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Sicherheitsübung

14.11.2018

Vortrag: Wenn Feuerwehrler Gewalt erleben

Nach dem Vortrag bedankten sich der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Gebenhofen, Wolfgang Neukäufer (links), und Kommandant Andreas Settele (rechts) beim Referenten Günter Müller.
Bild: Christine Schmid-Mägele

Kripobeamter gibt Einsatzkräften Tipps, wie sie gewaltbereiten Menschen begegnen sollten.

Um „Gewalt gegen Einsatzkräfte“ ging es bei der Herbsthauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Gebenhofen. Rund 50 Mitglieder kamen. Ebenso Kreisbrandrat Christian Happach und Kriminalhauptkommissar Günter Müller vom Polizeipräsidium Schwaben-Nord. Müller hielt einen Vortrag mit viel Alltagsbezug, aber auch mit Humor. Bei Einsätzen mit gewaltbereiten Menschen sei das „Bauchgefühl“ der Einsatzkräfte grundlegend, sagte er. „Wenn ihr ein komisches Gefühl habt bei einem Menschen, dann geht lieber einen Schritt zurück und bewahrt einen größeren Abstand“, riet er.

Gerade in Verbindung mit Alkohol, Drogen und psychoaktiven Substanzen – landläufig als „Badesalze“ oder „Kräutermischungen“ bekannt – könne es zu vermehrter, auch unvorhersehbarer Gewalt gegenüber Feuerwehreinsatzkräften kommen.

Zum Beispiel, wenn ein Platz oder eine Straße gesperrt oder Platzverweise gegenüber Leuten ausgesprochen werden müssen. Während Alkoholgenuss erkennbar sei, könne man Leuten nicht ansehen, ob sie psychoaktive Substanzen konsumiert hätten, erklärte Müller. Eine Mischung aus Alkohol und „Kräutermischungen“ beziehungsweise „Badesalzen“ könne fatale, lebensbedrohliche Folgen haben. Müller skizzierte den typischen gewaltbereiten Täter: zwischen 20 und 39 Jahren alt, kein Migrationshintergrund, meist mit Alkoholkonsum. Grundsätzlich gelte: „Die Gewalt steigt mit wachsender Einwohnerzahl.“ Unter Gewalt sei auch verbale Gewalt zu verstehen. Wichtig sei, beim Aufeinandertreffen mit Gewaltbereiten auf der Sachebene zu bleiben.

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Aktives Zuhören, Verständnis zeigen und Blickkontakt halten

Zur guten Gesprächsführung gehöre das aktive Zuhören, also nachfragen, Verständnis zeigen, Blickkontakt halten. Sinnvoll sei es, möglichst viel zu visualisieren: Feuerwehrler sollten beispielsweise dem Gegenüber eine Skizze anfertigen, wie er die Unfallstelle umfahren soll. Müller machte deutlich, dass es die vorrangige Aufgabe der Feuerwehr sei, zu helfen und nicht Gewaltprävention zu betreiben.

Er riet den Einsatzkräften, gewaltbereiten Menschen mindestens zu zweit gegenüber zu treten, langsam und verständlich zu sprechen und sich vor allem nicht persönlich angegriffen zu fühlen. Falls es zu einem gewalttätigen Angriff komme, erinnerte Müller an die Notwehr oder auch Nothilfe. Falls es möglich sei – insbesondere bei Drohungen oder etwa Suizidandrohungen –, sei es der beste Weg, über den Notruf die Polizei zu verständigen.

Kommandant Andreas Settele und Vorsitzender Wolfgang Neukäufer bedankten sich beim Referenten. Settele appellierte an die Kameraden, bei Feuerwehreinsätzen möglichst mit Bedacht zu fahren. Die Zahl der Fahrer des Einsatzfahrzeuges sei gestiegen, da mittlerweile zusätzlich drei Frauen im Ort den Feuerwehrführerschein haben. Ebenso bat er die Anwesenden, sich als potenzielle Stammzellenspender bei der DKMS registrieren zu lassen. Mitglieder sollten sich dazu bei ihm oder Neukäufer melden.

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