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21.05.2015

Nachbarn wehren sich gegen Marktzentrum

So soll das Marktzentrum am Aindlinger Marktplatz einmal aussehen. Der Gebäudekomplex ist zwar höher als die aktuelle Bebauung, der Einmauerungseffekt für die Nachbarn nimmt laut Bebauungsplan durch die luftige Bauweise und die geringe Grundfläche des Hauses aber ab. Die Parkplätze und die Tiefgaragen-Abfahrt sorgen jedoch für eine Überschreitung der erlaubten Grundflächenzahl. Links ist das denkmalgeschützte Zurek-Anwesen zu sehen, das bestehen bleibt.
Bild: Ingenieure Schuster Engineering

Der überarbeitete Bebauungsplan für das fast 14 Meter hohe Gebäude im Aindlinger Ortskern bringt keine Einigung. Bürgermeister verweist auf Allgemeinwohl. Warum die Kritiker dennoch Unterstützer im Gemeinderat haben

Der Aindlinger Dorfkern wird durch das geplante Marktzentrum erheblich aufgewertet. Darin sind sich die meisten Aindlinger Gemeinderäte einig. Es gibt aber weiterhin Streit um den Bebauungsplan. Aus dem überarbeiteten Plan geht jetzt eindeutig hervor, dass die Interessen einzelner Nachbarn hinter dem Nutzen für die Allgemeinheit zurückstehen müssen. Aus diesem Grund müssten die Nachbarn die weiterhin dichte Wohnbebauung im Zentrum und die „ortsübliche“ Lärmbelastung hinnehmen.

Wie berichtet, hatte der Marktgemeinderat im Januar einige kleine Änderungen am Bebauungsplan beschlossen, um diesen wasserdicht für eine gerichtliche Auseinandersetzung zu machen. So wurden beispielsweise die Öffnungszeiten der Geschäfte auf 21.45 Uhr begrenzt, um einen größeren Besucherverkehr nach 22 Uhr zu verhindern. Der Bebauungsplan wurde in der Zwischenzeit erneut ausgelegt.

Das Ergebnis ist das gleiche wie davor: Die östlichen und nördlichen Nachbarn wehren sich weiterhin gegen den Gebäudekomplex. Sie hatten bereits Anfang 2014 ein Normenkontrollverfahren beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof angestrengt. Dieses wurde eingestellt, weil die Gemeinde zusagte, den Bebauungsplan nachzubessern.

Die Nachbarn haben über ihren Anwalt aber erneut große Bedenken gegen das Vorhaben geäußert. Die Kritik bezieht sich vorwiegend auf die Grundfläche und die Höhe des 13,65 Meter hohen Wohn- und Geschäftshauses. Daraus ergeben sich weitere Einwände zu den Abstandsflächen, zum Schallschutz und zur Verschattung. Die Investoren Patrizia und Peter Fendt aus Kutzenhausen (Landkreis Augsburg) planen auf den Grundstücken Greiner, Gabelsberger und Zurek drei Geschosse und eine vierte zurückgesetzte Etage mit Penthouse-Wohnungen. In das Gebäude sollen Geschäfte, Arztpraxen und ein Café einziehen.

Bürgermeister Tomas Zinnecker (CSU/Freie Wählergemeinschaft) versteht die Klage der Nachbarn nicht. Neben einigen kleineren Nachteilen würden die Vorteile für die Nachbarn überwiegen. So würde die überbaute Fläche mit dem Marktzentrum von derzeit 900 auf knapp 700 Quadratmeter sinken. Zudem sei das jetzige Gebäude lediglich drei Meter vom östlichen Nachbarn weg. Das Marktzentrum würde über acht Meter weit weg sein. Nichtsdestotrotz überschreitet der Bebauungsplan in einigen Punkten die gesetzlichen Vorgaben. Der Gesetzgeber spreche sich laut Zinnecker aber ausdrücklich für die Innenraumverdichtung gegenüber der Bebauung im Außenbereich aus.

Die meisten Einwände der Nachbarn bleiben ohne Folgen. So wurde etwa eine Alternative zur Tiefgaragenabfahrt über die Wagnerstraße geprüft. Doch weder die Zufahrt über den Marktplatz noch über den Innenhof im Norden sei sinnvoll, heißt es im Bebauungsplan.

Helmut Lindermeir und weitere Gemeinderäte des Bürgerwillen ’76 stimmten gegen etliche Teilbereiche des Bebauungsplans. „Der Knackpunkt ist, dass der jetzige Bestand mit dem Neubau verglichen wird und das geht nicht“, betonte Lindermeir. Er und seine Kollegen plädierten bereits im Januar für einen Kompromiss mit den Nachbarn.

Die beteiligten Behörden und Firmen hatten keine größeren Einwände gegen den Bebauungsplan. Dieser wird nun erneut für zwei Wochen ausgelegt.

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