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Glaube

19.08.2018

Kräuteruhr für die Mutter Gottes in Obergriesbach

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Sieglinde Kast aus Griesbeckerzell hat für die Au-Kapelle in Obergriesbach eine Kräuterkerze und erstmals auch eine Kräuteruhr gespendet.
Bild: Katharina Wachinger

Die Au-Kapelle hat jetzt eine natürliche Uhr. Diese hat viel Arbeit und Geduld gekostet.

Obergriesbach Das Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August ist in überwiegend katholischen Gemeinden ein Feiertag. Neben der Verehrung der Muttergottes ist die Kräuterweihe wesentlicher Bestandteil des Festes. In der Au-Kapelle am Rande von Obergriesbach erlebte der Brauch in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Sieglinde Kast aus dem Aichacher Stadtteil Griesbeckerzell trägt einen erheblichen Teil dazu bei.

Erstmals spendete sie heuer für die Au-Kapelle eine große Kräuteruhr. Bei der Suche nach alten Bräuchen war sie in einem Kloster fündig geworden. Nach den Ausführungen einer Klosterschwester gestaltete sie die Kräuteruhr. „Diese Uhr ist für die Muttergottes“, sagt sie und erinnert an die Bedeutung einer Kräuteruhr in früherer Zeit.

Damals war die Zeit ein von der Natur vorgegebener Übergang von Tag und Nacht. Menschen auf dem Land beobachteten schon vor Jahrhunderten, dass bestimmte Blumen und Kräuter ihre Blüten während der Wachstumsperiode immer etwa zur selben Zeit öffneten oder schlossen. So bestimmten sie die Uhrzeit. Die innere Uhr der Pflanzen ist heute wissenschaftlich erforscht.

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Wer allerdings eine Kräuter- oder Blumenuhr in seinem Garten gestalten will, muss viel Geduld und noch viel mehr Freude am Experimentieren haben. Bei der von Sieglinde Kast gestalteten Kräuteruhr mit einem Durchmesser von einem Meter sind Lavendel, Schafgarbe, Ringelblume und andere Kräuter stundenweise aufgereiht – umrankt von dem Spruch: „Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die schönen Stunden nur.“

Wie in den Vorjahren spendete Kast zudem einen großen Kräuterbuschen und eine aufwendig gestaltete Kräuterkerze für die Au-Kapelle. Eine zweite, noch größere, ist als Friedenskerze für die Wiesn in München bestimmt. Domkapitular Andreas Magg segnete bei einer Andacht die Kräuteruhr, die Kräuterkerzen und die 170 Kräuterbuschen, die vor der Kapelle gegen Spenden abgegeben wurden. Der Erlös geht je zur Hälfte an das Projekt von Kaplan Apollinaris in Moshi/Tansania und zur Renovierung der Au-Kapelle. Der Gemeinschaftschor aus Sulzbach und Griesbeckerzell sowie Anna Rast an der Orgel umrahmten die Andacht mit Marienliedern. Zur Andacht kam auch Hartmut Tanski, Präsidiumsmitglied des Festringes München. (wak)

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