Es heißt immer, das Coronavirus greife in unser tägliches Leben ein: Viele gehen nicht mehr zur Arbeit, die Innenstädte sind leergefegt, soziale Kontakte sind auf ein Minimum beschränkt. Aber es ist nicht nur das. Corona greift inzwischen auch in unser nicht-alltägliches Leben ein. Trauernde können sich jetzt nicht einmal mehr an den festen Mustern orientieren, die traditionell eine Beerdigung bestimmen. Nur wenige dürfen eingeladen werden. Die Trauerfeier entfällt, genauso das gemeinsame Essen nach der Beerdigung. Das gemeinsame Gebet, sofern es gewünscht ist, kann nicht in der Kirche, sondern muss vor dem Grab stattfinden.
Coronakrise: Nähe auf Entfernung
Sonst rücken Familien und Hinterbliebene vor einem Grab instinktiv näher zusammen. Jetzt müssen sie Nähe auf anderthalb Meter Entfernung üben. Das ist nur schwer vorstellbar. Worte ersetzen keine Umarmung. Trotzdem ist es gut, dass Bestattungen auch mit Urnen noch erlaubt sind. Solange wie möglich sollte es eine freie Entscheidung bleiben, ob jemand die Beerdigung verschiebt. Denn sie hilft in der Trauerverarbeitung. Der Gedanke, das verstorbene Familienmitglied auf unbestimmte Zeit nicht beerdigen zu können, ist für viele sicher schlimmer, als eine Beerdigung – und sei sie unter noch so erschwerten Umständen.
Den Beitrag zu dem Kommentar finden Sie hier: Bestattungen: Trauernde leiden unter Coronakrise
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