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Schiltberg

31.07.2018

Tom & Flo spielen Lieder der 60er auf der Hofbergbühne

Tom & Flo nahmen Kathi Weber von der Vorband Out of Rimmerding in die Mitte und sangen dreistimmig deren bayerischen "Sommer"-Song.
Bild: Manfred Zeiselmair

Die Aichacher Musiker Tom & Flo spielten mit Gästen inmitten der „Robin-Hood“-Kulisse in Schiltberg. Das Konzert war mit 1000 Zuhörern ausverkauft.

Illuminierte Kulisse mit romantischer Burgatmosphäre, eine laue Sommernacht zum Träumen, rundherum bekannte Gesichter und gut gelaunte Menschen – und die Begegnung mit jungen Musikern, die den Sound der 60er zum Leben erwecken. Was braucht man mehr, um den Alltag zu vergessen? Beim Open-Air-Konzert von Tom & Flo und ihren Special Guests auf dem voll besetzten Schiltberger Hofberg kommen alle auf ihre Kosten, nicht nur Nostalgiker oder Romantiker.

Zunächst setzt die Vorgruppe Out of Rimmerding ihre Akzente, und zwar urbayerische. Wenn man Kathi Weber, die Sängerin des gut gelaunten Trios, fragt, wo denn dieses Rimmerding liege, bekommt man zur Antwort: „Mitten in Bayern.“ Denn da kommen ihre selbst verfassten Lieder her, und so klingen sie auch: mal spaßig und derb, mal ernst und hintergründig, auf hohem musikalischen Niveau und breit gefächert. Ob als mitreißende Polka bei „D’Resi und ihr Oida“, als jazzige „Hommage an den Leberkas“ oder im stampfenden Brass-Sound bei „Orsch in Bewegung hoitn“.

Schon die Vorgruppe bekommt viel Applaus

Alle drei Musiker haben eine Musikausbildung und bereits öffentliche Auftritte hinter sich: In A-cappella-Chören wie Greg is back oder Cash ’n’ go und Kathi auch als eine von zwei Kinihasn. In der neuen Formation stehen sie erstmals auf der Bühne. Nach dem Applaus zu urteilen, hätten viele Besucher sie gerne länger als die ihnen zustehenden 20 Minuten gehört.

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Als Tom & Flo nach kurzer Umbaupause die Bühne betreten und den Beatles-Hit „Come together“ anstimmen, ist das Motto des Abends programmiert. Erstmals stehen Tom Prestele am Kontrabass und Flo Laske an der Gitarre mit einem professionellen Bläsertrio und dem bekannten Augsburger Jazz-Drummer Harry Alt auf der Bühne.

Perfekt abgestimmt und abgemischt zaubern alle zusammen ein für viele Fans unerwartet volles Klangvolumen auf die Bühne – ohne den beiden Protagonisten die Eigenständigkeit an ihren Instrumenten zu nehmen. Die Bläser Robert Alonso an der Trompete und Jörg Weber am Saxofon halten sich dezent zurück; einzig Marion Dimbath legt ein-, zweimal ein Posaunensolo hin und erntet dafür Szenenapplaus.

Im Fokus stehen an diesem Abend allerdings Tom & Flo. Sie meistern ihre Aufgabe auf der großen Theaterbühne ohne erkennbare Aufregung und mit sichtlicher Spielfreude – trotz der gewaltigen Kulisse und knapp 1000 Konzertbesuchern. Ihre Songs kommen an beim Publikum: sowohl ihre Interpretationen altbekannter Hits von den Beatles, Simon and Garfunkel, James Morrison oder den Everly Brothers, als auch ihre Eigenkompositionen.

Lustige Anekdoten sorgen für Lacher

Immer wieder erzählen die beiden sympathischen Aichacher zwischen den Stücken nette Episoden rund um ihre Musik. „Eigentlich wollten wir auf Pferden einreiten“, scherzt Flo gleich zu Beginn, passend zur „Robin-Hood“-Kulisse des Freilichttheaters. Tom erzählt von einem aufregenden „We are the one“- Auftritt vor vermeintlich 6000 Leuten in der Ulmer Basketball-Arena: „In der Halbzeitpause waren die meisten beim Bierholen.“

In einem ruhigeren Block stehen die beiden mit ihren Instrumenten wieder allein auf und – bei „Every-day“ von Buddy Holly – sogar vor der Bühne. Bei dieser Nummer zupft Tom das Glockenspiel an den Kontrabass-Saiten und Flos Gitarre wird kurzerhand zum Percussion-Instrument.

Ein Fan-Handtuch fliegt bei „Lonely summer“ auf die Bühne, damit die beiden sich den Schweiß abtrocknen können. Dann holen sie noch einmal die Kathi aus „Rimmerding“ nach vorne und besingen und bespielen gemeinsam den bayerischen „Summer“. In die Pause geht’s mit „Yeah, yeah, yeah“ und „Sounds of silence“ und nach einer Stärkung im Hofberg-Biergarten mit Bläsern und Percussion in die zweite Runde.

Bei „Walking in the Storm“ übernimmt das Publikum durch rhythmisches Klatschen die Percussion, bei „Facebook Friend“ und „The Boxer“ sogar den Background-Chor. Bevor „I say this to you“ erklingt, erzählt Flo von den Studio-aufnahmen zum gleichnamigen aktuellen Album, bei dem sie von einer überwiegend weiblichen Streicherformation begleitet wurden: „Die sind danach alle schwanger geworden. Jetzt ham wir immer Bläser dabei.“

„Kritischster Punkt des Konzerts“ kommt kurz vor Schluss

Auch der laut Tom „kritischste Punkt des Konzerts“ wird gemeistert, als es auf die Zielgerade geht und die beiden zu den letzten Stücken ihr Publikum zum Tanzen auf die Bühne einladen. Knapp 20 gut gelaunte Besucher trauen sich, die drei Schnellsten ergattern dafür sogar eine CD. Schon die erste von insgesamt vier Zugaben hat es in sich: Nach lang anhaltendem Applaus erscheint Tom unverhofft auf dem Burgbalkon, während Flo in der gegenüber liegenden „Robin-Hood“-Eiche auftaucht. In einem perfekten Zusammenspiel ihrer Stimmen und nur durch ihr Fingerschnipsen begleitet, lassen sie eine wunderschöne A-cappella-Version von „King of the Road“ erklingen.

Nach den Abschiedsworten des Hofberg-Hausherrn Alois Lechner streich(el)t Tom Prestele bei „Somewhere over the Rainbow“ ein letztes Mal die Saiten seines Lieblingsinstruments.

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