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Vereinsleben

03.12.2019

Neue Chefin, neue Ziele

Neuwahlen beim Förderverein des Pöttmeser Heimatmuseum: (vorne von links) Kulturreferentin Ludwiga Baronin Herman mit dem bisherigen Vorsitzenden Helmut Pawel und seiner Nachfolgerin Marlies Hammerl, (hinten von links) Helmut Neff, Wilfried Schimmel, Horst Brandner, Detlev Klingenstein, Alois Arzberger, Brigitte Veit und Mary-Ann Stotko. Foto: Vicky Jeanty

Der Pöttmeser Förderverein Heimatmuseum ändert seine Strategie. Kaschenbauer-Haus steht aber weiter im Mittelpunkt

Beim Förderverein Heimatmuseum lagen Traum und Wirklichkeit seit der Vereinsgründung 2011 nah beieinander. Der Traum, aus dem Kaschenbauer-Anwesen in der Marktstraße ein schmuckes Heimatmuseum mit nachhaltigem Erinnerungspotenzial zu machen, wurde bereits 2016 durch ein Gutachten zunichtegemacht. Über eine Million müsste investiert werden, um das marode Haus vor dem Verfall zu retten. Die Gemeinde lehnte ab, zurück blieben der bis ins Jahr 2056 geltende Erbbaurechtsvertrag und sehr frustrierte Heimatmuseumswächter.

Jetzt wurden die Vereinsweichen neu gestellt. Mit Helmut Pawel trat ein eingefleischter und überzeugter Heimatmuseumsverfechter zurück, aus gesundheitlichen Gründen, bestätigte der langjährige Vorsitzende. Ab sofort hat die 50-jährige Marlies Hammerl aus Kühnhausen die Geschicke in der Hand. Die restlichen Vorstandsmitglieder bleiben im Amt. Das Prozedere der Jahreshauptversammlung war im Nu erledigt. Die Neuwahl kürte Marlies Hammerl mit 20 Ja-Stimmen der abgegebenen 23 Stimmen zur neuen Vorsitzenden.

Aufhorchen lassen die neuen Akzente des Fördervereins Heimatmuseum, die die Beisitzerin und Kulturreferentin Ludwiga Baronin Herman explizit erläuterte. Die rücken den ursprünglichen, reinen Museumsgedanken zumindest vorläufig in den Hintergrund und legen den Fokus auf handfeste, regional verortete Aktivitäten.

Neue Chefin, neue Ziele

Ein Mal monatlich soll im Außenbereich des Kaschenbauer-Anwesens ein traditioneller, regionaler Markt mit jahreszeitlich wechselnden lokalen Bio-Produkten ausgerichtet werden – ausdrücklich ohne Konkurrenzansinnen zum Wochenmarkt am Marktplatz. Über das Jahr verteilt sollen Themen-Märkte zum Mitmachen angeboten werden: etwa Palmwedel anfertigen oder Ostereier anmalen. Dazu werden die passenden kulinarischen Schmankerl gereicht und es gibt Musik, Tanz oder einen kleinen Umzug.

Konkret wird das beim Adventssingen am 14. und 15. Dezember. Der Förderverein hat am Kaschenbauer-Anwesen einen eigenen kleinen Markt, bietet Punsch, Gulaschsuppe und Gebasteltes an. Angie Meyer liest Märchen vor. Die Jugendkapelle der Blaskapelle Pöttmes spielt. So haben es die Vorstandsmitglieder im Anschluss an die Jahreshauptversammlung beschlossen.

Dass der Museumsgedanke nicht ganz unterging, dafür sorgte eine Mitteilung von Bürgermeister Franz Schindele. Vor Kurzem sei das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Gutachten hinsichtlich der Statik des Kaschenbauer-Hauses im Bauamt eingegangen. Die Auswertung stehe noch an, erst dann könne überlegt werden, was zum Erhalt des maroden Hauses unternommen werden könne. Die Kulturreferentin berichtete von Gesprächen mit Vertretern der Augsburger Universität. Der Wunsch wäre, dass Studenten in Form einer Semesterarbeit eine Studie über das 1808 errichtete ehemalige Mesnerhaus vornehmen und publik machen.

Einen intensiven Austausch hat die Kulturreferentin auch mit Fachleuten der Bereiche Kreisheimatpflege und Denkmalpflege aus Aichach und München geführt. Der Tenor sei einhellig gewesen: Das Kaschenbauer-Anwesen sei unbedingt erhaltenswert, ein großer Gewinn für Pöttmes und damit zu unterstützen, so die Baronin. Kathrin Seidel von der Öko-Modellregion Paartal und Kreisheimatpflegerin Susanne Kühnlein-Vollmann hätten Interesse an den Aktivitäten und Aktionen rund um die lokale Produktpalette samt der musischen Komponente bekundet.

Damit könne sich der Förderverein in die Landesausstellung 2020 einbringen, wurde vorgeschlagen. Generell ginge es darum, Wege zu finden, die den Förderverein voranbrächten, ohne die Gemeinde finanziell zu belasten. „Dazu brauchen wir eine aufgeschlossene Bürgerschaft, die uns unterstützt“, sagte die Kulturreferentin. Das bestätigte Horst Brandner, dem es darum ging, sowohl den Verein als auch das Anwesen mit Leben zu erfüllen. „Ihr seid ein gutes Team und habt viel geleistet“, erklärte Bürgermeister Franz Schindele mit Blick auf die Verdienste der ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder und Helmut Pawel, der den Verein seit 2013 führte. Marlies Hammerl geht ihre Aufgaben mit viel Elan an und hofft auf Unterstützung.

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