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Gaudi

25.07.2018

Sautrogrennen bei Rehling: Alle werden nass

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Beim Rehlinger Sautrogrennen müssen die 15 Teilnehmerpaare nicht nur die Strecke in dem ungewöhnlichen Wasserfahrzeug bewältigen: Auf sie lauern auch Hindernisse. Eine volle Breitseite von oben aus dem Wassereimer bekamen die Teilnehmer von den Jungs auf der Brücke und die hatten natürlich einen Riesenspaß.
Bild: Josef Abt

Im Rehlinger Ortsteil Oberach machen die Favoriten den Sieg wieder unter sich aus. Auch ein indisch-argentinisches Team tritt an.

Fast wäre das Rehlinger Sautrogrennen regelrecht ins Wasser gefallen, doch pünktlich zum Start hörte der Dauerregen auf und machte bis zum Ende Pause. Der Stammtisch Schlemmer als Veranstalter hätte das 32. Sautrogrennen aber auch bei Regen durchgezogen – nass werden die Teilnehmer ja sowieso. Nur bei einem Gewitter wäre alles ersatzlos gestrichen worden. Auch ohne Nass von oben stieg jeder der Teilnehmer auf die Haut durchnässt am Ziel aus dem Sautrog.

Trotz des unsicheren Wetters fanden sich 15 Teilnehmerpaare am Startplatz bei der ehemaligen Säge in Oberach an der Friedberger Ach ein – eines weniger als im vergangenen Jahr. Angefangen von einigen „Neulingen“ – die Jüngsten gerade mal elf Jahre alt – bis hin zu den erfahrenen, älteren Teilnehmern. Auch zwei junge Frauen setzten sich jeweils mit einem Partner als gemischte Doppel in den Trog und platzierten sich unter den besten Zehn. Mit dabei waren auch zwei bayerisch-ostdeutsche Teams, die Besuche bei Verwandten und Bekannten nutzten, um mitzumachen: Mathias Tick (Augsburg) und Felix Ehring (Berlin) sowie Miriam Baur (Oberach) und Falk Hochmuth (Dresden). Manche hatten sich spontan kurz vor dem Rennen einen Partner gesucht und einen „Leihtrog“ gesichert. So auch ein indisch-argentinisches Team: Vishnu Anilkumat Suma und Santiago Cingolani, die mit dem Oberacher Johann Higl in Neufahrn in einer Wohngemeinschaft leben. Die beiden staunten nicht schlecht, als sie den Auflauf zu dem originellen Rennen sahen, und beschlossen mitzumachen.

Ein enges Rennen

Trotz des Wetters säumten Hunderte von Zuschauern die Strecke entlang der Friedberger Ach. Mit dem Kommando „auf die Plätze, fertig, los“ schickte Rennleiter Anton Rutka die einzelnen Tröge mit ihren Freizeitkapitänen auf die Reise. Die mussten erst einmal ihre Startnummer mit einem Spezialhammer an den Trog nageln. Vor allem die Jugend war präsent und versuchte, sich gegen die „alten Hasen“ durchzusetzen. Die Jüngeren hatten natürlich Gewichtsvorteile im Holztrog. Es bedarf aber Muskelkraft, um mit den Staken die optimale Linie im Fahrwasser zu finden. Kinder hatten ihren Spaß daran, den Teilnehmern von den Brücken aus mit Eimern zusätzliche Wasserduschen zu bescheren. Die tief hängenden Sträucher und Bäume entlang des Ufers erschwerten ein problemloses Durchkommen, einige liefen an manchen Stellen sogar auf Grund und es half nur noch schieben. Andere versanken ganz und mussten mühsam das Wasser aus dem Trog leeren.

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An der Mittelstation mussten Trog und „Fahrer“ die Ach verlassen, und bei einem sportlichen Wettbewerb ging es darum, Punkte zu sammeln. Damit konnten sie Zeit gutmachen oder auch verlieren. Ein eigens angefertigter Edelstahlkrug mit 2,4 Liter Inhalt musste auf einem Brett möglichst genau auf eine markierte Skala geschoben werden, und je nach erreichter Position gab es Plus- oder Minuspunkte. Hier zeigte sich das spätere Siegerduo mit optimalen Schüben und null Strafsekunden, die Zweiten und auch Drittplatzierten hatten ihren möglichen Sieg hier verspielt.

Es war ein Rennen mit knappem Ausgang. Die ewigen Kontrahenten lieferten sich einen Zweikampf: Das Duo Thomas Riegl und Daniel Henle nutzte seinen Heimvorteil und verwies die ebenfalls als Favoriten gehandelten Andreas Schmidberger aus Oberach und Martin Gürtner aus Todtenweis auf den zweiten Platz. Auf Rang drei landete Gabriel Jakob aus Allmering mit Stefan Bachmeir aus Oberach. Während die Sieger für die rund einen Kilometer lange Rennstrecke bis zum Ortseingang von Unterach gerade mal 12 Minuten und 17 Sekunden brauchten, war das indisch-argentinische Team fast 33 Minuten unterwegs. Dieses hatte nicht mit den Tücken der Friedberger Ach und des ungewöhnlichen Wasserfahrzeugs sowie mit den Hindernissen auf der Strecke gerechnet und landete auf dem letzten Platz. Beide nahmen es mit Humor und mit dem olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles“.

Die Siegerehrung fand am Abend bei einem Grillfest in der Maschinenhalle von Johann Higl im Beisein vieler Besucher statt. Die drei Erstplatzierten nahmen die Wanderpokale in Empfang. Für Vishnu Anilkumat Suma aus und Santiago Cingolani aus Argentinien gab es einen speziellen Trostpreis: Eine „Goaß“ wurde ihnen in dem 2,4-Liter-Krug serviert, der zuvor fürs Krügeschieben verwendet wurde. Auch dieses Getränk mundete ihnen.

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