von dieser Maßnahme erhofft sich die Unternehmensleitung, trotz schwieriger Lage auf dem Markt „die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu erhöhen“.

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Im vergangenen Jahr hatte Fendt 17837 Traktoren verkauft, ein Rekordergebnis. Für dieses Jahr geht das Unternehmen von „14000 plus X“ aus, hatte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Peter-Josef Paffen, noch Anfang Oktober prognostiziert. Der Grund für den Einbruch ist nach mehrjährigem Aufschwung ein „unerwartet heftiger Rückgang der Nachfrage“ auf den internationalen Märkten. Allein in Frankreich, dem nach Deutschland größten Absatzgebiet in Europa für Fendt, brach der Markt um 25 Prozent ein. „Der Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte, die negativen Auswirkungen der Sanktionspolitik in Ost und West und die allgemeine schwache wirtschaftliche Einwicklung in vielen Ländern Europas sind die Hauptgründe für die aktuelle Situation.“

Licht am Ende des Tunnels ist so schnell nicht zu erkennen. Im Gegenteil. „Die Landtechnikbranche rechnet für 2015 mit einem weiteren Rückgang um etwa zehn Prozent“, berichtet die Unternehmensleitung. Deshalb sei eine „Anpassung auf das neue Marktniveau unumgänglich“, begründet Fendt die Entlassungen der Mitarbeiter.

Erst in den nächsten Jahren soll es wieder aufwärts gehen

Mittelfristig sollen die eingeleiteten Maßnahmen dazu beitragen, „das Unternehmen auf dem bisherigen Erfolgskurs zu halten“. Dabei geht die Geschäftsführung davon aus, dass die Nachfrage nach Traktoren und Landmaschinen nach einer „länger andauernden Konsolidierung“ in den nächsten Jahren wieder steigt und Fendt davon „weiter überproportional profitieren kann“.

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