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Ammersee: "Wilder Garten“ in Riederau braucht Sachverstand

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"Wilder Garten“ in Riederau braucht Sachverstand

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    Offizielle Eröffnung des Tags der offenen Gartentür in Riederau mit (von links): Mario Kessler (Gartenbesitzer), Landrat Thomas Eichinger, Eva Krehle (Gartenbesitzerin), Susann-Kathrin Huttenloher und Monika Sedlmaier (Kreisfachberaterinnen für Gartenkultur und Landespflege), Alisa Stierstorfer (Teamleiterin Naturschutz LRA) und Christian Hanglberger (Vorsitzender Kreisverband Gartenbau).
    Offizielle Eröffnung des Tags der offenen Gartentür in Riederau mit (von links): Mario Kessler (Gartenbesitzer), Landrat Thomas Eichinger, Eva Krehle (Gartenbesitzerin), Susann-Kathrin Huttenloher und Monika Sedlmaier (Kreisfachberaterinnen für Gartenkultur und Landespflege), Alisa Stierstorfer (Teamleiterin Naturschutz LRA) und Christian Hanglberger (Vorsitzender Kreisverband Gartenbau). Foto: Thorsten Jordan

    Bei bestem Wetter fand am Sonntag der Tag der offenen Gartentür statt, der im Garten von Mario Kessler in Riederau von Landrat Thomas Eichinger eröffnet wurde. Mario Kessler und seine Frau Eva Krehle haben in nur vier Jahren einen artenreichen Naturgarten auf 1500 Quadratmetern geschaffen, der direkt an den Wald angrenzt und vielen Tieren Lebensraum bietet.

    Mit viel Sachverstand wurde dafür der Garten konzipiert und die entsprechenden Pflanzen ausgewählt: Schmetterlinge bevorzugen derzeit die lila Scabiosen, die aus der wilden Wiese mit Salbei und Margeriten hervorragen. Bienen tummeln sich zuhauf im blühenden Teppichthymian. Mit unzähligen und teils sehr großen Steinen hat Kessler einerseits das Grundstück modelliert, sodass in der Hanglage eine gerade Fläche für das energieautarke Haus mit seiner imposanten umlaufenden Pergola sowie für den großen, drei Meter tiefen, natürlich wirkenden Teich entstand.

    Um den Garten dauerhaft in ein Naturparadies wie dieses in Riederau zu verwandeln, braucht es Sachverstand
    Um den Garten dauerhaft in ein Naturparadies wie dieses in Riederau zu verwandeln, braucht es Sachverstand Foto: Thorsten Jordan

    Zwischen den Wasserpflanzen schwänzeln unzählige Kaulquappen von Kröten und Fröschen, Libellen schillern im Sonnenlicht und Spitzschlammschnecken treiben im Wasser. Sogar Edelkrebse leben hier – sie dämmen einen übermäßigen Pflanzenbewuchs im Teich ein. Andererseits speichern die Steine und Findlinge aber auch die Wärme, geben sie in den kühleren Stunden wieder an ihre Umgebung ab und beeinflussen so positiv das Kleinklima.

    Landrat Thomas Eichinger zeigte sich von dem Gartenparadies und vom detaillierten Wissen Kesslers rund um die Zusammenhänge in der Natur beeindruckt. Er nahm sich Zeit für eine über einstündige Tour entlang an Wasserläufen – zwei Bäche durchlaufen das Grundstück und bringen auch Sauerstoff in den Teich –, dem Kieshügel mit üppiger Bepflanzung, Totholzhaufen, die Heimat für Blindschleichen, Igel und Vögel bieten, der wilden Wiese, die Kessler beständig ausmagert, um für Wiesenblumen die ideale Grundlage zu schaffen, sowie den Hochbeeten mit Gemüse.

    In Riederau wird Wildblumen der Boden bereitet

    Oft werde er gefragt, ob sein Garten viel Arbeit mache, sagte dabei Mario Kessler. „Nein, man muss nur viel zulassen und staunen, was von alleine kommt“, laute dann seine Antwort. Man solle Unordnung im Garten haben, wo es möglich sei, beispielsweise Rasenränder stehen lassen, Hecken nicht dauernd zurückschneiden und blühen lassen. Dennoch schränkte Kessler ein: „Ein Naturgarten ist keine Wildnis, nur weil man zu faul ist, den Rasenmäher anzuwerfen.“

    Es gehöre auch Sachverstand dazu, den Garten dauerhaft in ein Naturparadies zu verwandeln. So lieben für Insekten wertvolle Blühpflanzen eher mageren Boden, den Kessler schuf, indem er fette Humusschichten abtrug und viel Sand und Kies in den Boden einbrachte. „Nur direkt in das Pflanzloch gebe ich Kompost und Humus“, erklärte Mario Kessler.

    Zu entdecken gab es in Riederau eine Menge – neben Pflanzen finden im Teich auch Kröten ein Zuhause.
    Zu entdecken gab es in Riederau eine Menge – neben Pflanzen finden im Teich auch Kröten ein Zuhause. Foto: Thorsten Jordan

    Wer Schmetterlinge anlocken will, solle Pflanzen wählen, die für die jeweiligen Arten sowohl Nektar als auch Nahrung für die Raupen bieten. Der erfolgreiche Grafikdesigner und Illustrator Mario Kessler beweist seine Liebe zur Natur durch seine liebevollen Natur-Illustrationen und seinen Garten, den er sehr gerne zeigt, um allen Interessierten Anregungen zu geben. Landrat Thomas Eichinger bezeichnete den Garten als einen „schönen Lebensraum, nicht nur für die Natur, sondern auch für die Menschen, die darin leben“. Auch der Landkreis sei bemüht um die Natur, so sei vor drei Jahren das Projekt Naturvielfalt ausgerufen worden, das heuer im Jahr der Nachtvielfalt den Blick auf nachtaktive Tiere und Pflanzen richte. Auch Dießens Altbürgermeister Herbert Kirsch sowie der Zweite Bürgermeister der Marktgemeinde, Roland Kratzer, nahmen am Gartenrundgang teil.

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