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07.10.2017

Kampfmittelräumer vor Realschule in Bergen

Die Arbeiten an den Außenanlagen vor der Realschule in Bergen (Affing) verzögern sich, weil der Kampfmittelräumdienst das ausgebaggerte Erdreich mit großem Aufwand untersuchen muss.
Bild: Foto: Martin Golling

Arbeiten an den Außenanlagen verzögern sich, weil ein Nebelfass aus dem Zweiten Weltkrieg ausgegraben worden ist.

Die neue Sporthalle im Affinger Ortsteil Bergen ist vor einer guten Woche eingeweiht worden. Direkt daneben vor dem Haupteingang der Realschule, wo eine Haltestelle, Parkplätze und Buswendeschleife jetzt schon fast fertig sein sollten liegen große Erdhäufen. Die Arbeiten für die Außenanlagen verzögern sich, die geplante Fertigstellung im November ist nicht zu schaffen. Grund: Beim Aushub ist ein sogenanntes Nebelfass gefunden worden. Die wurden im Zweiten Weltkrieg im Umfeld von Flak-Stellungen verwendet.

Deshalb sind jetzt Kampfmittelräumer im Einsatz, um das ausgebaggerte Erdreich vor der Schule mit großem Aufwand Schicht für Schicht zu prüfen. Auf den Kosten bleibt übrigens der Kreis sitzen. Bislang sei zum Glück nichts Gefährliches, wie zum Beispiel ein Blindgänger, gefunden worden, sagte Wolfgang Müller gestern auf Anfrage der Aichacher Nachrichten. Ausgegraben wurde bislang nur ein alter Karabiner ohne Munition und eben dieses Nebelfass.

Schon vor dem Baubeginn der Sporthalle war die Kampfmittelräumung in Bergen, um das Gelände zu untersuchen, berichtet Müller – ohne Ergebnis. Im Juni ist die alte Turnhalle abgerissen worden, um Platz zu machen für die Außenanlagen. Im August sei dann das Fass im Hang gefunden wurden. Damit wurde im Krieg Tarnnebel erzeugt, um den Standort der starken Scheinwerfer rund um die Stellungen einer Flak (Fliegerabwehrkanone) zu verschleiern. Nach Auskunft von Wolfgang Müller sind seit Wochen zwei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes vor Ort. Die ausgebaggerte Erde im unteren Teil des Hanggeländes sei schon untersucht. Mit einer Sonde werden Schichten mit einer Stärke von einem halben Meter untersucht und dann mit einem Bagger abgeräumt. Würde die Sonde anschlagen, müssen die Experten händisch nachgraben.

Der Aufwand ist groß und gleichzeitig können die Arbeiten für die Außenanlagen nicht weitergehen. Die Kampfmittelräumung selbst und auch die Mehrkosten durch die Verzögerung muss der Landkreis bezahlen, teilt Müller mit. Weil der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden kann, hat auch die beauftragte Firma nicht automatisch Kapazitäten frei, wenn es wieder weitergehen könnte. Der Freistaat würde nur für die Entsorgung oder Sprengung von gefundenen Kampfmitteln aufkommen. Die Mehrkosten für die Außenanlagen lassen sich derzeit noch nicht abschätzen. Der Auftrag wurde Ende Juni im Bauausschuss des Kreistags für 550000 Euro vergeben. Auch der Fertigstellungstermin ist offen.

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