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Zusmarshausen

24.10.2020

Altes Gemälde kehrt nach Zusmarshausen zurück

Dieses historische Gemälde aus dem 19. Jahrhundert hat seinen Weg zurück nach Zusmarshausen gefunden. Die Vedute soll eine Alltagsszene an der alten Posthalterei zeigen.
Bild: Tobias Karrer

Plus Eine Alltagsszene aus dem 19. Jahrhundert erlaubt einen Blick auf das Leben rund um die alte Posthalterei in Zusmarshausen.

Seit Kurzem besitzt das Heimatmuseum in Zusmarshausen ein neues, besonderes Exponat: Ein Gemälde des Malers Josef Anton Brenner aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es zeigt die Ortsmitte und - sehr prominent - die historische Poststation, die es seit dem Jahr 1684 an dieser Stelle gibt. Erst kürzlich wurde hier die Alte Posthalterei, ein Hotel mit Restaurant, nach Renovierungsarbeiten eröffnet.

Die Vedute - also die möglichst wirklichkeitsgetreue Darstellung des Ortes und der Gebäude - soll eine Alltagsszene aus dem 19. Jahrhundert zeigen und ist vermutlich vor 1860 entstanden. „Nach der Natur gezeichnet und gemalt“, steht unterhalb des Bildes. Klar scheint, dass es dem Künstler vor allem um die Darstellung der Posthalterei ging. Das Gebäude wirkt erhaben und ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet.

Detailliert gestaltete Figuren wirken etwas groß

In Relation wirken die Straßen etwas zu breit, die Postkutsche etwas zu klein und die detailliert gestalteten Figuren im Verhältnis zu groß. Auch ist fraglich, ob die Menschen Mitte des 19. Jahrhunderts tatsächlich so gepflegt im Alltag unterwegs waren.

Zum ersten Mal aufgetaucht ist das Bild vor einigen Jahren in einem Nachlass in Stuttgart. Dort kaufte es ein Sammler aus Baden-Württemberg, der das Gebäude von Reisen wiedererkannte. Der Sammler wollte das Bild 2017 gerne an jemanden verkaufen, der Bezug zu Zusmarshausen hat.

Wertinger Unternehmer übergibt das Bild dem Museum in Zusmarshausen

Nachdem sich lange Zeit kein Käufer gefunden hatte, bot er es dem Wertinger Unternehmer Siegfried Denzel an. Zusammen mit seiner Frau hat der Holzbauunternehmer 2016 eine Stiftung ins Leben gerufen, die Kunst, Geschichte, Kultur und Religion fördern will. Für 1500 Euro erwarb die Stiftung das Bild, um es anschließend dem Museum in Zusmarshausen zu übergeben.

Beim Übergabetermin in Zusmarshausen sind nicht nur Siegfried und Elfriede Denzel, sondern auch Kreisheimatpfleger Dr. Peter Fassl, Bürgermeister Bernhard Uhl und Museumsleiter Andreas Decke dabei. Denzel spricht kurz über Zusmarshausen als historisches Zentrum, in dem Schlachten entschieden wurden und große Persönlichkeiten wie Napoleon nächtigten. Allerdings beschreibt er Zusmarshausen auch als „Anzugspunkt“ bis heute. Durch die Nähe zur Autobahn und einen der größten Forstbetriebe in der Region sei die Gemeinde für ihn immer relevant gewesen. Außerdem betont er an Bürgermeister Uhl gewandt: „Zusmarshausen ist einfach auch ein schöner Ort.“

Über den historischen Zusammenhang ist noch viel zu erforschen

Zum Bild selbst sagt der 89-Jährige: „Es sollte verkauft werden, und unsere Stiftung konnte sich das nicht entgehen lassen.“ Es sei eine „soziale und schöne“ Aufgabe, das Bild an den Ort zu bringen, „an dem es am meisten strahlen kann“.

Auch Peter Fassl ist von dem Bild fasziniert. Es zeige die Poststation mit Gasthof als „bedeutendstes Profangebäude“ seiner Zeit. Das Gemälde werde sicher eine „Zierde“ für das Museum und den Ort. Alles in allem betont der Kreisheimatpfleger: „Es ist immer eine Freude, wenn man die Kulturgeschichte eines Ortes dichter darstellen kann.“

Das Bild bietet laut Fassl viele Möglichkeiten, historische Zusammenhänge weiter zu analysieren und zum Beispiel herauszufinden, wann genau der Maler Josef Anton Brenner, der 1805 in Dillingen geboren wurde und bis zu seinem Tod 1882 in Günzburg lebte, in Zusmarshausen zu Gast war. Fassl empfiehlt zum Beispiel einen Blick in das Stadtarchiv Günzburg, um die Geschichte des Malers und natürlich der Vedute des Ortszentrums in Zusmarshausen besser zu verstehen.

Posthalterei ist ein Glücksfall für Zusmarshausen

Bürgermeister Bernhard Uhl betont: „Die Posthalterei hat Geschichte und ist ein Glücksfall für Zusmarshausen, auch dank der neuen Investitionen.“ Ihm bleibe ansonsten nicht viel zu sagen, außer sich herzlich bei den Spendern zu bedanken. Ähnlich geht es Museumsleiter Andreas Decke. Er erklärt: „Das wird ein neues Highlight für das Museum.“

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