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Petersdorf

21.03.2018

Wie Bauherren künftig Geld sparen

Wie kann man energieoptimiert bauen? Und was kann schon die Gemeinde bei der Aufstellung eines Bebauungsplans dafür tun? Darum ging es jetzt in Petersdorf. <b>(Symbolbild)</b>
Bild: stockWERK - Fotolia

Architektin Monika Gebhard erläutert die Möglichkeit, einen energieoptimierten Bebauungsplan aufzustellen. Was das für Bauwillige bedeutet.

Wenn die Gemeinderäte Petersdorfs künftig bei der Erstellung eines Bebauungsplanes Häusertiefen zwischen zehn und 14 Metern sowie Längen zwischen zehn und 25 Metern oder gar vier bis sechs Geschosse in Betracht ziehen, dann sind diese Planungen vermutlich auf den Vortrag von Architektin Monika Gebhard zurückzuführen. Sie informierte das Gremium am Montagabend über die Möglichkeit, einen sogenannten energieoptimierten Bebauungsplan aufzustellen.

Übersetzt bedeutet das: Die Gemeinde stellt einen Bebauungsplan auf, der den Häuslebauern die Option bietet, energieoptimiert zu bauen. Das wiederum heißt: Bauwillige könnten künftig optimale Grundstücke bekommen und beim Bau auch noch Geld sparen.

Was energieoptimiertes Bauen dabei im Einzelnen umfasst, stellte die Architektin dem Gremium am Montag vor. Dabei gab sie diverse Empfehlungen für künftige Bebauungspläne. Über die Parameter hinaus, die die Gemeinde ohnehin im Bebauungsplan festhält – die Bauweise, die Baugrenzen, die Gestaltung sowie Art und Maß der baulichen Nutzung – rücken beim energieoptimierten Bebauungsplan Themen wie Kompaktheit, Verschattung und Ausrichtung ins Blickfeld.

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Monika Gebhards Tipps an die Gemeinderäte: Baukörpertiefen überdenken. Bepflanzungsflächen kritisch prüfen. Position der Garage überdenken. Abstände mit Blick auf die Verschattung anpassen. Optimierte Gebäudeformen zulassen.

Warum gerade diese Faktoren entscheidend sind, erklärte sie anhand einiger Praxisbeispiele und Skizzen. Die Architektin thematisierte zunächst die solare Optimierung. Dabei sind nicht nur die Ausrichtung des Hauses (idealerweise nach Süden) und der Anteil der Fensterflächen (idealerweise 16 Prozent) von Bedeutung, sondern auch die Verschattung, die durch Topographie und Bepflanzung sowie das Gebäude an sich beeinflusst wird. Ihr Fazit: Höhere und tiefere Gebäude ermöglichen den Bauherrn häufig die bestmögliche Nutzung der Sonnenenergie. Eine Simulation der Verschattung könne zudem aufschlussreich sein.

So können Bauwillige Geld sparen

Auch zum Thema Gebäudehülle hatte Gebhard Informationen parat. Einfamilienhäuser sind demnach am ineffizientesten mit Blick auf die Gebäudehülle. Ein Mehrfamilienhaus hilft hingegen dabei, Energie einzusparen. Grundsätzlich gilt: Je kompakter ein Haus errichtet ist, desto niedriger ist sein Energiebedarf.

Auch brachte die Architektin einige Ideen für optimierte Grundrisse mit, die nicht nur wenig genutzte Nebenräume in den Norden rückten, sondern sogar den Erschließungsbereich eines Hauses in der Mitte des Gebäudes platzierten. Ihr Tipp: Um auf „neue“ Grundrisse aufmerksam zu machen, bietet es sich an, potentielle Grundstücksinteressente direkt mit ein paar Mustergrundrissen auszustatten. Sonst sei es für die Umsetzung dieser Grundrisse zu spät.

Damit es für die Umsetzung dieser Ideen in einem neuen Bebauungsplan nicht etwa auch in Petersdorf zu spät ist, fragte Zweiter Bürgermeister Stephan End detailliert nach, wann denn nun der beste Zeitpunkt sei, um einen energieoptimierten Bebauungsplan zu erstellen. Gebhard erläuterte, dass dies bei der Wahl des Planers berücksichtigt werden müsse.

Da sich die Ausführungen der Architektin auf den Neubau-Bereich konzentrierten, ergänzte Bürgermeister Dietrich Binder einen Hinweis auf den Energiestammtisch. Dabei stehen vor allem Bestandsgebäude im Fokus, für die eine Energieoptimierung erreicht werden soll.

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