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Fischach

08.01.2020

Die Schmierereien in Fischach nehmen zu

Kreativität sieht anders aus: Bislang unbekannte Sprayer haben in Fischach an mehreren Gebäuden sowie an Straßenschildern ärgerliche Schmierereien hinterlassen.
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Kreativität sieht anders aus: Bislang unbekannte Sprayer haben in Fischach an mehreren Gebäuden sowie an Straßenschildern ärgerliche Schmierereien hinterlassen.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Bürgermeister Ziegelmeier ärgert sich über den Vandalismus. Die Entfernung kostet Steuergelder. Es sind nicht die einzigen Verunstaltungen im Augsburger Land.

Das Schulgebäude, die Mauer der Pfarrkirche St. Michael an der Ecke Mühlstraße/Kirchgasse, Schilder des Naturparks Augsburg Westliche Wälder, die Wassertretanlage im Ortsteil Willmatshofen, Bushaltehäuschen sowie Ortsschilder und Verkehrszeichen: Sie alle tragen derzeit auffällige Schmierereien, die mit Sprühdosen verursacht wurden. Eine Sache, die bei Bürgermeister Peter Ziegelmeier auf völliges Unverständnis stößt.

„Das sind Sachbeschädigungen bei denen wir kein Pardon kennen“, betont er auf Nachfrage unserer Zeitung. Ziegelmeier bedauert, dass die Menschen zunehmend nur noch auf sich, ihre Bedürfnisse und Vorlieben konzentrieren. „Dabei wollen sie nicht wahrhaben, dass die öffentlichen Leistungen einer Kommune der individuellen und vor allem der solidarischen Mitwirkung jedes Einzelnen bedürfen“, erinnert er. Ausdruck dieser Einstellung sind für ihn auch die jetzigen Schmierereien in der Marktgemeinde.

Illegale Graffiti sind kein Spaß.

Die Meinungen, ob es sich bei den Graffiti um Kunst oder Schmierereien handelt, gehen weit auseinander. Schmiererei sei keine Kunst und auch keine authentische kreative Form, heißt es durchwegs bei Sprayern, die legal tätig sind. Ob nun Kunst oder nicht: Sprayen auf nicht dafür genehmigten Flächen ist illegal. Insofern sind illegale Graffiti kein Spaß. Im Gegenteil: Es handelt sich um eine Straftat.

Die Schmierereien in Fischach nehmen zu

Die Sachbeschädigungen werden in erster Linie durch junge Menschen verübt, die damit nicht selten einen Adrenalin-Kick suchen. Die „Kunstwerke“ in Fischach weisen - auch bei wohlwollender Meinung - nur wenig bis gar keine Ästhetik auf.

Geld fehlt bei anderen wichtigen kommunalen Aufgaben

Bürgermeister Ziegelmeier ärgert sich nicht nur über die sinnlose Tat. Darunter leide sehr der optische Eindruck der Marktgemeinde. Er verweist auch auf die Folgen für die Allgemeinheit. „Die Graffiti müssen jetzt mit Steuergeldern – also Gelder der Bürger – entfernt werden“, verdeutlicht er und macht damit auch auf den volkswirtschaftlichen Schaden aufmerksam. Das koste viel Geld, das bei anderen wichtigen kommunalen Aufgaben dann fehlt. „Ich halte dies für bodenlos.“

Schon allein aus diesem Grund wehre sich die Marktgemeinde gegen Vandalismus aller Art mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, versichert Ziegelmeier. Demzufolge sei auch hier Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt worden.

Nicht nur in Fischach gibt es immer wieder Schmierereien. Auch in Heretsried haben Unbekannte bereits im vergangenen Jahr Spielgeräte verunstaltet. Auf dem Freizeitgelände in Willmatshofen kommt es immer wieder zu Zerstörungen und Verschmutzungen, sinnlose Gewalt gegen Sitzbänke und Schilder sowie Schmierereien an den Wänden der Toilettenanlage und des Holzpavillons.

An seiner Kleidung war noch frische Farbe

In Zusmarshausen konnte die Polizei immerhin einen Graffiti-Sprayer auf frischer Tat ertappen. Der junge Mann war im August auf dem Gelände eines Busunternehmers zugange und ergriff sofort die Flucht, als er bemerkt wurde. Die Polizei leitete jedoch sofort eine Fahndung ein. Kurz darauf fiel den Beamten eine Gruppe junger Leute auf, die ihnen verdächtig vorkam. Aufgrund der Personenbeschreibung des Sprayers konnte schnell ein Tatverdächtiger ausgemacht werden. An seiner Kleidung war noch frische Farbe. Der 21-Jährige zeigte aber keinerlei Reue, sondern beleidigte vielmehr die Polizeibeamten. Der junge Mann muss sich nun für diverse Sachbeschädigungen sowie Beleidigungen verantworten.

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