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Friedberg

25.07.2010

Haindling, des samma mia

Die Gruppe Haindling zeigte, wie sich Vuvuzelas optimal in die Musik einbinden lassen. Foto: Michael Seefelder
Bild: Michael Seefelder

Der Jugendclub beschert den Friedbergern ein unvergessliches Regen-Fest. Wie dei Verantwortlichen das geschafft haben? Von Michael Seefelder

Unaufhörlich prasselte der Regen beim Konzert von Haindling auf dem Friedberger

Volksfestplatz

nieder. Die rund 2 000 Zuhörer ließen sich die Stimmung jedoch nicht vermiesen. Sie feierten vor der Bühne ein riesen Fest. Die Musiker, die aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums des Friedberger

Jugendclubs

in das Wittelsbacher Land gekommen waren, taten auf der Bühne ihr Übriges. "Das tut uns wahnsinnig leid mit dem Wetter", sagte Haindling-Gründer und Bandleader

Haindling, des samma mia
Hans-Jürgen Buchner

. Dennoch gelang es ihm und seinen Mitstreitern, dass es in der zweiten Hälfte des Konzerts keinen mehr auf dem Stuhl hielt. Zu Beginn stand allerdings eine lange, ruhige Bläser-Instrumentalpassage, bei der ein mächtiger Alphornklang aus der Tiefe des Raumes emporstieg, immer mehr anschwoll und schließlich in das launige "Bayern, des samma mia" mündete.

Lautstärken-Duell gegen Vuvuzelas gewonnen

Im Gepäck hatten die sechs Musiker nicht nur alte Klassiker, sondern auch neue Stücke. Sichtlich inspiriert zeigten sich Buchner und Co. von ihrer Reise nach Südafrika, wo sie kurz vor WM-Beginn zwei Konzerte gegeben hatten. Das Lautstärken-Duell gegen die Vuvuzelas konnten die Haindling-Musiker mit ihren Alphörnern laut eigenen Angaben gewinnen. Vier der Fan-Instrumente haben sie nach Deutschland mitgebracht und das stimmungsvolle Stück "Haindling-Vuvuzela" geschrieben.

Farbige Regenponchos gab es am Einlass für einen Euro. Von der Bühne aus bot sich in der Folge ein Bild, bei dem sich Buchner durch die dominierenden Töne Gelb, Rot und Blau der Ponchos an Indien erinnert fühlte. Musikalisch gesehen war Indien im Instrumentarium von Haindling durch Sitar-Klänge vertreten.

Wie viele Instrumente bei dem Auftritt tatsächlich zum Einsatz kamen, lässt sich kaum zählen. Stilistisch verschmolzen Jazz, Rock, bayerische Folklore, Klezmer, Reggae, Funk, Blues, Klassik, Techno, Weltmusik und Rap zu einer Einheit. Und schließlich kam der Song, auf den viele gewartet hatten: das bissige "Du Depp". "Des Lied hammer gschpuit, weils immer no so viele Deppen auf dera Welt gibt", erklärte Buchner im Anschluss an den bekannten Gassenhauer und spannte einen thematischen Bogen zu Krieg, Umweltzerstörung und hektischer Spaßgesellschaft. Das Kritisieren hat Haindling nicht verlernt, die Musiker verstehen sich als Künstler, die ihre Meinung zu aktuellen Geschehnissen nicht verstecken wollen. Das verträumt-beschwingte "Paula" bildete schließlich den Anfang eines wahren Hit-Feuerwerks mit Titeln aus den vergangenen 28 Jahren, das die Endrunde des Konzerts einläutete.

Auch wenn sich nun die Schleusen des Himmels zu einem wolkenbruchartigen Regen öffneten, verlangte die tanzende Menge nach Zugaben. Anrührend trug Buchner das Lied "I hob rode Hor" vor, obwohl der 65-jährige Bayer vom ständigen Herumhüpfen mittlerweile ziemlich schweißnasse Haare hatte.

Trotz der widrigen Wetterbedingungen waren die meisten Zuschauer ausgeharrt, um die Akteure mit tosendem Applaus zu verabschieden. Auch die Technik hielt. Der Jugendclub bescherte den Friedbergern mit der Verpflichtung von Haindling ein Fest, das noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Von Michael Seefelder

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