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Meitingen

13.09.2019

BRK will in Meitingen den Ersthelfern die Angst nehmen

Wer kein professioneller Ersthelfer ist, kann einen Kurs des BRK-Kreisverbands Augsburg Land besuchen.
Bild: BRK

Weil sie unsicher sind, zögern Laien oft bei der Ersten Hilfe. Das kostet wertvolle Minuten. Dagegen kämpft jetzt der Kreisverband des BRK an.  

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit: Mit jeder Minute, die ohne eine Herz-Lungen-Wiederbelebung verstreicht, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient überlebt, um zehn Prozent. Auch bei dem dicht ausgebauten Netz an Rettungswachen brauche der Rettungsdienst in der Regel mindestens sechs bis zehn Minuten, um bei einem Notfall vor Ort zu sein. Auf diese Zahlen weist der Rot-Kreuz-Kreisverband Augsburg-Land pünktlich zum bundesweiten Erste-Hilfe-Aktionstag hin. Daher sei es wichtig, dass auch Laien Menschen wiederbeleben können.

Peter Lebender, der im BRK-Kreisverband Augsburg-Land als Sprecher der Ausbildung fungiert, weiß aus Erfahrung: „Es ist nicht so, dass die Menschen nicht helfen wollen. Vielmehr ist es so, dass sie Angst haben, etwas falsch zu machen.“ Lebender weiß um die Angst der Ersthelfer, einem Verletzten beispielsweise bei der Herz-Lungen-Wiederbelegung die Rippen oder das Brustbein zu brechen. Hört er Sätze wie diese, kontert er schnell mit dem Einwand, dass ein nicht schlagendes Herz im Vergleich dazu deutlich schlimmer sei.

Mit den Jahren schwindet das Erste-Hilfe-Wissen

Um eben diese Angst durch praktische Übungen zu minimieren, veranstaltet das BRK am kommenden Wochenende eine Mitmachveranstaltung: am Samstag, 14. September, von 10 bis 16 Uhr, im Ausstellungsraum der Wirtschaftsgemeinsschaft im E-Center im Gewerbegebiet Via Claudia in Meitingen. Die Idee dahinter ist schnell erklärt: Bei den meisten Erwachsenen, die im Besitz eines Führerscheins sind, schwindet mit den Jahren das Erste-Hilfe-Wissen, denn nur für die Zulassung zur Prüfung ist der Nachweis eines Kurses Pflicht. Wer sein Wissen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung dann nicht regelmäßig auffrischt oder sich gar auf moderne Methoden der Ersten Hilfe einlässt – wie beispielsweise der Bedienung eines Frühdefibrillators – hat oft jahrelang keine Berührungspunkte mit der Ersten Hilfe.

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Zum Problem wird das dann, wenn aus Unwissenheit Angst wird – und zwar genau, wenn es drauf ankommt. De facto seien die Ersthelfer nämlich das wichtigste Glied in der Rettungskette, denn sie brächten sie erst in Gang, erklärt Lebender.

Ein ängstlicher Laie schafft vielleicht noch die stabile Seitenlage

In der Praxis kann der BRK-Ausbildungssprecher des Kreisverbandes Augsburg-Land nicht nur die Angst potenzieller Ersthelfer beobachten, sondern auch, in welchen Situationen ihr Einsatz so wichtig ist. Dabei geht es nicht nur darum, nach einem Unfall zu helfen, sondern auch im persönlichen Umfeld – beispielsweise dann, wenn die Großeltern stürzen oder der Ehepartner einen Herzinfarkt erleidet. Ein ängstlicher Laie schafft es dann vielleicht noch, den Patienten in die stabile Seitenlage zu bringen – doch mehr Erste Hilfe könnte letztlich auch mehr Leben retten.

Genau dieses „Mehr“ an Erster Hilfe können Interessierte am kommenden Samstag üben. Im Fokus des Aktionstages, bei dem Mitmachen ausdrücklich erwünscht ist, stehen die Herz-Lungen-Wiederbelebung und die Anwendung des Frühdefibrillators. Doch auch die Basics, wie beispielsweise das Absetzen eines korrekten Notrufs, werden noch einmal erklärt.

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