1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Erdumrundung in Spiralen

21.07.2010

Erdumrundung in Spiralen

Schwabmünchen Beim künstlerischen Versuch, sich um die Erde zu drehen, überschreitet der Bildhauer Bernd Rummert Grenzen. Grenzen, die sein Metier an sich definieren: Gestalt, Masse und Volumen.

Er tut das "voll Humor und Selbstironie, voll Ernsthaftigkeit und Substanz" wie es Museumsleiterin Sabine Sünwoldt anlässlich der Eröffnung seiner Ausstellung "Heimarbeit" in Museum und Galerie der Stadt in Schwabmünchen formulierte.

Die Materialien, die er dazu benutzt sind Draht, Federringe, Fahrzeugschläuche oder Fundstücke. Aus Tausenden von Federringen montiert er Gebilde, die je nach Präsentation amorph sind oder ein beachtliches Volumen aufweisen können. Ein gewaltiges Kettenhemd über einen zierlichen Drahtkorpus drapiert zeigt die Neigung des Künstlers zum Absurden ebenso wie die Mistgabeln, an deren geraden Stielen er die Umleitung des Linearen ohne es völlig aufzugeben demonstriert. Die vierte Dimension - die Zeit - spielt eine wesentliche Rolle wenn sich Bernd Rummert in seinem Wohnzimmer in Konradshofen der "Heimarbeit" widmet:

Filigrane Einzelobjekte

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Mit der Rundzange dreht er Bindedraht zu Spiralen, welche die Grundelemente seiner Objekte bilden. "Eine immer gleiche Dreh-Bewegung - mechanisch, prosaisch, meditativ, unendlich", so Sünwoldt in ihrer Laudatio. Die Spiralen formieren sich zu "Reusen", überziehen einen Tisch oder erkunden als Serie von filigranen Einzelobjekten Unebenheiten im Museumsfussboden. Seit Abschluss seines Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in München 1987 verfolgt der Bildhauer bereits dieses Konzept, ist sich dabei der Aussichtslosigkeit, sein Ziel zu erreichen durchaus bewußt und sieht seine künstlerische Arbeit auch als ironisierendes Sinnbild menschlichen Strebens.

Anlässlich der sehr gut besuchten Vernissage erwies sich das Duo "Text will Töne" als ideale Ergänzung zu den Arbeiten Rummerts. Von Josef Holzhauser mit der Gitarre begleitet trug Carla Andrä Gedichte von Rilke, Hesse und Ringelnatz vor, die vom Künstler sein und vom Aufbruch handelten.

Bis zum 3. Oktober ist die Ausstellung im 1. Stock von Museum und Galerie der Stadt, Holzheystraße 12 zu sehen. Geöffnet ist Mittwoch 14 - 17 Uhr und Sonntag 10 - 12 und 17 - 17 Uhr. Und wer mehr von Bernd Rummert sehen will: Ab 30. Juli zeigt er seine Arbeiten auch im Museum in Krumbach.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren