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Obergriesbach

24.01.2020

Wohin damit? Mobilfunkmast erregt die Gemüter

Oben auf der Anhöhe, die im Hintergrund zu sehen ist, soll der neue Funkmast errichtet werden. Neben den Initiatoren der Informationsveranstaltung, Herbert Lange und Thomas Hartmann, sind noch weitere Bürger Obergriesbachs gegen den Standort des Mastes.
Bild: Stefanie Brand

Plus Am 14. Februar geht es im Gemeinschaftshaus um den geplanten Funkmast an der Straße „Am Weiher“. So will man in Obergriesbach für mehr Transparenz sorgen.

„Ja, aber woanders“ steht in roten Buchstaben auf dem Flyer, der in den nächsten Tagen an alle Haushalte in Obergriesbach und Zahling verteilt werden soll. Ein Funkmast auf dem Flyer zeigt, worum es geht: Um eine Einladung zur Informationsveranstaltung, die am Freitag, 14. Februar, ab 19.30 Uhr im Obergriesbacher Gemeinschaftshaus stattfinden soll. Der Planungsstand, die Folgen für die Bürger in Obergriesbach und Zahling, ein Alternativ-Standort sowie die Sicht eines Betroffenen sollen Thema des Abends werden, den Herbert Lange und Thomas Hartmann federführend planen.

Es geht um den Funkmast, der sich aktuell noch auf dem Gebäude der alten Brauerei befindet und dort noch bis Ende März dafür sorgt, dass die Bürger im Ort Handyempfang haben. Der Standort kann nicht mehr lange genutzt werden. Der Betreiber, die Deutsche Funkturm GmbH, arbeitet zweigleisig: Zum einen wurde der Standort des bestehenden Funkmastes immer wieder verlängert, um den Handyempfang zu sichern. Zudem war die Tochtergesellschaft der Telekom auf der Suche nach einem Ersatzstandort.

Die erste Idee eines neuen Standorts, der in der Nähe des alten Standorts gewesen wäre, sei am Privateigentümer gescheitert, erklärte Daniel Schulz, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Obergriesbach. Die Idee, den Funkmast in einem Waldstück zu platzieren, scheiterte daran, dass von diesem Standort aus nicht die gewünschte Versorgung des Gemeindegebiets hätte gewährleistet werden können, erklärte Thomas Bauer von der Deutschen Funkturm GmbH.

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Welches ist der beste Standort für den Mobilfunkmasten?

Lange und Hartmann sind jedoch anderer Meinung. Hartmann erklärte, dass der Standort niemals wirklich geprüft worden sei und die Betreiber den Standort aufgrund der mangelnden Infrastruktur abgelehnt hätten. Lange betonte, dass eben dieser Standort die eigentliche Präferenz des Betreibers gewesen wäre. Lediglich die Gemeinde habe dann auf den „neuen“ Standort umgeschwenkt, da sie verhindern wollte, „dass jemand anderes die Pacht bekommt“, so Lange.

Doch der Reihe nach: Um den Handyempfang im Ort langfristig sicherzustellen und auch die mobile Internetnutzung anzubieten, suchten Betreiber und Gemeinde weiter und wurden nördlich des Teils der Straße Am Weiher, die in Ost-West-Richtung verläuft, fündig. Bei dem Grundstück handle es sich um Brachland, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, erklärte Schulz. Auch vom Landratsamt Aichach-Friedberg heißt es: „Bis auf den beantragten Standort konnte kein Eigentümer gefunden werden, der zur Vermietung eines geeigneten Grundstücks bereit war.“

Eben dieser Standort ist Lange, Hartmann und einer Reihe weiterer Bürger allerdings ein Dorn im Auge. Über 300 Unterschriften haben die Organisatoren der Informationsveranstaltung bereits im Ort sammeln können, erklären sie. Zudem moniert Hartmann, dass es weder Kommunikation noch Transparenz oder die Möglichkeit gegeben habe, ausführlich über das Thema mit der Gemeinde zu sprechen. Er bezeichnete die Vorgehensweise des Gemeinderats sogar als „selbstherrlich und intransparent“.

Schulz begegnet den Vorwürfen mit diesem Einwand: „Im Rahmen einer nicht-öffentlichen Sitzung gab es Rederecht für Herbert Lange sowie für die Betreiberfirma.“ Die Entscheidung für den Standort sei dann im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatsitzung gefallen. Da das Thema nun erneut hochkocht, hat Schulz die Gemeinderatsitzung am Dienstagabend genutzt, im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung noch einmal abzufragen, wie die Haltung der Räte ist. Dieses Gespräch habe mit dieser Einigung geendet, die Schulz offiziell bekannt geben darf: „Das Gremium sollte zur Entscheidung stehen. Beide Seiten wurden gehört.“

Obergriesbach: Neuer Mast soll mobiles Internet ermöglichen

An eben dieser Entscheidung möchten Hartmann, Lange und zahlreiche weitere Bürger nun vielleicht rütteln – nicht, weil sie gegen den Funkmast sind, sondern weil sie gegen den Standort des Mastes sind, wie Hartmann und Lange betonen. Hartmann wünscht sich eigentlich eine „ergebnisoffene Veranstaltung“ mit reichlich Informationsgehalt, auch technischer Natur.

So will Lange beispielsweise ausführen, dass der neue Funkmast umfangreicher bestückt werden wird als der alte Mast. Ihm lägen Unterlagen vor, in denen von 15 Antennen die Rede ist. „Die Strahlkraft wäre dann enorm“, erklärte Lange.

Bauer von der Betreiberfirma erklärt hingegen: Der Mast auf der Brauerei habe drei Antennen. Auf den neuen Mast kommen drei bis sechs Antennen, was mitunter auch darauf zurückzuführen ist, dass der neue Mast nicht nur die Handynutzung, sondern auch mobiles Internet ermöglichen solle. Zudem sei auch eine Untervermietung an andere Anbieter denkbar, ergänzt Bauer. Von einem „Master-Mast“, den Lange aufgrund seiner Strahlung fürchtet, könne hingegen nicht die Rede sein. Das Landratsamt bestätigte, dass der Funkmast der Mobilfunkversorgung von Obergriesbach und Zahling dienen solle sowie dem nahe liegenden Bahnstreckenbereich und der Verbindungsstraße.

Die Sendegenehmigung, die Projektleiter Bauer als den TÜV-Stempel in diesem Verfahren bezeichnet, liege bereits vor. Allerdings fehle noch die Baugenehmigung (siehe Infobox). Hartmann, der wegen dieses Ärgernisses beschlossen hatte, bei der Kommunalwahl 2020 für den Gemeinderat zu kandidieren, befürchtet, dass es nach der Infoveranstaltung nur noch einen Weg geben kann: „die Klage“.

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