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19.11.2019

„Boarisch glacht“ im Pfarrzentrum

Auch Zweiter Bürgermeister Helmut Beck wird zum „Opfer“ der Sprüche des Gstanzlsängers Hubert Mittermeier.
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Auch Zweiter Bürgermeister Helmut Beck wird zum „Opfer“ der Sprüche des Gstanzlsängers Hubert Mittermeier.

Gut 400 Gäste feiern in Aichach einen Abend voller Gaudi und Dablecka mit Kabarett-, Musik- und Gstanzlmeistern

Gut 400 Besucher fanden sich am Samstag im vollständig ausverkauften Aichacher Pfarrzentrum St. Michael ein. Es war wieder Zeit für „Boarisch glacht“. Jedes Jahr treffen sich unter diesem Motto Meister der bayerischen Kabarett-, Musik- und Gstanzlkultur zu einem Abend voller Gaudi und Dablecka. Durch den Abend führte Hubert Mittermeier, alias Erdäpfekraut, Hochzeitslader und bekannter Gstanzlsänger aus der Holledau.

Los ging es mit De dumma Deifi –Bernhard Dallinger (Akkordeon) und Wolfgang Glas (Gitarre). Die beiden aus Zahling stammenden Couplet- und Volkssänger begeistern mit zumeist selbst geschriebenen Texten und Liedern. Urkomisch Dallingers Art, sich mit gewinnendem Charme als naiven und infantilen Einfaltspinsel auszugeben – a dumma Deifi eben. Bei Liedern wie „Ganz in weiß in einem Autohaus“ und „Roulade“ – gesungen auf die Melodie von „Dimmi quando“ von Tony Renis – blieb kaum ein Auge trocken und die Gäste wurden zum Mitsingen animiert.

Für instrumentale, schmissige Musik waren am Samstag die drei gestandenen Männer von Berglerbluad zuständig. Sie sorgen für klatschende Zuschauer und wippende Stühle, wenn sie an Gitarre, Oberkrainer Bariton und weltmeisterlich an der steirischen Harmonika aufspielen, wie Aleksander (Sandi) Pacek. Tatsächlich wurde der Bayer mit slowenischen Vorfahren 2001 Weltmeister an seinem Instrument. Die Aichacher bekamen von seinem Talent einige Kostproben zu hören, während er für die beiden Gstanzlsänger des Abends die Begleitung spielte.

Sowohl Erdäpfekraut – Hubert Mittermeier – als auch Bayerischer Hias – Franz Huber aus Dingolfing – bewegten sich in bester Hochzeitslader-Manier durch die Publikumsreihen und nahmen meisterlich einzelne Zuschauer aufs Korn. Ob wegen Schals, Haarfarbe, Tasche oder Kleidung – keiner konnte sich vor der traditionsreichen bayerischen Gaudikultur in Sicherheit wiegen. Mittermeier, ein Meister der Spontan-Gstanzl, sorgte schon alleine durch seine urkomische und unverwechselbare Mimik für Lachanfälle. Die derben Witzchen auf Kosten der auserkorenen Aichacher waren oft leicht anzüglich, blieben aber dennoch sehr geschickt über der Gürtellinie des guten Geschmacks.

Auch die Unger Buam – Ebo und Jürgen Unger aus Thierhaupten –brachten die Zuschauer mit Witzen und Liedern zum Lachen. Beim Lied „Pudelnackert ohne Hemd“ animierten sie das Publikum zum Mitsingen. Witze über Adelheids Negligé und die Verwendungsmöglichkeiten elektrischer Klobürsten sorgten für Stimmung.

Mittermeier erzählte Anekdoten über demonstrierende Bauern und schlecht erzogene Papageien. Beim Dablecka blieb auch Aichachs Zweiter Bürgermeister Helmut Beck nicht verschont. Kurzerhand versuchte der Gstanzlsänger, für ihn auf Brautschau zu gehen. Über die beringte Hand einer Zuschauerin sagt er „Gnädige Frau i hätt a Frage, die stell i eana scho, wia ma mit solche Drum Fingerring Knedl drahn ko?“ Eine andere Dame wurde gefragt „Warum brauchen Sie da herin eine Jacke, i kenn mi da ned aus, aber eine indiskrete Frage: Ist bei Ihnen der Ofen scho aus?“

Nach gemeinsamen Gstanzln zusammen mit dem Bayerischen Hias kamen alle Beteiligten auf der Bühne zum großen Finale zusammen. Bei „Sierra Madre“ sang der komplette Saal mit in die Höhe gehaltenen Handylichtern lautstark mit – ein gelungener Abend voller Gaudi. Wie De dumma Deifi treffend sagten „Vor lauter Freid ind Hosn gmacht, dann hat ma richtig boarisch glacht!“

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