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Baar

24.05.2020

Wenn die Wohnung zum Modellbau-Museum wird

Diese Szene zeigt einen Hangar mit Modellen von historischen Flugzeugen – es ist nur eine, die sich in der Wohnung von Patrick Förster und Maria Schröttle in Baar findet. Die beiden sind passionierte Sammler und wollen eine Ausstellung veranstalten.
Bild: Stefanie Brand

Plus Patrick Förster und Maria Schröttle sind passionierte Fans des Modellflugzeugbaus. Sie planen nun eine Ausstellung. Doch manche Modelle bauen sie nicht auf.

Patrick Förster und seine Freundin Maria Schröttle nehmen als Nächstes die Junkers F.13 im Maßstab 1:72 in Angriff. 13,6 auf 24,4 Zentimeter soll das fertige Werk werden. Der Schwierigkeitslevel liegt bei vier – so steht es auf dem Karton, in dem sich 77 Bauteile verbergen. Die Auswahl der Originalkartons im Wohnzimmer ist groß. Sie sind gestapelt bis unter die Decke in zwei Regalen, die je eine Breite von einem Meter haben. Doch gebaut wird davon nur ein Bruchteil. „Bei etwa drei Vierteln der Modelle handelt es sich um echte Raritäten“, erklärt Patrick Förster. Davon wird das Paar die Finger lassen. Denn originalverpackt haben sie einen großen Sammlerwert.

Der Bau eines Modells dauert zwischen zweit Stunden und einem Monat.
Bild: Stefanie Brand

Um die Regale im Wohnzimmer so zu bestücken, wie sie heute aussehen, haben Förster und Schröttle drei bis vier Jahre lang gesammelt. Auf Messen und im Internet haben sie gestöbert, um weitere Bausätze zu ergattern. Sie kosten zwischen einem und 170 Euro. Der Preis richtet sich danach, wie selten ein Modell zu bekommen und wie groß es ist. Je weniger Modelle es von einem Exemplar gibt und je größer das Modell im fertigen Zustand sein wird, desto teurer ist der Bausatz, erklären die Modellbau- und Flugzeugfans. Zudem hängt auch die Bauzeit von Maßstab, Teileanzahl und Schwierigkeitslevel ab. Sie kann zwischen zwei Stunden und einem Monat dauern.

Von klein auf Modellbau-Fan

Die Liebe zum Modellbau hat Förster mit in die Beziehung gebracht. Er hat seine Freundin mit dieser Leidenschaft förmlich angesteckt. Dem 24-Jährigen wurde die Bau- und Bastelambition in die Wiege gelegt. Bereits sein Vater liebte den Modellbau und hat dieses Hobby an ihn und seinen Zwillingsbruder weitergegeben. Mit 13 Jahren habe er im Hobbykeller seines Elternhauses in Moosburg sein erstes Modell gebaut, so Förster. Sein Zwillingsbruder, der ihm aufs Haar gleicht, verfolgt dieselbe Bau- und Bastelleidenschaft noch heute in Moosburg. Vor drei Jahren hat Patrick Förster Maria Schröttle in Landshut kennengelernt und sich dann entschieden, in die Heimat der Baarerin nach Schwaben zu ziehen.

Die gelernte Schreinerin, die heute in der Altenpflege arbeitet, hat sich gerne mit dem Hobby ihres Freundes auseinandergesetzt und bastelt und baut mit nicht minder großer Begeisterung als Patrick Förster selbst. Die Wohnung des Paares gleicht einer kleinen privaten Ausstellung mit dem Unterschied, dass Förster und Schröttle quasi mit und inmitten all dieser Ausstellungsstücke leben.

Sie haben mehrere Jahre lang Modelbausätze gesammelt: Maria Schröttle und Patrick Förster aus Baar.
Bild: Stefanie Brand

Das Resultat: Im Wohnzimmer befindet sich eine kleine Miniaturwelt aus Flugzeugen, Landebahn, Flugzeughallen aus Amerika und Figuren aus China. Eine zweite ist in Arbeit. Im Gang und in jedem anderen Raum der Wohnung säumen fertige Modelle die Regale an den Wänden. Und im kleinen Hobbyraum befinden sich die ganz großen – die Modelle, mit denen die 24-Jährigen auch an Flugshows teilnehmen. Beide sind Mitglied im Verein zur Förderung des historischen Segelflugs.

Paar will Segelflieger restaurieren

Auch die neueste Errungenschaft der Flugzeugfans passt nicht mehr in die Wohnung. Das Paar hat einen Segelflieger in Frankfurt erstanden und will diesen gemeinsam restaurieren. Dann schwebt beiden der Segelfliegerschein vor.

Auch die Propellermaschine gehört zu der stattlichen Sammlung.
Bild: Stefanie Brand

Zudem laufen zeitgleich die Vorbereitungen für die erste Ausstellung der beiden, die aufgrund der Corona-Pandemie erst mal verschoben werden musste. Wenn es möglich ist, möchte das Paar im September die Ausstellung öffnen. Dann können Interessierte eintauchen in ihre Flugzeugwelt, wo es unter anderem den KA2 Rhönadler mit einer Spannweite von 2,60 Metern zu besichtigen geben könnte. Und wenn zeitgleich ein Flugzeug über Baar hinweg fliegen sollte, dann könnte Patrick Förster auch unter Beweis stellen, dass er Flugzeuge mittlerweile sogar am Klang erkennen kann.

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