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12.03.2009

Persönliche Gegenstände identifizieren Rudi Rupp

Neuburg (wüb/fene) - Bei der Leiche, die am Dienstagnachmittag aus der Donau geborgen wurde, handelt es sich so gut wie sicher um den seit über sieben Jahren vermissten Landwirt Rudolf Rupp. Wie die Staatsanwaltschaft bestätigte, wurden bei dem Toten persönliche Gegenstände aus dem Besitz des Heinrichsheimer Landwirts gefunden.

Die Obduktion soll nun auch die Todesursache klären. "Von außen betrachtet, kann man darüber gar nichts sagen", erklärt der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Helmut Walter, der auf die fachliche Analyse der Gerichtsmedizin vertraut.

Unterdessen ist vor allem in Heinrichsheim, dem früheren Wohnsitz der Familie Rupp, der Fund des Toten Gesprächsthema Nummer eins. Vor dem Haus der Familie stehen Reporter und Kameraleute. Das mittlerweile stark verwahrloste Gebäude ist unbewohnt. Am Briefkasten ist noch der Name von Matthias E. zu lesen, dem damaligen Freund der älteren Tochter, der ebenfalls an der Tat beteiligt war. Der rote Audi von Rupp-Ehefrau Hermine parkt auf dem Grundstück des Anwesens. Im Garten stapeln sich alte Reifen, Holzlatten und anderes Gerümpel.

"Jetzt haben wir Gewissheit"

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Die unmittelbaren Nachbarn reagierten ungläubig, teilweise fassungslos auf die neuen Entwicklungen: "Ich hätte ja nie gedacht, dass da noch mal etwas nachkommt", erzählt Maria Hörmann. Die 87-Jährige wohnt direkt nebenan. "Es ist schon richtig, dass man ihn jetzt wenigstens beerdigen kann", sagt sie. Maria Hörmann erinnert sich noch genau, dass Ehefrau Hermine heulend bei ihr im Treppenhaus saß, in Sorge über das Verschwinden ihres Mannes. "Dabei haben sie ihn umgebracht. Ich werde es nie verstehen, wie die das tun konnten." Auch ein ehemaliger Schulkamerad Rudi Rupps sieht sich bestätigt: "Ich hab ja nie geglaubt, dass die Hunde ihn gefressen haben. Und jetzt haben wir die Gewissheit", sagt er. Für die Geschwister des Toten - so nimmt er an - sei es wichtig zu wissen, dass der Bruder doch kein so schreckliches Ende gefunden habe.

Nachdem die Identität des Leichnams nun so gut wie geklärt ist, wird die Staatsanwaltschaft auch die Familienangehörigen über den Fund des Ehemanns und Vaters informieren. Während Hermine Rupp derzeit noch im Aichacher Frauengefängnis sitzt, sind die beiden Töchter - verurteilt zu zweieinhalb beziehungsweise dreieinhalb Jahren Haft - bereits vorzeitig entlassen worden. Sie leben beide in derselben Jugendhilfeeinrichtung im Allgäu.

Rechtsanwalt Martin Angermayr, der das jüngere Mädchen vor Gericht vertreten hat, weiß, dass seine frühere Mandantin in einer Wohngruppe betreut wird. Ihre Prognosen, jemals ein "normales" Leben führen zu können, beschreibt er als nicht sehr aussichtsreich. "Die Bemühungen, sie zu integrieren und zu resozialisieren, zeichnen sich als sehr schwierig ab. Die heute 22-Jährige ist traumatisiert."

Das bestätigt auch Hans Wöhrl von der Jugendgerichtshilfe am Landratsamt. Wie er bestätigt, hat die ältere Schwester (24) inzwischen ein Kind bekommen. Dessen Vater ist nicht der ebenfalls verurteilte Matthias E., ihr damaliger Freund.

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